Eisenmangel Entstehung

Geschrieben am 21.08.2006 von Conni Kreißl

Das Element Eisen ist gleich nach dem Aluminium das am meisten vorkommende Metall in der Erdkruste und dazu noch das am stärksten Vertretene Spurenelement im Körper des Menschen. Seine Fähigkeit Sauerstoff zu binden, schafft ihm nicht nur in der Natur sondern besonders in der Biologie eine Schlüsselrolle die einmalig ist.
Trotzdem und vielleicht gerade aus diesem Grunde gibt es viele verschiedene Ursachen für die Entstehung von Eisenmangel, die meist mit einer ungenügende Eisenzufuhr oder aber einem erhöhten Eisenverlust zu tun haben.
Am häufigsten ist dabei eine falsche oder ungenügende Ernährung schuld, wobei besonders Frauen betroffen sind, da 50 Prozent aller Frauen erwiesenermaßen keinerlei Reserveeisen besitzen und dies bei den anderen 50 Prozent auch nur unzureichend vorhanden ist. Dazu kommt noch, das Frauen aus den meistens nur 2000 Kalorien die sie zu sich nehmen um schlank zu bleiben, nur gerade einmal 10 mg Eisen herausfiltern und davon nur 1 mg Eisen resorbieren, wodurch ein tägliches Defizit entsteht. Da Männer meist wesentlich mehr essen als Frauen, können sie ihren täglichen Eisenbedarf viel einfacher und schneller abdecken. Überdies besitzen sie fast immer gut gefüllte Eisenreserven.
Außerdem kommt es immer darauf an welche Nahrungsmittel man zu sich nimmt, es nützt nämlich überhaupt nichts 3000 Kalorien an Lebensmitteln in sich reinzustopfen die so gut wie kein Eisen beinhalten oder aber zu wenig. Man sollte da schon auf eisenhaltige Nahrung achten, wie Fleisch, Fisch, Geflügel oder zur Not auch Gemüsesorten wie Wirsing, Spinat, Bohnen und Erbsen um den täglichen Bedarf von ungefähr 15 mg Eisen sicher abzudecken. Dazu sollte man noch wissen das der Körper das Eisen aus Fleisch und Fisch wesentlich besser herausfiltern kann als aus Gemüse.
Andererseits gibt es bestimmte Stoffe in den Lebensmitteln welche die Aufnahme von Eisen hemmen, wie zum Beispiel die Phytinsäure die in Getreide, Reis und Soja enthalten ist, oder die Oxalsäure im Spinat, sowie die Tannine aus schwarzen Tee und Kaffee. Dazu gehören aber auch die Alginate, welche sich häufig in Fertigprodukten, Speiseeis, Puddingpulver und Fertigsuppen befinden. Weshalb es überhaupt nichts nützt haufenweise Spinat zu futtern um seinen Eisenvorrat aufzustocken, da dieser wesentlich weniger Eisen enthält als vielmals angenommen und dieses auch noch durch die Oxalsäure darin nicht einmal richtig heraus gefiltert werden kann.
Eisenmangel kann allerdings auch durch einen erheblich erhöhten Bedarf und den daraus resultierenden höheren Verbrauch an Eisen entstehen. Dies kommt besonders häufig bei Frauen während der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Jugendlichen in der Pubertät und auch bei Leistungssportlern vor.
Andererseits kommt es vor das zwar genügend Eisen zugeführt wird, der Körper aber nicht in der Lage ist dieses durch eine Aufnahmestörung im Darm zu resorbieren.
In manchen Fällen sind auch Blutungen irgendeiner Art für den Eisenmangel verantwortlich. Dazu gehören unter anderem chronische Blutungen im Magen-Darm-Trakt beispielsweise durch Geschwüre oder Tumore, starke Menstruationsblutungen oder aber Blutungen durch Hämorrhoiden. Des weiteren können Blutspenden, Blutungen bei Unfällen oder Operationen, die Einnahme von bestimmten Medikamenten, sowie ein Alkoholabusus ausgelöst durch den Missbrauch von Alkohol schuld an dem Mangel sein.
Mitunter sind auch chronische Erkrankungen, Infektionen, Hormonstörungen Rheuma, Krebs oder Infektionen ausschlaggebend, die eine genügende Eisenzufuhr verhindern bzw. einen überhöhten Bedarf durch einen gesteigerten Verbrauch verursachen. So kann bei Magen-Darm-Erkrankungen die Eisenaufnahme durch zu wenig Magensäure gestört sein oder bei Leberzirrhose Blutungen durch extrem erweiterte Blutgefäße einen Eisenmangel bewirken. Aber auch mancherlei Arzneimittel wie beispielsweise Antibiotika, einige entzündungs- und schmerzhemmende Medikamente oder ein Mangel an Vitamin B6 können unter Umständen Eisenmangel verursachen.
Bei all diesen Möglichkeiten ist es nicht sehr verwunderlich das Eisenmangel weltweit als die häufigste Mangelkrankheit überhaupt gilt.