Eisenüberschuss Symptome

Geschrieben am 03.09.2006 von Conni Kreißl

Bedingt durch die fortschreitende Eiseneinlagerung und den sich daraus entwickelnden Überschuss an Eisen leiden die Betroffenen Patienten unter zahlreichen unterschiedlichen Beschwerden. Diese Verdrießlichkeiten reichen von leichten Erschöpfungszuständen bis hin zu klinisch behandlungsbedürftigen Symptomen und unbehandelt sogar zum Tod.
Zu diesen Symptomen gehören unter anderem gerade noch erträgliche Leiden wie ständige Müdigkeit, Abgespanntheit, Kraftlosigkeit und Konzentrationsschwäche bzw. Konzentrations- und Schlafstörungen, Vergesslichkeit, gesteigerte Reizbarkeit, Neigung zu Blähungen und Appetitlosigkeit. Aber auch erheblich schwerwiegendere Krankheitszeichen wie erhöhte Schmerzempfindlichkeit und Druckgefühl im rechten Oberbauch durch die fortschreitende Lebererkrankung, dunkler Urin, heller Stuhl, Nasenbluten und eine Neigung zu Blutergüssen, Verfärbungen der Haut von Gelb wie bei Gelbsucht bis hin ins metallisch grau-braune und Gelenkbeschwerden an den kleinen und großen Gelenken sowie speziell an den einzelnen Fingergelenken. Unter Umständen kommt es obendrein zu gravierenderen Erkrankungen wie Diabetes Mellitus, Impotenz, Amenorrhoe bzw. heftigen Menstruationsstörungen mit einem Ausbleiben der Regelblutung bis hin zu Unfruchtbarkeit sowie zu Leberfibrose und Leberzirrhose. Wobei diese Leberfibrose eine Schädigung des Lebergewebes durch eine vermehrte Kollageneinlagerung in der Leber als Folge einer fortschreitenden chronischen Leberschädigung ist, die meistens ein Übergangsstadium zur Leberzirrhose darstellt und bei der leider zu oft auffällige bzw. warnende Krankheitszeichen fehlen.
Aber auch Symptome wie Juckreiz am ganzen Körper, gesteigerte Serum-Ferritin-Werte und erhöhte Leberenzym-Werte, Herzmuskelerkrankungen bzw. Fehlfunktionen des Herzens wie Herzrhythmusstörungen treten des öfteren auf.
All diese Krankheitszeichen sind allerdings nicht sehr eindeutig einer bestimmten Krankheit zuzuordnen, da sie durchaus auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, was eine Diagnose des Eisenüberschusses erheblich erschwert. Denn auch die Häufigkeit und das Ausmaß der Symptome und die ermittelten Laborwerte bei einer Eisenüberladung können erheblich Schwanken.
Andererseits ist die Leber-Eisenkonzentration ein guter Anhaltspunkt für die Dimension der individuell gegenwärtig vorhandenen Eisenspeicherung. Wobei zweifellos ein tatsächlicher Zusammenhang zwischen dem Leber-Eisen und der Häufigkeit von Leberzirrhose, Diabetes und Hautpigmentierungen besteht. Während dieser Zusammenhang für die vorkommenden Gelenkbeschwerden anscheinend nicht gegeben ist, da diese in einigen Fällen sogar zum Teil erst nach einer erfolgten Eisenentzugstherapie auftreten.
Auffällig ist jedoch das die Häufigkeit von irreversiblen Schäden durch Erkrankungen welche durch den stark erhöhten Eisenüberschuss wie Leberzirrhose oder auch Diabetes auftreten in den letzten Jahren stark rückläufig sind. So wurden erwiesenermaßen nach etlichen Tests innerhalb von nur 8 Jahren nur bei 10 Prozent der Fälle eine Leberzirrhose festgestellt, was wohl auf die wesentlich verbesserten Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten der letzten Jahre zurückzuführen ist.
Andererseits fallen bei der Abklärung der Beschwerden und Krankheiten auf der Ebene des Hausarztes heutzutage erheblich früher erhöhte Laborwerte des Serum-Ferritin und des Serum-Eisens im Blut auf und das meist noch bevor es zu schwerwiegenden Organschäden kommt. Denn hierbei kann ein sich entwickelnder Eisenüberschuss nachgewiesen werden noch ehe sich erste Symptome, Beschwerden oder auffällige Krankheitszeichen bilden, was eine Behandlung beträchtlich erleichtert und zugleich die Heilungschancen außerordentlich steigert.
Trotzdem gibt es auch heute noch Fälle wo der Eisenüberschuss zu spät diagnostiziert wird und wo der Krankengeschichte leider oft zu entnehmen ist, das eine ausreichende Diagnose eigentlich bereits viel früher hätte erfolgen können, wenn man nur die Symptome und die Laborwerte richtig gedeutet hätte. Weswegen es auch außerordentlich wichtig ist eventuell vorhandene erhöhte Eisenwerte im Blut wie eben vom Serum-Ferritin und vom Serum-Eisen ernst zu nehmen und diese sodann als notwendigen Beweggrund für eine allumfassende Abklärung in Richtung Eisenüberladung zu sehen. Weshalb es schwer verständlich ist das auch heute leider immer noch ein großer Nachholbedarf in der Informationspflicht für den Patienten und in der Aus- und Fortbildung von Medizinern herrscht.