Eisen - Allgemein

Geschrieben am 17.08.2006 von Conni Kreißl

Das Spurenelement Eisen dient dem Menschen nicht nur seit Urzeiten zur Herstellung von Werkzeugen, Geräten und Waffen, es ist auch überaus wichtig für die Versorgung seines Organismus mit Sauerstoff. Deswegen ist seine positive Wirkung auch in der Medizin seit langem bekannt, denn bereits die alten Ägypter beschrieben um 1500 vor Christus Fälle von Eisenmangel und selbst der allbekannte Paracelsus setzte dieses metallische Element in der Medizin ein.
Eisen ist erwiesenermaßen das häufigste Spurenelement im menschlichen Organismus, es hat viele wichtige Funktionen. So wird es für den Transport von Sauerstoff und für dessen Speicherung benötigt und sorgt für ein starkes Immunsystem.
Das Spurenelement Eisen kommt im Organismus überwiegend als Fe++ bzw. 2-wertiges Eisen oder aber als Fe+++ bzw. 3-wertiges Eisen vor. Dieses ist im Blut, oder besser gesagt in den Erythrozyten bzw. roten Blutkörperchen, im Hämoglobin bzw. roten Blutfarbstoff, im Myoglobin, welches das Sauerstoffdepot der Muskeln darstellt, in Leber und Milz sowie im Knochenmark enthalten. Überdies ist es ein wesentliches Element für die Oxidationsabläufe der Zellen, wird zur Bildung von Hämoglobin benötigt und es sorgt wie oben schon erwähnt überlebenswichtigerweise für den Transport des Sauerstoffs in alle Körperregionen und trägt gleichzeitig zu seiner Speicherung bei. Außerdem ist Eisen ein unerlässlicher Bestandteil vieler Enzyme, wie beispielsweise von Katalasen und Peroxidasen, welche die sogenannten Wasserstoffperoxide als Produzenten der schädlich wirkenden Freien Radikalen zerstören können. Eisen spielt auch eine überaus wichtige Rolle in der zellulären Immunabwehr und beim Schutz gegen Infektionen. Von seiner ausreichenden Existenz ist die Leistung eines jeden Muskels im Körper abhängig.
Dafür sollte man wissen, das der Körper eines Erwachsenen permanent insgesamt 2,5 bis 4 Gramm Eisen enthalten sollte, wovon der Hauptteil bzw. 65 bis 73 Prozent im Hämoglobin gebunden ist. Da schon vier Milliliter Blut zwei Milligramm Eisen enthalten, können bereits geringe Blutverluste zu großen Eisenverlusten führen. Diese Einbußen können jedoch durch Eisenhaltige Nahrungsmittel wie Brot, Fleisch und Wurstwaren erfahrungsgemäß schnell wieder ausgeglichen werden. Schwierig wird das schon eher bei Vegetariern, da pflanzliche Lebensmittel zwar teilweise Eisen enthalten dieses jedoch nur ausgesprochen schlecht vom Körper verwertet wird. Denn bei der Eisenzufuhr ist nicht nur das entscheidend was man futtert sondern auch der Grad der Verwertung dieser Nahrungsmittel. So sollte man wissen, das Eisen aus Fleisch mit einer Resorptionsrate von 23 bis 35 Prozent wesentlich besser aufgenommen wird als Eisen aus Pflanzen, von dem sich nur 3 bis 8 Prozent verwerten lassen. Andererseits verbessern Vitamin C haltige Lebensmittel und Säfte, Fruktose, Zitrate und einige Aminosäuren die Aufnahme von Eisen im Körper. Weshalb vor allem Veganer die selbst auf Eier und Milch verzichten diese Tatsache nutzen und außerordentlich Eisenhaltige Gemüsesorten wie Wirsing, Spinat, Bohnen und Erbsen essen sollten um ihren täglichen Bedarf von ungefähr 15 mg Eisen sicher abzudecken. Wobei der tägliche Eisenbedarf von 15 mg auf dem natürlichen Eisenverlust von 1 bis 2 mg pro Tag basiert, der bei gebärfähigen Frauen durch die Menstruation sogar noch um etwa 15 mg pro Monat höher ist.
Die Aufnahme von Eisen kann allerdings auch durch einige Stoffe in der Nahrung gehemmt werden. Das ist zum Beispiel bei der Phytinsäure der Fall, die in Getreide, Reis und Soja enthalten ist, aber auch bei der Oxalsäure im Spinat, bei den Tanninen im schwarzen Tee und Kaffee sowie bei den Alginaten, die sich in Fertigprodukten, Speiseeis, Puddingpulver und Fertigsuppen befinden. All diese verringern die Aufnahme von Eisen enorm.
Andererseits besteht nicht nur während der Schwangerschaft und Stillzeit sondern gerade bei Säuglingen und Kleinkindern bis zu 2 Jahren sowie in der Pubertät ein Mehrbedarf an Eisen. Dieser Bedarf wird allerdings durch eine inneren Regulierung ausgeglichen, welche bei Eisenmangel deutlich mehr Eisen aus der Nahrung filtert als bei ausreichend gefüllten Eisenspeichern. Trotzdem ist Eisenmangel in den Industrieländern neben dem Jodmangel das am häufigsten auftretende Defizit bei den Mineralstoffen.