Der Tyrannosaurus

Geschrieben am 28.04.2006 von Conni Kreißl

Der König unter den Raubsauriern war wohl der Tyrannosaurus, welcher einer der größten und schwersten fleischfressenden Dinosaurier war, der je gelebt hat. Er wird gern als einer der furchterregendsten Fleischfresser aller Zeiten und als erbarmungslose, bestialische Tötungsmaschine dargestellt und gilt als der Raubsaurier überhaupt. Dabei ist es noch völlig unklar ob sich dieser große Dino wirklich von selbstgefangen, gejagten und getöteten Tieren ernährte oder ob er nicht doch eher bereits tote Tiere und Aas bevorzugte. Er gehörte zur Familie der Tyrannenechsen bzw. Tyrannosauridae und zu den Echsenbeckensauriern, wie seine kleineren weniger massiv gebauten Vettern Albertosaurus und Daspletosaurus. Er lebte vor 68 bis 65 Millionen Jahren am Ende der Kreidezeit in sehr Waldreichen Gebieten Nordamerikas und ernährte sich von Pflanzenfressenden Dinosauriern. Er hatte einen sehr massigen, großen Schädel, der sich vermutlich nur durch eine außerordentliche Reduktion der Arme entwickelte, da er sonst zu vorderlastig gewesen wäre. Dieser saß auf einem sehr kräftigen, muskulösen, kurzen aber auch äußerst beweglichen Hals. Sein mächtiger Kiefer war mit zahlreichen, skalpellartigen, rasiermesserscharfen Zähnen gespickt, die fast 18 cm lang waren und selbst dickste Hautschichten und zäheste Fleischbrocken zerreißen konnten. Mit ihnen waren sie allerdings auch in der Lage, sich noch wehrende Tiere, festzuhalten. Noch dazu waren bei ihm Ober- und Unterkiefer beweglich miteinander verbunden und auch die rechte und linke Kiefernhälfte konnte er gegeneinander verschieben, so das der T-Rex eine riesige, äußerst furchterregende Maulöffnung, allerdings mit einem gewaltigen Überbiss, besaß. Außerdem war er gigantische 12 bis 14 Meter lang und wog in etwa 6 bis 7 Tonnen, kein Wunder also das sich um ihn die grausigsten Legenden ranken. Andererseits waren das auch nicht gerade die Maße eines flinken Jägers. Er hatte zwar kräftige, große, muskulöse Hinterbeine und einen langen, kräftigen Schwanz zur Ausbalancierung, seine Vorderbeine mit den zweifingrigen, klauenbewährten Händen waren jedoch lächerlich klein und taugten nicht gerade dazu eine Beute zu greifen. Seine Hüftknochen waren allerdings besonders kräftig gebaut, Becken und Beine jedoch nur so, das sie nicht wie in Filmen gezeigt rennen konnten, sondern eher nur zu kleinen, trippelnden Schritten in der Lage waren. Auch an gefundenen Skeletten mit Bauchrippen fand man bereits Anzeichen, das er gar nicht aktiv gejagt hatte, sondern seine Beutetiere entweder anderen abgenommen oder dieser selber aus einem Hinterhalt aufgelauert haben musste. Es gibt sogar welche die Behaupten das er sie nicht durch zuschnappen fing sondern sich einfach mit seinem ganzen Gewicht auf sein Opfer warf um es zu Boden zu werfen. Durch einen Fund einer gut erhaltenen Schädeldecke konnte vor kurzem ein Tyrannosaurusgehirn rekonstruiert werden. Dabei stellte man fest, das die Ausmaße seines Riechzentrums extrem groß waren. Weswegen man annimmt, das Riechen der Primärsinn dieser Dinos war, was einerseits für einen Aasfresser spricht und andererseits auch auf einen Jäger deutet. Seine nach vorn ausgerichteten Augen, die ihm eine dreidimensionale Sicht ermöglichten waren allerdings ideal um Entfernungen genau abzuschätzen, was wiederum auf einen sehr aktiven Jäger hinweist. Er soll nach neuesten Erkenntnissen jedenfalls in Familienverbänden gelebt haben, was ebenfalls ein starkes Indiz für ein spezialisiertes Jagdverhalten ist. Den ersten T-Rex soll der Fossilienjäger Barnum Brown im Jahre 1902 im amerikanischen Bundesstaat Wyoming gemacht haben. Bis 2001 kamen dann lediglich 20 Fossilienfunde dazu. Heute sind es gerade mal 30 Skelette und davon nur drei mit komplettem Schädel. Mit dem Fund von Sue 1990 und Wankel's T-Rex von 1992 gibt es aber zwei fast vollständige T-Rex-Skelette, bei denen noch ca. 90 bis 95% aller Knochen vorhanden sind, darunter auch erstmals Fingerknochen, Arme und der vollständige Schwanz. Im Jahr 1997 fand man zusammen mit Jane sogar einen noch fast vollständigen, halbwüchsigen T-Rex. An dem man anschließend verblüfft feststellte, das der Tyrannosaurus als Jugendlicher 12 Zähne mehr hatte als die erwachsenen Tiere.