Eisenstoffwechsel

Geschrieben am 23.08.2006 von Conni Kreißl

Da sowohl der Eisenmangel als auch die Eisenüberladung häufige Stoffwechselstörungen beim Menschen sind, ist ein ausgewogener Eisenstoffwechsel besonders wichtig. Zumal die Bedeutung des Spurenelements Eisen selbst heute ziemlich oft noch verkannt wird. Und das obwohl bereits die alten Ägypter um 1500 vor Christus Fälle von Eisenmangel beschrieben und selbst der berühmte Paracelsus Eisen in der Medizin einsetzte.
Außerdem werden sowohl der Eisenmangel als auch die Eisenüberladung in vielen Fällen gar nicht oder erst sehr spät diagnostiziert. Deswegen sollte man darauf achten das weder das eine noch das andere eintritt, wozu besonders eine ausgewogene und fleischreiche Ernährung beiträgt um einen ausgeglichenen Eisenstoffwechsel zu gewährleisten. Denn Eisen kann ausschließlich nur über die Nahrung aufgenommen werden, wobei fleischliches nicht nur mehr Eisen enthält als pflanzliches, es kann auch besser vom Körper verwertet werden.
Der Mensch nimmt jedoch nicht nur Eisen auf, sondern er verliert dieses auch täglich, sei es durch Blutverlust, Ausscheidungen jeglicher Art oder sonstiges. Demzufolge wird bei einem perfekten, gut funktionierenden und noch dazu ausgeglichenen Eisenstoffwechsel täglich genau soviel Eisen aus der Nahrung über den Darm aufgenommen, wie benötigt wird um den Eisenverlust zu ersetzen. Das heißt wenn man eventuell 1 bis 2 mg Eisen durch zum Beispiel Schwitzen verliert, müssen genau diese 1 bis 2 mg Eisen über die Nahrung wieder zugeführt werden um eine ausgewogene Eisenbilanz zu gewährleisten. Dies ist notwendig damit die ungefähr 400 bis 800 mg Speichereisen die sich als Reserveeisen in Muskulatur, Leber und Knochenmark befinden nicht angetastet werden, denn wenn diese Reserven erst einmal angefangen sind, ist der Weg zum Eisenmangel nicht mehr weit und der erwünschte ausgeglichene Eisenhaushalt im Eimer.
Das Problem ist daher nicht das eines einwandfrei funktionierenden und ausbalancierten Eisenstoffwechsels, sondern eher das der Mensch kein richtiges hochspezialisiertes Eisen-Verwaltungssystem besitzt und infolgedessen auf eine ausreichende Nahrungseisenzufuhr angewiesen ist. Dazu kommt auch noch, das die zum Darm gehörende Eisenabsorption beim Menschen sehr ineffektiv ist, da die Löslichkeit von anorganischem also pflanzlichen Eisen ziemlich gering ist und durch ein Enzym erst von dreiwertigen Eisen zu zweiwertigen Eisen umgewandelt werden muss. Dieses ist bei den chemischen Bedingungen im Darm jedoch äußerst schwierig.
Da jedoch gerade Jugendliche viel zu wenig Fleisch essen, aber einen erhöhten Verbrauch haben, Veganer und Vegetarier sogar gar keine fleischliche Nahrung zu sich nehmen und auch viele Diäten fleischlos sind, ist das mit der ausgewogenen Ernährung schon einmal außerordentlich schwierig. Zudem gerade in den Ländern der sogenannten Dritten Welt die rein pflanzliche Ernährung vorherrscht, weshalb Eisenmangel auch die weltweit häufigste Mangelkrankheit ist.
Bei einem normalen Eisenhaushalt und einem entsprechenden Eisenstoffwechsel enthält der menschliche Körper idealerweise nahezu 3 bis 5 g Eisen in Form von 70 % Hämoglobin, 11 % Eisen-Enzymen und 19 % Depot-Eisen gespeichert in Ferritin und Hämosiderin. Das heißt jede einzelne Zelle enthält eine Reihe von eisenhaltigen Proteinen und Enzymen, wobei sich insbesondere in der inneren Membran der Mitochondrien eisenabhängige Proteine befinden. Andererseits beteiligen sich bestimmte Proteine aber auch direkt am Eisenstoffwechsel, wie die Transferrine, welche eisenbindende Proteine sind, die im Blutplasma und auch anderen Körperflüssigkeiten vorkommen. Damit all das jedoch erhalten bleibt, müssen die rund 2 mg Eisen die täglich verloren gehen wiederum durch 2 mg ersetzt werden, die der Körper im Darm erst mal aus 20 mg Nahrungseisen resorbieren muss, damit sie ihm zu Verfügung stehen. Wenn das jedoch geschieht hat der Eisenstoffwechsel prima geklappt und der Eisenhaushalt ist wieder ausgewogen.