Eisenüberschuss Therapie und Prognose

Geschrieben am 02.09.2006 von Conni Kreißl

Ein bereits vorhandener Eisenüberschuss kann nicht nur durch eine Ernährungsumstellung und durch Medikamente therapiert werden, das allerbeste Mittel ist hierbei immer noch die bereits im Mittelalter verwendete Aderlasstherapie. Auch wenn sich das auf den ersten Blick ein wenig absonderlich anhört, aber gerade dieses Heilverfahren ist die effektivste, sicherste, wirksamste und billigste Behandlungsmöglichkeit bei einer Eisenüberladung. Denn hierbei werden dem Organismus über die Woche annähernd 500 ml Blut entzogen und damit auch ungefähr 250 mg Eisen pro Woche.
Dies wird dann solange praktiziert bis sich eine leichte Eisenmangelanämie einstellt bzw. der Hämoglobinwert stabil unter 11g pro Deziliter Blut liegt. Allerdings ist größtenteils nach einer Therapiepause von etwa 6 bis 12 Monaten und einem äußerst wahrscheinlich eintretenden Wiederanstieg so ausnehmend empfindlicher Blutparameter wie dem Serum-Eisen-Wert und der Transferrin-Fe-Sättigung, eine Erhaltungstherapie überaus angebracht. Bei dieser Form der Behandlung reichen jedoch 3 bis 6 Aderlässe pro Jahr aus um die weiterhin überflüssig aufgenommenen Eisenmengen gleich wieder zu beseitigen und somit einer Reakkumulation bzw. Speicherübersättigung von Eisen dauerhaft entgegenzuwirken. Dazu kommt das die Aderlasstherapie außerordentlich sicher und dazu auch noch extrem gut verträglich ist. Sie hilft schwer kranken Patienten ebenso wie solchen die nur unter einem leicht überhöhten Eisenüberschuss leiden.
Eine andere Behandlungsmethode ist die sogenannte Eisenchelator Deferoxamine. Bei dem Verfahren nutzt man Chelatoren, die Verbindungen darstellen welche zwei oder mehr freie Elektronenpaare aufweisen und damit mehr als eine Bindung mit einem zentralen Metall-Ion eingehen können. Denn diese haben dadurch die Fähigkeit in Lösung vorkommende freie Ionen zu binden und damit chemisch zu inaktivieren. Dazu kommen Geliermittel welche man als Deferoxamine bezeichnet und die benutzt werden um überschüssiges Eisen aus dem Organismus zu entfernen. Dies tun sie indem sie freies Eisen im Blutstrom binden und über den Urin beseitigen. Deshalb entfernt diese Behandlungsmethode nicht nur überschüssiges Eisen sondern es verringert zudem auch die Beschädigung der verschiedenen Organe und Gewebe.
Eine weitere Therapieform ist die maschinelle Erythrozytapherese, bei der im Unterschied zum Aderlass mit einem Apheresegerät das Blut bereits während der Blutabnahme in seine Bestandteile auftrennt wird. Dadurch werden nur die Erythrozyten bzw. rote Blutkörperchen entnommen und der Rest des Blutes kann postwendend zurückgeleitet werden, womit es dem Körper erhalten bleibt. Dadurch ist es möglich dem Organismus pro Behandlungstermin mehr Erythrozyten bzw. rote Blutkörperchen zu entnehmen als bei einem Aderlass. Folglich kann damit auch die Häufigkeit der Behandlungen deutlich reduziert werden, was wiederum den Patienten schont, da die übrigen Blutbestandteile wie Leukozyten, Thrombozyten und Plasma, dem Betroffenen sofort zurückgegeben werden. Dazu kommt auch noch das auf Grund der höheren Entnahmemenge von roten Blutkörperchen pro Behandlung die Ferritin-Werte wesentlich schneller absinken. Allerdings übernehmen die Krankenkassen die Kosten dieser Behandlungsform selten oder nur im Ausnahmefall bzw. jeder einzelne Patient muss einen separaten Antrag bei seiner zuständigen Krankenkasse stellen und hoffen.
Prognosemäßig kann gesagt werden das ein unbehandelter Eisenüberschuss auf alle Fälle schwere Organschäden wie Leberzirrhose, Diabetes und ähnliche Beschwerden auslöst und ohne rechtzeitige Behandlung sogar unweigerlich zum Tod führt. Weswegen 18 Prozent der Betroffenen ohne eine entsprechende Therapie nachgewiesenermaßen innerhalb von fünf Jahren an dieser Erkrankung sterben, während sie bei einem rechtzeitigen und effektiven Beginn der Behandlung einer normalen Lebenserwartung entgegensehen könnten.
Andererseits liegt diese 5 Jahres Überlebensrate nur noch zwischen 75 bis 92 Prozent wenn die Therapie erst beginnt wenn das Zirrhosestadium bereits erreicht ist. Diese verringert sich sogar auf bis zu 46 bis 49 Prozent wenn man eine 20 Jahres Überlebensrate annimmt.