Ernährung bei Eisenüberschuss bzw. Eisenüberladung

Geschrieben am 31.08.2006 von Conni Kreißl

Da das Spurenelement Eisen dem Körper nur über die Nahrung zugeführt werden kann, ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ausnehmend wichtig und in mancher Hinsicht sogar überlebensnotwendig. Denn jede Kreatur benötigt Eisen für den Stoffwechsel und das Wachstum, dazu kommt das geradezu jeder Stoffwechselweg im Körper Enzyme enthält die das Eisen als Zentralatom benötigen. Weswegen ein gesunder Erwachsener so ungefähr 3 bis 5 g Eisen enthält, welches hauptsächlich im roten Blutfarbstoff Hämoglobin und in einer ganzen Reihe von anderen Eiweißstoffen gebunden ist.
Andererseits kann überschüssiges Eisen nicht aktiv ausgeschieden werden und wird daher in Organen wie Leber, Muskulatur, Herz, Knochenmark und Bauchspeicheldrüse abgelagert. Was bei Eisenspeicherkrankheiten die eine verstärkte Eisenüberladung nach sich ziehen wie eine hereditäre Hämochromatose, bei der sich die Nahrungseisenaufnahme von 1 bis 2 mg pro Tag auf das 2 bis 3-fache steigert oder nach einer Transfusionstherapie, zu schlimmen Problemen führen kann.
Daher ist gerade bei Eisenüberschuss auf eine vernünftige Wahl der Lebensmittel zu achten. Denn einerseits ist in praktisch allen Nahrungsmitteln Eisen enthalten, welches andererseits überall in unterschiedlicher Form und Menge drin ist. Dazu kommt obendrein auch noch das pflanzliches Eisen nur als dreiwertiges Eisen vorkommt und zum Teil fest an bestimmte Kohlenhydrate gebunden ist. Dadurch kann der Körper es nicht richtig aufnehmen und es muss durch ein Enzym erst in zweiwertiges Eisen umgewandelt werden damit die Zellen im Darm es verarbeiten können. Wodurch Pflanzliches Eisen generell schlecht verwendbar ist und man relativ große Mengen braucht um den täglichen Bedarf an Eisen im Normalfall nur allein aus dieser Nahrung zu befriedigen.
Deshalb ist es bei Eisenüberschuss allerdings auch angebracht sich vorwiegend Vegetarisch also Pflanzlich zu ernähren. Schon allein weil gerade die tierische Nahrung wie eben Fleisch, Fisch, Geflügel und Milchprodukte außerordentlich viel Eisen enthält, welches in gebundener Form und überwiegend in den Proteinen Myo- und Hämoglobin sowie im Laktoferrin vorliegt. Wodurch es der Körper ausgesprochen schnell und einfach aufnehmen kann, da diese Form des Nahrungseisens einen eigenen Rezeptor in der Bürstensaummembran der Darmzellen besitzt. Was bei einem so schon vorhandenen Überschuss an Eisen, allerdings eher ein Nachteil ist.
Außerdem sind im Falle einer vorhandenen Eisenüberladung Nahrungsmittel zu empfehlen die Hemmstoffe wie beispielsweise Polyphenole beinhalten, welche die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung verhindern oder aber zumindest hemmen. Dazu gehören untere anderem Hülsenfrüchte, Tanninhaltige Tees, Phytathaltige sowie nicht-Stärke-Polysaccharid-haltige Getreidesorten und Nüsse und sowie alle Calcium und Phosphathaltigen Lebensmittel. Das heißt wenn der betroffene Patient schon Eisenhaltige Nahrung zu sich nimmt, sollte er dazu einfach eine Tasse schwarzen Tee trinken, da diese dann den größten Teil des pflanzlichen Eisens bindet. Allerdings wird die fleischliche Eisenaufnahme durch diese Hemmstoffe nicht beeinflusst.
Andererseits fördert Vitamin C in der Nahrung die Aufnahme von Eisen im Darm wesentlich und hat somit einen positiven Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von Nahrungseisen, was auch für die Abbauprodukte von tierischem Eiweiß gilt, welches die Absorption von Nahrungseisen stimuliert.
Daher ist bei Eisenüberschuss generell eine vegetarische oder mediterrane Ernährung bzw. eine ballaststoffreiche, fettarme und abwechslungsreiche Mischkosternährung mit sehr wenig Fleisch und viel Fisch zu empfehlen. Die jedoch trotzdem eine Vitamin C arme Kost mit Brot, Gemüse und solcherlei Sachen darstellt, welche einerseits verhältnismäßig geringe Mengen bioverfügbares Eisen enthalten und andererseits die Aufnahme von Nahrungseisen in einem erträglichen Rahmen belassen. Obendrein empfiehlt eine Studie von einem Prof. Kaltwasser aus Frankfurt die Einnahme von großen Mengen schwarzen Tees zu allen Mahlzeiten um die Eisenaufnahme noch zusätzlich zu hemmen, damit der Organismus auf seine vorhandenen Eisenspeicherreserven zugreift um diese allmählich abzubauen. Das heiß aber nicht das ein betroffener ständig auf sein geliebtes Wurstbrot am Abend verzichten muss, denn auch hier gilt in maßen genossen ist alles erlaubt.