Eisenmangel Allgemein

Geschrieben am 18.08.2006 von Conni Kreißl

Das Spurenelement Eisen ist der Problemnährstoff Nummer eins. Er ist lebenswichtig und muss mit der Nahrung aufgenommen werden, weshalb ziemlich häufig zu einem Mangel an Eisen im Körper kommen kann. Das Eisen aus der Nahrung wird vorwiegend erst einmal im Magen-Darm-Trakt resorbiert und geht von da aus dann in die Blutbahn bzw. ins Blut über. Aufgrund dieser unumstrittenen Tatsache ist eine ausreichende Aufnahme von Eisen über eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung äußerst wichtig und geradeheraus überlebensnotwendig. Denn Eisen wird unter anderem für die Atmung, die Zellteilung, zum Sauerstofftransport im Blut, zur Bildung neuer Blutkörperchen sowie zur Energiegewinnung benötigt. Außerdem ist Eisen ein ausschlaggebender Bestandteil des Immunsystems und befindet sich mithin zu 71 Prozent im roten Blutfarbstoff Hämoglobin.
Eisenmangel entsteht demzufolge durch falsche Ernährung, mitunter aber auch durch eine zu geringe Nahrungsaufnahme, da täglich geringe Mengen an Eisen über den Darm, die Haut und die Nieren verloren gehen, die wieder ersetzt werden müssen. Passiert das nicht leeren sich die Eisenspeicher des Körpers allmählich, womit sich ein Eisenmangel entwickelt der mit der Zeit zu Gesundheitsschäden führt. Denn sobald nicht genug Eisen vorhanden ist, kann der Sauerstoff nicht transportiert werden, wodurch die Zellen nicht genug Sauerstoff bekommen, was zu irreparablen Schäden führen kann. Deshalb erhöht sich bei Eisenmangel die Bindungsbereitschaft des normalerweise nur zu einem Drittel ausgelasteten Proteins Transferrin, womit sich folgerichtig auch die Eisenkonzentration im Blut wieder anhebt. Ist dann genügend Eisen vorhanden verringert sich die Aufnahmekapazität allmählich wieder, bis sie einen idealen Stand erreicht hat. Isst man allerdings zu wenige Nahrungsmittel die Eisen enthalten, wie Vegetarier, Veganer oder aber Diätwütige kann zu schwerwiegenden Problemen kommen.
Auf alle Fälle sollte die empfohlene Dosis pro Tag bei Männern ungefähr 10 mg, bei Frauen 15 mg, bei Stillenden 20 mg und bei Schwangeren etwa 30 mg eingehalten werden. Dies ist notwendig, da der Körper nur etwa ein Zehntel des mit der Nahrung aufgenommenen Eisens resorbieren kann. Demzufolge muss die Zufuhr dann auch höher sein, damit der Körper genug Eisen speichern kann und nebenbei noch genug für alle lebenswichtigen Aufgaben im Organismus übrig bleibt.
Eisenmangel wird allerdings auch durch Blutverluste verursacht, die bei extrem heftigen Menstruationsblutungen und bei Magen-, Darmblutungen auftreten und da sind nicht nur die sogenannten akuten Blutungen gemeint. Hierbei sind insbesondere die eher unauffälligen geringen, chronischen Blutungen gemeint, die nur als verstecktes Blut im Stuhl nachweisbar sind. Fernerhin sind ausgerechnet Säuglinge, die lange ausschließlich mit Milch ernährt werden, mangelgefährdet. Außerdem besteht ein erhöhter Bedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit und in der Wachstumsphase.
Dieser Eisenmangel kann zu Blutarmut, mit blasser Haut und Schleimhaut, Kurzatmigkeit, Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Magen-Darmbeschwerden, Rissigen Mundwinkeln, Zungenbrennen, Schluckbeschwerden, Sodbrennen, Haarausfall, brüchigen Fingernägeln und im Extremfall zum Kreislaufzusammenbruch führen.
Weshalb man bei festgestellten Mangelerscheinungen seine Ernährung passend umstellen und sich eventuell wenn nötig entsprechende Eisenpräparate verordnen lassen sollte. Dazu gehört Nahrung wie Fleisch, Fisch, Geflügel, Innereien, Getreide, Brot, Gemüse und manche Hülsenfrüchten, wobei der Organismus tierisches Eisen weitaus besser aufnehmen kann als pflanzliches Eisen. Andererseits sollten Eisenpräparate niemals auf eigene Faust und ohne Ärztliche Betreuung eingenommen werden, da es zu einer Überdosierung kommen kann die genauso schlimm ist wie ein Mangel.
Diese Eisenpräparate gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen, angefangen von Saft über Brausetabletten oder Kapseln bis hin zu 100 bis 300 mg Tabletten. Diese Arzneimittel sollten etwa eine Stunde vor oder zwei Stunden nach der Mahlzeit eingenommen werden damit sie ihre Wirkung optimal entfalten. Zusätzlich erhöhen auch Fruchtsäfte und Vitamin C die Eisenaufnahme, wobei es da mitunter zu Nebenwirkung kommt wie zu Magen-, Darm- beschwerden und zu einer Schwarzfärbung des Stuhls. Für Betroffene, die unter einer Eisenaufnahmestörung im Darm leiden, gibt es auch die Möglichkeit von Injektionslösungen um den Mangel zu behandeln. Denn wenn über längere Zeit ein Missverhältnis zwischen Eisenbedarf und Eisenaufnahme besteht führt dieses zwangsläufig zur Entwicklung einer Eisenmangelanämie. Welche sich stufenweise von der Erschöpfung der physiologischen Eisenspeicher, über die Beeinträchtigung des Transport-Eisen, bis hin zur Blockierung der Blutbildung entwickelt, was auch negative Auswirkungen auf bestimmte Gehirnfunktionen hat.