Anatomie - Verdauungsapparat

Geschrieben am 1.06.2006 von Conni Kreißl

Der Verdauungsapparat bzw. Verdauungstrakt oder Apparatus digestorius beginnt mit dem Mund und hört mit dem After auf. In ihm werden alle Organe zusammengefasst, welche der Aufnahme, Zerkleinerung und dem Transport der Nahrung dienen, um diese zu verdauen und für den Körper brauchbar zu machen. Damit dient die Verdauung dem Stoffwechsel. Wobei der untere Teil des Verdauungstraktes überwiegend der Resorption von Wasser und der Ausscheidung der unverdaulichen Nahrungsbestandteile dient.
Der Verdauungsapparat kann ganz klassisch in einen Kopf- und einen Rumpfteil unterteilt werden. Zum Kopfteil gehören dabei die Mundwerkzeuge wie Lippen, Zähne und Zunge, die Speicheldrüsen und der Schlund. Der Rumpfteil ist da schon größer, zu ihm gehören die Speiseröhre, der Magen-Darm-Trakt, der Magen, der Zwölffingerdarm, der Dünndarm mit Leerdarm und Krummdarm, der Dickdarm mit Blinddarm, Wurmfortsatz und aufsteigendem, querverlaufendem und absteigendem Grimmdarm sowie Mastdarm, der After mit seinem Venengeflecht und die Anhangdrüsen. Zu denen zählen die Verdauungsdrüsen Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse.
Denn der Verdauungsapparat beginnt zwar wie erwähnt mit dem Mund und endet mit dem After, dazwischen liegen aber überaus wichtige Stationen wie die Speiseröhre, der Magen und der Darm. Damit alles ordentlich funktioniert reihen sich dazwischen allerdings noch Verdauungsunterstützende Organe ein, wie die Zähne, die Zunge, die Speicheldrüse, die Leber, die Gallenblase und die Bauspeicheldrüse.
Wobei die Verdauung eigentlich nichts anderes ist, als die Auflösung der Nahrung mit Hilfe von Verdauungsenzymen, bei der durch chemische Spaltung hochmolekularer Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette niedrigmolekulare Verbindungen wie Fettsäuren und Aminosäuren entstehen. Welche zum Teil in Energie umgewandelt und auch bei der Produktion von neuer Körpersubstanz eingesetzt werden, indem sie nach ihrem chemischen Veränderung in die verschiedensten Zellstrukturen einbaut werden.
Dieser ganze Verdauungsvorgang dauert, je nach ihrer Zusammensetzung, der körperlichen Bewegung und der psychischen Verfassung, so ungefähr zwischen 60 und 120 Stunden, also ca. 2,5 bis 5 Tage. Wobei die Nahrung zunächst im Magen bleibt, anschließend den Dünndarm und den Dickdarm passiert. Dann allerdings Zwischenstation im Mastdarm macht, von dem aus die unverdaulichen Nahrungsreste zum After gelangen um sie auszuscheiden. Dazu möchte ich noch erwähnen, das der Durchschnittsmensch deswegen neun Monate seines Lebens auf der Toilette verbringt.
Was nun aber ganz genau abläuft, kommt hier. Als erstes wird die Nahrung im Mund von den Zähnen mechanisch zerkleinert und mit Hilfe der Speicheldrüsen gleitfähig gemacht. Dabei beginnen die ersten Enzyme bereits mit Abbau der Kohlenhydrate. Nach dem Schlucken verhindert das Schließen des Kehldeckels, das Nahrung in die Luftröhre gelangen kann. Die so von der Mundhöhle in die Speiseröhre gelangte Nahrung wird von da aus durch Muskelbewegungen in wenigen Sekunden durch den Magenmund in den Magen gepresst. Dieser fasst ca. 1,5 Liter Inhalt und ist von zahlreichen Drüsen durchsetzt. Die aus diesen Drüsen ausgestoßenen Enzyme, fördern die Verdauung und die Aufnahme der Nährstoffe. Zusätzlich treiben die längs-, ringförmigen und schrägverlaufenden Muskelschichten der Magenwand den Nahrungsbrei langsam durch den Magenausgang zum Dünndarm hin. In diesem Hauptabschnitt des Verdauungstrakts, der mit dem Zwölffingerdarm anfängt und weiter über den Leerdarm zum Krummdarm geht, sind die Dünndarmzotten, welche bei der Resorption der Nahrung helfen. Hier mündet die Galle in den Zwölffingerdarm, die der Fettverdauung dient und hier befindet sich auch die Bauchspeicheldrüse, welche den sauren Speisebrei neutralisiert. Im Leerdarm, der etwa ein fünftel des Dünndarms ausmacht, wird die Resorption der Nährstoffe fortgesetzt. Im Krummdarm werden 90% der zur Emulgierung verwendeten Gallensäure wieder rückresorbiert und über die Pfortader neuerlich der Leber zugeführt. Von da aus gelangt die Nahrung zum Dickdarm, der keine Zotten besitzt und wo 80-90% des eingeführten Wassers entzogen werden um den etwas dünnflüssigen Inhalt des Dünndarms einzudicken. Nebenbei leiten die Colibakterien die sich im Dickdarm befinden die Fäulnisprozesse von Eiweiß ein, spalten die Zellulose unter Gasentwicklung und zusätzlich liefert die sogenannte Darmflora die wichtigen Vitamine B und K. An den Dickdarm endet auch der Blinddarm mit dem Wurmfortsatz, welche eine wichtige Abwehrfunktion erfüllen und Krankheitserreger abfangen. Zwischen Dünn- und Dickdarm verhindert die Blinddarmklappe den Rückstau des Darminhalts. So das alle unverdaulichen Reste zu Kotballen geformt, mit Schleim überzogen und durch den Mastdarm zum After geschoben werden. Dieser wird durch den Schließmuskel verschlossen gehalten, womit er dem Menschen eine weitgehende Kontrolle des Zeitpunkts der Darmentleerung ermöglicht.