Eisenmangel im Alter

Geschrieben am 21.08.2006 von Conni Kreißl

Das Eisen ist nicht nur das mengenmäßig häufigste, sondern auch das bedeutungsvollste und überlebenswichtigste Spurenelement im Stoffwechsel des Menschen. Es wird für den Transport des unentbehrlichen Sauerstoffs und dessen Speicherung gebraucht, ist ein sehr bedeutungsvoller Bestandteil des roten Muskelfarbstoffs Myoglobin und spielt eine überaus beachtliche Rolle in der zellulären Immunabwehr und beim Schutz gegen allerlei Infektionen. Dazu ist er auch ein wesentliches Grundelement für die Oxidationsabläufe in den Zellen und wird zur Bildung bzw. Herstellung von Hämoglobin sowie zur Aufrechterhaltung der Funktion der Haut- und Schleimhautzellen benötigt.
Da das Eisen jedoch ausschließlich über die Nahrung aufgenommen werden kann und eine häufige Störung der Eisenbilanz erfahrungsgemäß zur Entwicklung eines Eisenmangels führt, ist es auch nicht sonderlich verwunderlich das gerade ältere Menschen häufig unter einem Eisenmangel leiden.
Denn einerseits essen alte Leute meist nicht sehr regelmäßig und obendrein noch zu wenig und nicht abwechslungsreich genug, sondern ihr Bedarf ist auch völlig anders als bei einem jungen oder Erwachsenen Menschen. Denn der Bedarf an Eisen hängt stark vom Alter und Geschlecht ab, auch wenn dies nicht immer nachvollziehbar ist.
So enthält der menschliche Organismus 3-5 g das Spurenelement Eisen überwiegend in der Form von Hämoglobin sowie in einer Reihe eisenhaltiger Enzyme und als Eisenressourcen gebunkert in den Speichereiweißen Ferritin und Hämosiderin. Wobei der tägliche Verlust an Eisen von 1 bis 2 mg durch Schweiß, abgestoßene Zellen und anderes über die Absorption von Nahrungseisen physiologischerweise wieder kompensiert werden sollte. Besonders da der Eisenbedarf in Zeiten eines starken Körperwachstums und der daraus resultierenden Vergrößerung des Blutvolumens, nach Blutspenden bzw. nach Blutverlusten aller Art sowie während der Menstruation, Schwangerschaft stark erhöht ist.
Andererseits ist ausgerechnet der alte Mensch bedingt durch die Häufigkeit von chronischen Erkrankungen im Alter extrem Einmangel gefährdet. Wobei die Diagnose eines Eisenmangel bei Älteren Menschen im Einzelfall äußerst schwierig sein kann, da der entscheidendeste diagnostische Parameter zur Feststellung eines Eisenmangel das Serum-Ferritin durch diese chronischen Erkrankungen vollständig überlagert werden kann. Hierbei ist allerdings mitunter der lösliche Transferrin-Rezeptor in diesem Serum ein guter und brauchbarer diagnostischer Parameter zur Beurteilung des funktionellen Eisenmangels.
Obwohl ältere Menschen in der Regel keinen erhöhten Eisenbedarf haben, ist die Häufigkeit von Eisenmangel im Alter in wirtschaftlich starken Kontinenten wie Europa, Nordamerika und Australien trotzdem erhöht. Dies zeigte eine Studie, die vor einiger Zeit an älteren Patienten in Hospitälern gemacht wurde, eindeutig. Diese Untersuchung bewies sehr anschaulich das ausgerechnet in diesem Personenkreis der Eisenmangel deutlich häufiger vorkommt als in der normalen Bevölkerung, allerdings offenbarte er auch das dieser Mangel in vielen Fällen nicht einmal genügend diagnostisch abgeklärt wurde.
Als Ursache für den Eisenmangel im Alter kommen die ungenügende Versorgung mit Eisen durch falsche oder unzureichende Ernährung oder durch unentdeckte bzw. schleichende Blutverluste in Betracht. Denn bei älteren Menschen ist das Risiko für eine mangelhafte Ernährung generell höher als bei jüngeren Erwachsenen. Da bei ihnen wesentlich häufiger physische, soziale, emotionale Probleme Einfluss auf den Appetit haben oder die verringerte Fähigkeit bei Kauf, Zubereitung und auch Verzehr eine angebrachte Ernährung verhindern können. Wichtig ist dabei auch der Sachverhalt, ob die betreffende Person alleine lebt, ob und wie sie den Einkauf und die Zubereitung organisiert und ob es medizinische Probleme gibt wie Schluckbeschwerden oder schlechte Zähne, welche die Nahrungsaufnahme enorm behindern können. Weshalb bei einem älteren Patienten eine ausreichende Ernährung mit Eisen auf Dauer nicht gewährleistet werden kann und meist mit Vitaminen und Mineralstoffen oder auch medikamentös mit niedrigdosierten Eisenpräparates nachgeholfen wird.
Zumindest sollten sich ältere Menschen regelmäßig auf Eisenmangel untersuchen lassen, da dieser Mangel auch ein Zeichen für unerkannte Krankheiten sein kann wie beispielweise auf Tumore im Darmtrakt oder Gastritis.