Ihre Entdeckung

Geschrieben am 28.04.2006 von Conni Kreißl

Um Urzeitliche Tiere entdecken zu können muss man deren Fossilien finden. Was aber nicht so einfach ist, da die Knochen im allgemeinen mit den Jahren zu Staub zerfallen und die Weichteile der verstorbenen von den unterschiedlichsten Tierchen entsorgt werden. Dies kann aber unter bestimmten Bedingungen verhindert werden, nämlich dann wenn das tote Tier nicht an der Erdoberfläche liegen bleibt, sondern von Sand oder Schlamm luftdicht bedeckt wird. Dann bleibt zumindest das Skelett und manchmal auch etwas mehr übrig und wird für die Ewigkeit konserviert, was man dann als Fossil bezeichnet. Da dieses aber nicht sehr oft passiert, gibt es leider nur wenige Fossilien zu finden und von den Zichtausenden Sauriern die einst lebten wird wohl nur ein kleiner Teil erhalten sein. Die ersten Manuskripte über Dinosaurier stammen aus dem alten China. In diesen Schriften werden versteinerte Knochen erwähnt, die teilweise 1700 Jahre alt sind. Damals glaubten die Chinesen aber das es Knochen von Fabelwesen oder Drachen sind. In Europa tauchte der erste Dinoknochen 1677 in einer Veröffentlichung des Engländers Robert Plot auf, welche die Zeichnung eines Knochens abbildete, den man damals für einen Elefantenknochen hielt. Später stellte man fest, das es das Kniestück des Oberschenkelknochens eines Megalosaurus war. Dem folgte ein ausführlicher Bericht von einem William Buckland aus dem Jahr 1815 über einen Fund fossiler Knochen in einem Steinbruch bei Oxford in England. Dieser Buckland hatte die Knochen intensiv untersucht und war zu dem Schluss gekommen, das es sich um die Reste eines großen fleischfressenden Reptils handeln musste, weshalb er diesem Tier den Namen Megalosaurus gab. Was übersetzt soviel wie Mega-Echse bedeutet. 1822 fand ein Arzt aus Englischen Lewes mit Namen Gideon Mantell, bei einem Ausflug zufällig die versteinerten Zähne eines ihm unbekannten Tieres. Da er vermutete das diese einer pflanzenfressenden Echse gehörten, nannte er die neue Art Iguanodon. Bereits 15 Jahre danach, im Jahr 1837 beschrieb ein Christian Erich Hermann von Meyer den ersten in Deutschland entdeckten Saurier, den er Plateosaurus nannte. Vier Jahre danach prägte der 1. Direktor des National History Museums in London Richard Owen, den Namen Dinosaurier. Den er zum ersten Mal öffentlich bei einem Treffen der Mitglieder der britischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Plymouth erwähnte. Er hatte diesen Begriff aus den griechischen Wörtern Deinos und Sauria zusammengesetzt, was soviel heißt wie schreckerregende Echse. Bereits zwei Jahre später machte Joseph Leidy die ersten Funde in den USA, denen er den Namen Troodon gab und ihn in die Überordung der Theropoden einordnete. 1858 fand er auch noch Reste eines Hadrosaurus. Zu dieser Zeit machten besonders Edward Drinker Cope und Othniel Charles Marsh viele neue Entdeckungen in den Ödländern von Wyoming, Colorado und Montana. Da die beiden Forscher aber erbitterte Feinde waren sind ihre Ausgrabungen auch als die »Knochenkriege« bekannt. Dem folgte 1861 der Fund einiger Knochen, des mit den Dinosauriern verwandten Urvogels Archaeopteryx und 1878 kam die bis dahin größte Entdeckung. Als Bergleute zufällig in einer Kohlenmine im belgischen Bernissart gleich ein Massengrab mit über 30 fast vollständig erhaltenen Skeletten des Iguanodon fanden. Das entfachte das Dinosaurierfieber überall, plötzlich wurden allerorten Expeditionen ausgerüstet und in alle Kontinente geschickt. Mit den nun wesentlich besseren Reisemöglichkeiten konnten nun auch Forscher Fossilien in Südamerika, Afrika und Asien entdecken. Zu den bedeutendsten Entdeckungen gehören dabei die von Roy Chapman Andrews in der Gobi-Wüste gefundenen Dinosaurier-Eier. So konnte auch John Ostrom von der Yale Universität 1969 einen Artikel über Deinonychus, einem kleinen, flinken Raubsaurier mit recht großem Gehirn und einem vogelähnlichen Skelett veröffentlichen, was einen epochalen Wandel in der Betrachtung der Dinosaurier auslöste. Da sie nun als dynamische Tiere mit vielfältigen Verhaltensweisen betrachtet wurden. 1983 fand man dann auch Saurier wie den Baryonyx und 1986 entdeckten argentinische Forscher sogar Saurierüberreste in der Antarktis. Seidem werden nicht nur überall Fossilienknochen gefunden, sondern man findet auch immer mehr wie 1989 in Niedersachsen, Fußabdrücke und lange Fährten von ihnen. All diese Fossilien werden immer in mühevoller Kleinarbeit sorgfältig freigelegt, ausgegraben und anschließend vorsichtig präpariert, zusammengefügt und ausgestellt.