Refraktionsanomalien

Geschrieben am 11.08.2006 von Conni Kreißl

Refraktionsanomalien sind Abweichungen des Auges in Bezug auf die Abmessung und die Brechkraft, welche nicht durch Akkommodationsänderungen bedingt sind. Diese Anomalien findet man nicht bei normalen Augen, bei denen die Abmessungen und die Brechkraft perfekt aufeinander abgestimmt sind, damit die Abbilder exakt auf der Netzhaut erfolgen können.
Dazu muss man wissen, das dieses normale bzw. gesunde Auge, das auch als emmetrop bezeichnet wird, eine ungefähre durchschnittliche Länge vom Hornhautscheitel bis zur Sehgrube Fovea von 24 mm aufweist. Wodurch der gesunde, normale dioptrische Apparat, der sich aus Hornhaut, Kammerwasser, Linse und Glaskörper zusammensetzt, auch im akkommodationslosen Zustand einen unendlich fernen Punkt scharf auf der Fovea abbilden kann.
Die Abweichungen davon bzw. die Refraktionsanomalien sind nun alle Differenzen bei denen das Verhältnis der Brechkraft zur Bulbuslänge bzw. zur Augapfellänge zu klein oder zu groß ist. Die Ursache für diese Unregelmäßigkeiten kann bei normaler Brechkraft eine veränderte Augapfellänge sein, was man Achsenametropie nennt und bei normaler Augapfellänge eine veränderte Brechkraft, was man dann als Brechungsametropie bezeichnet.
Von diesen beiden ausgehend unterscheiden die Experten heute zwei Anomaliearten die als Folge der Ursachen entstehen. Das ist einerseits die Myopie bzw. Kursichtigkeit, die durch zu große Brechkraft oder einen zu langen Augapfel entsteht und andererseits die Hyperopie bzw. Weitsichtigkeit, welche sich durch zu geringe Brechkraft oder durch einen zu kurzen Augapfel bildet.
Bei der Myopie bzw. Kursichtigkeit treffen sich die Lichtstrahlen, die aus dem Unendlichen kommen also genau parallel ins Auge fallen, schon vor der Netzhaut, wodurch dann keine scharfen Bilder auf der Netzhaut wiedergegeben werden. Einrichtig scharfes Bild kann ohne eine Akkomodation dann nur entstehen, wenn die Lichtstrahlen ausgehend vom Ursprung direkt ins Auge fallen und von einem Punkt in der Nähe ausgehen, den man auch Fernpunkt nennt. Diesen Punkt kann man bestimmen und mit ihm errechnen um wie viele Dioptrien die Brechkraft des Auges von der eines emmetropen bzw. normalen, gesunden Auges abweicht. Womit man dann die Stärke der Refraktionsanomalie genau in Dioptrien angeben kann, was den Medizinern hilft entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um diese Anomalie wieder auszugleichen.
Um das zu korrigieren gleicht man die im Verhältnis zur Augapfelachse zu große Brechkraft mit einem gleich starken Konkavglas aus, womit man dann eine Brille für das perfekte Sehen in der Ferne nutzt. Einen Punkt der in der Nähe ist, kann der Betroffene allerdings auch ohne diese Brille sehr gut erkennen, falls dieser nicht kleiner ist als die für gewöhnlich normale Leseentfernung.
Bei der Hyperopie bzw. Weitsichtigkeit müssen die Lichtstrahlen zusammen bzw. vereint ins Auge einfallen um ein korrektes Bild auf der Netzhaut zu erzeugen. Wobei die Strahlen von einem virtuellen Punkt hinter dem Auge kommen und der Fernpunkt nur virtuell vorhanden ist. Dabei können Gegenstände in der Ferne allerdings durchaus scharf gesehen werden. Außerdem kann die Weitsichtigkeit durch eine entsprechende starke Brechung des Lichts bzw. eine Akkommodation ausgeglichen werden. Wobei die Scharfeinstellung auf einen nahen Punkt nur mit dem Rest der Akkommodationsbreite erfolgt, womit der Nahpunkt jedoch vom Auge wegrutscht. Wenn dieser Punkt dabei allerdings über die Leseentfernung hinausrutscht muss er mit Konvexgläsern korrigiert werden. Was jedoch zu Kopfschmerzen führen kann, da das Auge des Weitsichtigen bereits für die Wahrnehmung bzw. das Sehen in der Ferne akkommodieren muss und dadurch eine Überlastung des Zilarmuskels entstehen kann.