Eisenmangel Diagnose

Geschrieben am 20.08.2006 von Conni Kreißl

Eisenmangel Patienten sehen meist ziemlich blass aus, aber sie weisen dessen ungeachtet nicht den gelblichen Hautton auf wie Betroffene der Bösartigen Vitamin B12 Anämie. Sie sind schnell erschöpft und müde, haben eine trockene Haut, verstärkten Haarausfall und spröde rissige Fingernägel. Außerdem kommt es bei den Betoffenen häufig zu Einrissen in den Schleimhäuten wie der Nasenschleimhaut und Rachenschleimhaut und dadurch auch zu Schluckbeschwerden. Da all diese Beschwerden aber auch bei anderen Erkrankungen auch auftreten können ist eine genaue Diagnose dringend erforderlich.
Um einen Eisenmangel diagnostizieren zu können muss man erst einmal wissen, das dieser in unterschiedlichen Formen auftritt bzw. Stufenweise erfolgt.
Da ist zunächst der sogenannte prälatente Eisenmangel zu nennen, als allererste Stufe der Mangelerscheinungen, welcher durch die Erschöpfung der physiologischen Eisenspeicher bzw. durch die Dezimierung der Speichereiweiße Ferritin und Hämosiderin entsteht. Dem folgt bei nichteingreifen der sogenannte latente Eisenmangel, welcher sich aus einer völlig erhöhten Eisenbindungskapazität, einer zu niedrigen Eisenkonzentration im Blut und aus der daraus folgenden Beeinträchtigung des Eisentransportes entwickelt. Und wenn dann immer noch kein Eingriff erfolgt, kommt es zum manifesten Eisenmangel. Der durch sehr gefährlich erniedrigte Hämoglobin-Werte und eine starke Beeinträchtigung der Bildung und Entwicklung der wichtigen Erythrozyten bzw. roten Blutkörperchen ausgelöst wird. Denn dieses namhafte Hämoglobin, ist nicht nur ein auffallend großes Eiweißmolekül mit etlichen tausend Atomen, es besteht auch zu sechs Prozent nur aus Eisen, welches die Sauerstoffbindungsstelle ist, ohne die das Blut den aufgenommenen Sauerstoff weder binden noch zu den Zellen hin transportieren könnte.
All diese Veränderung sind am besten und einfachsten beim Blutbild an den Werten vom Hb, MCV und MCH und ebenso an bestimmen Blutparametern des Serum-Ferritin, Transferrin TEBK und der Transferrin-Fe-Sättigung zu erkennen. Wobei Hb für das Hämoglobin steht, MCV für den Hämoglobin-Gehalt der roten Blutkörperchen und MCH für den Volumen-Inhalt der roten Blutkörperchen. Dieses Serum-Ferritin ein wichtiger Parameter für Störungen des Eisenstoffwechsels ist, Transferrin ein Eiweißstoff ist, an den sich Eisen ankoppelt und das TEBK die totale Eisenbindungskapazität aufzeigt. Alle diese Angaben offenbaren dem Arzt der den Patienten untersucht die Art und Weise der Erkrankung am bequemsten.
Andererseits hat der untersuchende Mediziner auch die Möglichkeit einen Mangel an Eisen über eine Knochenmarksbiopsie zu diagnostizieren. Allerdings wird diese Art der Indikation heutzutage nur noch sehr selten durchgeführt, da sie schon allein nur im Vergleich zum Serum-Ferrin-Wert ausnehmend wenige neue Informationen liefert und darüber hinaus für den Patienten vergleichsweise auch noch äußerst belastend ist.
Um aber die genaue Ursache des Symptoms Eisenmangel festzustellen, gibt es noch ganz andere Formen von Untersuchungsarten. Da ist einerseits die in der Hamburger Ambulanz für Eisenstoffwechsel verwendete Methode, bei der 59Fe zur Markierung des sogenannten Eisenstoffwechsels verwendet wird. Wobei diese Methode an teure Spezialgeräte wie den Ganzkörperzähler gebunden ist und man damit auch schwierige Fälle untersuchen kann, bei denen man mit den Blutparametern allein nicht mehr weiter kommt.
Andererseits nutzen manche auch die Differentialdiagnose, bei der einesteils verschiedene Werte vom Hb über, TEBK und MCV miteinander verglichen und ausgewertet werden. Hier stellt der Serum-Transferrin-Rezeptor aber zusätzlich noch einen geeigneten diagnostischen Parameter dar, um einen mutmaßlichen Gewebe-Fe-Mangel anzuzeigen, ohne dabei durch andere Einflüsse gestört zu werden.
Angrenzend ist jedoch auch eine endoskopische Abklärung bzw. Magen-Darmspiegelung oder Dickdarmspiegelung sinnvoll um bei jeder unklaren Eisenmangelanämie eventuelle makroskopisch erkennbare Ursache zu erfassen, welche häufig durch nicht wahrnehmbare Blutungen entstehen. Dies ist notwendig um für den Betroffenen Patienten eine geeignete Therapie auswählen zu können, die gleichzeitig die Ursache und die Symptome behandelt.