Eisenmangel Therapie

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Geschrieben am 22.08.2006 von Conni Kreißl
Einerseits sollte bzw. muss jeglicher Eisenmangel so unverzüglich wie möglich behandelt und ausgeglichen werden, um Schäden zu vermeiden. Anderseits hilft mitunter schon eine umfassende, ausführliche auf den Patienten speziell zugeschnittene Ernährungsberatung inklusive einer sich daran anschließenden passenden Ernährungsumstellung um den Mangel auszugleichen.
Dazu gehören sehr stark Eisenhaltige Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Geflügel, Innereien aber auch weniger Eisenhaltige Nahrungsmittel wie Getreide, Brot, Gemüse und mancherlei Hülsenfrüchte. Wobei darauf zu achten ist das der Organismus tierisches Eisen auch bei weitem besser aufnehmen bzw. resorbieren kann als pflanzliches Eisen.
Demgegenüber sollten Eisenpräparate keinesfalls auf eigene Faust und ohne eine Ärztliche Betreuung eingenommen werden, da es dann schnell zu einer Überdosierung kommen kann die ebenso schlimme Folgen hat wie ein Mangel an Eisen.
Ist die Erkrankung allerdings schon soweit fortgeschritten das der Eisenmangel durch eine einfache Änderung der Ernährung allein nicht mehr regulierbar ist, wie beispielweise bei extremen Speichereisenmangel und bei Eisenmangelanämie, muss logischerweise eine medizinische Behandlung erfolgen.
Dazu sollte allerdings erst einmal eine Feststellung der Notwendigkeit für ein bestimmtes Verfahren festgelegt werden um eine geeignete Therapie zu finden. Diese besteht dann erfahrungsgemäß aus einer oralen Eisentherapie, wobei die Bioverfügbarkeit des Eisens in dem Medikament bei der therapeutischen Wertigkeit des Eisenpräparates entscheidend ist. Denn aufgrund der komplexen Chemie der Eisenionen in Wechselbeziehung mit den pH-Werten des Darmtraktes ist je nach Zusammensetzung der verschiedenen Eisenpräparate eine unterschiedliche Bioverfügbarkeit zu erwarten. Weshalb nur Eisenpräparate verwendet werden sollten die eine hinreichende therapeutische Wirksamkeit, angepasst an die jeweilige Bedürftigkeit des Betroffenen Patienten haben.
Dafür wird normalerweise zuerst einmal der Serum-Ferritin-Wert ermittelt, bei dem ein Wert von 35 bis 235 µg pro Liter als normal gilt, einer von 34 bis 12 µg pro Liter als zu niedrig und ein Wert unter 12 µg pro Liter als sicheres Zeichen für einen völlig entleerter Eisenspeicher. Hat man diesen Wert und den der Bioverfügbarkeit ermittelt, die bei einem gut bzw. normal bioverfügbaren Eisenpräparat von 100 mg Fe zwischen 7 und maximal 25 mg resorbierbaren Eisens liegt, kann man darauf die Therapie aufbauen und ein dementsprechend dosiertes Mittel verabreichen.
Wie schon oben erwähnt wird die oralen Gabe von Eisen bevorzugt da die parenterale bzw. die am Darm vorbeigehende Anwendung keinerlei Vorteile gegenüber der oralen aufweist, sondern eher äußerst problematische Nebenwirkungen hat, welche von Kopfschmerzen, Hitzegefühl, Kreislaufkollaps bis zum allergischem Schock wirklich alles beinhalten können. Trotzdem wird die parenterale mitunter bei Fällen angewandt wo die orale Eisentherapie nachgewiesenermaßen unwirksam ist oder wo durch gewisse Krankheiten die Aufnahme von Eisen über den Darm nur sehr eingeschränkt möglich ist. Diese durch Eiseninjektionen erfolgende Art von Therapie darf jedoch nicht bei Schwangeren durchgeführt werden um Schäden bei Mutter und Kind zu vermeiden.
Als guter Kompromiss zwischen einer ausreichenden Wirksamkeit und dem Auftreten von Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verstopfung und Durchfall hat sich eine Einzel- bzw. Tages-Dosis von 100 mg bewährt. Allerdings erfordert eine erfolgreiche Eisentherapie etwas Zeit und Geduld, da der Eisenmangel nicht von Heut auf Morgen verschwindet. So erreicht man der Ausgleich bei dieser empfohlenen Tagesdosis von 100 mg Eisen pro Tag ungefähr nach 3 Monaten, wobei das Auffüllen der Eisenspeicher noch einmal 3 Monate dauert. Weshalb niedrigere Dosierungen bzw. Präparate, die im Sinne eines Nahrungsergänzungsstoffes vergleichsweise geringe Mengen Eisen enthalten, als Therapiemittel nicht zu befürworten, da sie die Behandlungsdauer nur sehr stark verlängern würden.
Andererseits muss diese Dosis bei stark blutenden Patienten bis auf zu 200 bis 400 mg pro Tag erhöht werden um den Verlust der durch die Blutung entsteht aufzuheben. Am besten geeignet für eine Therapiebehandlung sind erfahrungsgemäß allerdings immer noch Eisenpräparate in magenfreundlicher Dragee, Tabletten- Tropfen- oder Saftform. Diese Mittel sollten Vorzugsweise ca. 30 Minuten vor oder auch 2 Stunden nach einer Mahlzeit genommen werden, da sie zusammen mit Nahrung aufgenommen zwar besser verträglich sind, aber eine geringere Wirkung haben. Zumal viele zu ihren Mahlzeiten Tee oder Kaffee trinken, was die Eisenaufnahme durch die darin enthaltenen Hemmstoffe noch zusätzlich blockiert. Andererseits können Vitamin C haltige Lebensmittel und Säfte, Fruktose, Zitrate und einige Aminosäuren die Aufnahme von Eisen im Körper jedoch auch verbessern.