Anatomie - Wirbelsäule

Geschrieben am 1.06.2006 von Conni Kreißl

Die Wirbelsäule ermöglicht die aufrechte Haltung des Menschen, trägt sämtliche Rippen und die oberen Gliedmaßen sowie den beweglichen Schädel, stützt den Schulter- sowie den Beckengürtel und umgibt schützend das Rückenmark. Sie durchzieht den Rumpf wie eine geschwungene Säule, ist jedoch kein starrer Knochenstab, sondern eher eine doppelt S-förmige bewegliche und elastische Achse des Körpers. Dabei verläuft das erste S direkt vom Beginn des Halsabschnitts bis etwa zur Brustmitte und das zweite S reicht von der Brustmitte bis zum Steißbein. Durch diese Form hält sie hohe Belastungen aus, fängt Erschütterungen auf, die zum Beispiel beim Laufen, Rennen und Springen entstehen und kann sogar starke Stöße abfedern.
Sie setzt sich aus 33 bis 34 einzelnen, übereinander angeordneten Wirbeln zusammen und ist daher äußerst beweglich und zeichnet sich gleichzeitig durch ein hohes Maß an Elastizität aus. Zusätzlich wird ihre Beweglichkeit noch durch Muskeln und Bänder und die elastischen Knorpelplättchen die zwischen den Wirbeln liegen erhöht, die man Zwischenwirbelscheiben oder Bandscheiben nennt. Diese wirken buchstäblich wie Stoßdämpfer und fangen damit die meisten Stöße federnd auf, aber sie vermeiden obendrein auch die Reibung der harten, knöchernen Wirbel aneinander.
Die Wirbelsäule setzt sich aus sieben Halswirbeln, zwölf Brustwirbeln, fünf Lendenwirbeln, fünf Kreuzbeinwirbeln und dem Steißbein, welches aus drei bis vier Steißwirbeln besteht, zusammen. Diese Unterteilung bedingt die Aufteilung der Wirbelsäule in die Abschnitte Hals- bzw. HWS, Brust- bzw. BWS und Lendenwirbelsäule bzw. LWS. Wobei der Halsbereich nach vorne und der Brustteil nach hinten gebogen ist, der Lendenbereich sich nach vorne krümmt und das Kreuzbein sich wider nach hinten biegt. Dabei sind alle Wirbel egal ob vom Hals-, Brust- oder Lendenabschnitt gegen einander beweglich, so das man zum Beispiel den Rumpf vorwärts, rückwärts und seitwärts beugen kann. Womit die Wirbelsäule nachweislich gerade im Bereich der Lendenwirbel besonders beweglich ist. Andererseits sind die fünf Kreuzbeinwirbel zum Kreuzbein hin verwachsen und die 4 oder 5 Steißbeinwirbel bilden gemeinsam das kurze Steißbein.
Ein einzelner Wirbel besteht im allgemeinen aus dem Wirbelkörper mit der Grund- sowie Deckplatte und dem im Knochen befindlichen Knochenmark. Aus den seitlich nach hinten gerichteten Bogenwurzeln, dem Wirbelbogen der das Wirbelloch umschließt und dem nach hinten gelegenen Dornfortsatz. Aber auch aus den paarig nach oben und unten gerichteten, ineinandergreifenden Gelenkfortsätzen sowie den seitlich links und rechts angeordneten Querfortsätzen. Welche im Bereich der Brust Gelenkflächen besitzen, an denen die Rippen ansetzen. Dabei bildet die zentral in der Mitte gelegene Öffnung der Wirbelknochen den Wirbelkanal, welcher dem darin liegenden Rückenmark und seinen Häuten perfekten Schutz bietet. Durch die seitlich gelegenen Wirbellöcher treten dagegen die peripheren Nerven aus der Wirbelsäule heraus. Zwischen je zwei benachbarten Wirbeln wird dagegen durch eine Einschnürung der Wirbelbogens rechts und links ein Loch gebildet, welches man auch das Zwischenwirbelloch nennt und durch das die Rückenmarks-Nerven austreten. Weswegen schwere Verletzungen der Wirbelsäule, bei denen das Rückenmark geschädigt wird, zum Querschnittsyndrom führen können. Außerdem sind die vom Wirbelkörper abgehenden bauchwärts gerichteten Eingeweidespangen in der Brustregion als Rippen beweglich mit den Wirbeln verbunden. Der Dornfortsatz springt dagegen nach hinten bis unter die Haut des Rückens vor und kann dort ertastet werden.
Die zwischen den Wirbeln liegenden Zwischenwirbelscheiben bzw. Faserknorpelscheiben, welche die Wirbelkörper untereinander verbinden, besitzen eine Kollagenfaserige äußere Schicht und einen von Faserknorpeln umhüllten Gallertkern.
Die Wirbelsäule wird mit Hilfe der Rückenmuskeln aufrecht gehalten, welche verkümmern, wenn man zu häufig krumm sitzt, krumm geht oder sich zuwenig bewegt. Die daraufhin meist entstehenden Haltungsschwächen, können sich unter Umständen auch zu Haltungsschäden entwickeln.