Eisenmangel Risikogruppen

Geschrieben am 21.08.2006 von Conni Kreißl

Hierbei gibt es viele völlig unterschiedliche Gruppierungen wie Kinder und Jugendliche im Wachstum, die Blutspender, Leistungs-Ausdauersportler, Hypokaloriker, Veganer oder die menstruierenden und schwangeren Frauen sowie die Alten Leutchen.
Denn bei diesen Gruppen reicht die Versorgung mit Eisen über die Nahrung häufig nicht aus, um den normalen bzw. erhöhten Eisenbedarf abzudecken. Bei denen genügen demzufolge bisweilen schon leichte Eisenmangelzustände um die Eisenreserven aufzubrauchen und Beschwerden wie Müdigkeit, Mattigkeit und die Abnahme der Konzentrationsfähigkeit hervor zurufen. Bei Heranwachsenden kann dieser Mangel sogar zu negativen Auswirkungen auf diverse Gehirnfunktionen der Wahrnehmung und des Denkens führen.
Wobei wir diese Gruppe gleich mal näher betrachten, denn ausgerechnet bei Kindern und Jugendlichen hängt der Bedarf an Eisen stark vom Lebensalter und Geschlecht ab. So ist der Eisenbedarf in den Wachstumsphasen zwischen dem 5. Monat und anderthalb Jahren und dann noch mal vom elften bis vierzehnten Lebensjahr besonders hoch. Denn gerade in dieser Zeit kommt es durch das kräftige Wachstum in kurzer Zeit zu einer starken Erhöhung der Blutvolumens und dadurch zu einem erhöhten Eisenbedarf für die Blutbildung und zu einer Zunahme der Muskelmasse. Obendrei geht bei den Mädchen durch die einsetzende Menstruation zusätzliches Eisen verloren. Ein Problem in der Eisenversorgung von Kindern und Jugendlichen ist auch der relativ geringe Anteil von Fleisch in der Ernährung, wobei Insbesondere Mädchen immer häufiger zu einer vegetarischen Ernährung tendieren. Eine hinreichende Versorgung mit Eisen im Wachstum ist jedoch aus einer rein vegetarischen Kost auf Dauer sehr problematisch. Weswegen in vielen Fällen ist eine zeitweise Prophylaxe mit einem Eisenpräparat anzuraten ist, um einem Eisenmangel vorzubeugen.
Wohingegen Blutspender bzw. Dauerblutspender erhebliche Mengen an Eisen durch diese Blutspenden verlieren. Wodurch bereits bei einer Spendenanzahl von maximal 6 mal 500 ml pro Jahr ein zusätzlicher Bedarf von 1 bis 6 mg Eisen pro Tag entsteht, welcher sich nur bei optimaler Ernährung ausgleichen lässt und häufig nur mit einer Eisentherapie zu behandeln ist.
Eine weitere Risikogruppe für Eisenmangel sind Sportler und da besonders die Leistungs- und Extremsportler. Ursache hierfür können leichte Magen-Darm-Blutungen unmittelbar nach Wettkämpfen oder intensiven Trainingseinheiten sein oder aber die vermehrte Bildung von Blut und Hämoglobin durch den höheren Bedarf an Sauerstoff den Sportler beanspruchen. Weshalb der Eisenbedarf bei Sportlern auch doppelt so hoch wie bei Nicht-Sportlern ist. Außerdem kommen noch zusätzliche Verluste durch vermehrte Schweißbildung in Frage und bei Ausdauersportlern werden obendrein noch, durch die mechanischen Einflüsse die beim ständigen Aufprall der Füße auf den Boden auftreten, die empfindliche roten Blutkörperchen zerstört und somit Hämoglobin freigegeben. Dieses Hämoglobin wird dann über Niere und Urin ausgeschieden oder zur Leber transportiert und ist durch Blut im Urin zu erkennen. Zudem kommen noch zerstörte Muskelfasern, wodurch der rote Muskelfarbstoff Myoglobin freigegeben wird, das der Sportler ebenfalls über den Urin ausscheidet. Außerdem wird das Eisen für die Umwandlung von Zucker in Energie benötigt, wodurch Sportler einen Mangel an Eisen mit Leistungsabfall Erschöpfung und eine unzureichenden Versorgung der Muskeln mit Sauerstoff bezahlt.
Die Hypokaloriker bzw. Wenig-Esser und die Veganer haben da eher das Problem das einfach zu wenig bzw. nur rein pflanzliche Nahrung zu sich nehmen, wodurch sich der Bedarf an Eisen allerdings nicht decken lässt. Das liegt einerseits an der verhältnismäßig schlechten Bioverfügbarkeit von pflanzlichem Eisen und andererseits an der unzureichenden Existenz von Eisen in diesen Nahrungsmitteln. Weshalb eine völlig fleischlose Ernährung zu schweren Eisenmangel führen kann.
Schwangere und menstruierende Frauen sowie und Frauen die ihr Kind stillen haben indes das sicherlich höchste Risiko, einen Eisenmangel zu entwickeln. Einerseits sind sie durch den Blutverlust während ihrer Regelblutungen gefährdet, andererseits muss die wachsende Gebärmutter mit Plazenta mit mehr Sauerstoff versorgt und der Fetus mitversorgt werden. Dazu kommt noch das in der Stillzeit der tägliche Bedarf an Eisen nochmals um einiges ansteigt, da ein ziemlich großer Anteil des Eisens für die Bildung der Muttermilch benötigt wird.
Bei älteren Menschen sind eher eine ungenügende Versorgung mit Eisen durch falsche bzw. ungenügende Ernährung und durch unentdeckte Blutverluste verantwortlich für den Mangel. Bei ihnen sind meist auch physische, soziale, emotionale Probleme schuld die Einfluss auf den Appetit haben oder ihre verminderte Eignung zum Einkaufen, Kochen oder Essen von bestimmten Speisen, sei es durch Körperlichen oder Geistigen Verfall.