Eisenüberschuss Diagnose Klassisch

Geschrieben am 26.08.2006 von Conni Kreißl

Zur Diagnose einer Eisenüberladung gibt es mehrere sehr aufschlussreiche Verfahren, die auf sehr unterschiedlichen Methoden basieren. Wobei ich hier erst mal nur auf die einfache gebräuchlichste Diagnosepraktik eingehen möchte bzw. auf die typische althergebrachte klassische Diagnose.
Hierbei geben eine Reihe von unterschiedlichen indirekten und direkten Labor-Parametern Auskunft über das Maß der möglicherweise jeweilig vorliegenden Eisenüberladung. Wofür in verschiedenen Testreihen Laborwerte ermittelt werden, welche bei Eisenüberladung vom normalwert abweichen. So verändern sich die indirekten Laborparameter bei einer zu hohen Eisenkonzentration im Körper deutlich. Während die direkten Parameter auf einen eventuell vorhandenen Gendefekt hinweisen, die Fehlfunktion eines mutierten Proteins anzeigen oder aber die übermäßige Eisenspeicherung in den verschiedenen Geweben in Mengenbegriffen darstellen.
Diese indirekten diagnostischen Parameter werden durch Blutuntersuchungen ermittelt und aus empfindlichen Hilfsgrößen entnommen wie der Transferrin-Eisen-Sättigung, dem Serum-Eisen-Wert, dem Transferrin im Blut an sich oder der totalen Eisenbindungskapazität. Denn gerade diese Parameter verändern sich frühzeitig im Verlauf eines Eisenbedingten Leidens krankhaft. Andererseits zeigen sie nicht die Wechselbeziehung und den genauen Grad der vorliegenden Eisenüberladung an.
Das Serum-Ferritin scheint hierbei der wertvollste und aussagekräftigste Parameter bei allen Arten von Eisenüberladung zu sein, da sein Wert mit zunehmender Eisenüberladung kräftig ansteigt. Dabei ist allerdings zu beachten, das die Verbindung bzw. die Beziehung zwischen dem Serum-Ferritin und den individuell erhöhten Eisenspeichern im Einzelfall auch ziemlich minderwertig sein kann, was die Meßwerte negativ beeinflussen kann. Eventuell verfälschen auch Erkrankungen wie ein akuter Leberzellschaden, Entzündungen, Tumore und ähnliches die Werte. Demgegenüber steht die Tatsache das die im Körper angesammelte Speicher-Eisenmasse mit den Jahren sachte zunimmt und somit das Lebensalter bei den geänderten Laborparameter unbedingt zu berücksichtigen ist.
Die direkten diagnostischen Parameter zur Ermittlung einer eventuellen Eisenüberladung werden dagegen größtenteils durch die klassische Referenzmethode der Leberbiopsie ermittelt. Denn hierbei kann man hervorragend das Stadium der Überladung erkennen. Da bei einem Eisenüberschuss im Anfangsstadium die Speicherung von Eisen vorwiegend im Grundgewebe in Form von blau anfärbbarem Ferritin- und Hämosiderin-Eisen stattfindet, während die Kupffer-Zellen und Sinusendothelzellen in diesem Stadium noch weitgehend eisenfrei bleiben. Bei einer fortgeschrittenen bzw. schweren Eisenüberladung findet man das überschüssige Speicher-Eisen hingegen gleichmäßig verteilt in allen Zellen.
Allerdings kann die genaue Eisenüberladung nicht allein durch die Leberbiopsie erfolgen. Es finden auch Gewebeuntersuchen mit dem Scoring-System statt, mit dem man die Krankheit anhand fest definierter Punktwerte klassifizieren und dann über ein Berechnungsverfahren das Ergebnis auf einer festen Skala abbilden kann. Dazu kommt noch die gewissenhaftere chemische Bestimmung des Eisens aus dem Biopsiematerial.
Trotzdem ist das beste Maß zur Beurteilung der individuell vorliegenden Eisenüberladung immer noch die Leber-Eisenkonzentration unter Berücksichtigung des Lebensalters. Obwohl diese im Rahmen von Studien auch schon mal im Herzmuskel oder in der Darmmukosa gemessen wurde. Da durch die Eisenablagerung im Herzen bei Eisenüberladungserkrankungen häufig ein Herzversagen die Todesursache ist und eine Biopsie aus Magen bzw. Duodenum für den Betroffenen weniger belastend ist. Hierbei wurde festgestellt das der Eisengehalt sich im Falle einer Erkrankung in den Plasmazellen erhöht, dieses aber in den Makrophagen und der Darmschleimhaut nicht so ist. Andererseits kann der Überschuss unter Verwendung einer 59Fe-markierten Testverbindung und eines Ganzkörperzählers in der Aufladephase direkt gemessen werden.