Was sind Meeresbewohnende Saurier

Geschrieben am 28.04.2006 von Conni Kreißl

Desweiteren gab es noch die meeresbewohnenden Saurier, die ebenfalls keine Dinosaurier waren. Zu ihnen zählten die Fischsaurier bzw. Ichthyosauria und die ziemlich langhalsigen Plesiosaurier, welche auch Beinahe-Echsen genannt werden. Nur das die Fischsaurier vom Trias bis zur Kreidezeit und die Plesiosaurier von Jura bis zum Ende der Kreidezeit auf der Erde lebten. Beide Arten zählten zu den Reptilien, stellten innerhalb dieser Gruppe aber eine eigene Reptiliengruppe dar die vollständig an das Leben im Wasser angepasst war und ausschließlich im Meer lebte. Sie entwickelten sich am Anfang des Trias, als einige am Land lebende Reptilienarten ins Meer zurückkehrten und sich über Generationen der neuen Lebensweise anpassten. Beide Arten beherrschten über einen Zeitraum von mehr als 100 Millionen Jahren das Meer. Und obwohl sie eigentlich völlig verschieden waren hatten sie doch eine entscheidende Gemeinsamkeit, die es erlaubte sie in einer Gruppe zusammen zu fassen, denn sie besaßen beide im Schädel hinter den Augen und unter der Stirn zwei Paar Schläfenfenster, wie alle ins Meer zurückgekehrten Reptilien. Zu diesen Meeresreptilien zählten vier unterschiedlich angepasste Typen. Der Placodontia aus dem Trias, der noch am ehesten mit den heutigen Schildkröten zu vergleichen ist. Der Elasmosaurus zusammen mit dem Nothosaurier, die ebenfalls beide im Trias lebten, sich jedoch schon stärker ans Leben im Wasser angepasst hatten. Die verschiedenen Arten von Plesiosauriern aus dem Jura, die bis in die Kreidezeit die Hochsee beherrschten und die Ichthyosaurier, die schon in der Untertrias auftauchten und bis in die Kreidzeit hinein überlebten. Wobei die letzten, ebenso erfolgreich waren wie die Plesiosaurier aber die am besten spezialisierten Meeresreptilien darstellten. Die Fischsaurier sahen schon aus wie richtige Fische und lebten auch fast genauso wie diese. Nur das sie immer mal wieder auftauchen mussten um Luft zu holen, da sie wie alle Reptilien nicht unter Wasser atmen konnten. Sie hatten riesige Augen, die bis zu 23 Zentimeter groß waren und mit denen sie im Dunkeln weit besser sehen konnten als eine Katze. Um diese Augen gegen den enormen Wasserdruck im tiefen Wasser zu schützen, hatten sie einen sogenannten Sklerotikalring bzw. Knochenring um die Augen herum. Von ihnen gibt es etwa 30 bekannte Arten die meist 2 bis 3 Meter lang waren, wobei die größten und neuesten Funde aber auch Längen von mehr als 25 Metern erreichten. Sie ernährten sich von Kopffüßern und Fischen und waren lebendgebärend. Sie hatten keine Zähne, dafür war ihr Zungenbein ähnlich wie bei den Schnabelwalen ausgebildet, so das sie ihre Beute mit einem kraftvollen Sog ins Maul befördern konnten. Dagegen ist der Plesiosaurier mit keinem heutigen Tier vergleichbar. Er ähnelte eher einer Schlange die durch den Körper einer Schildkröte ohne Panzer gezogen worden war. Hatte einen zigarrenförmigen, etwas kurzen Schwanz, einen deutlich verlängerten Hals und vier paddelförmige Flossen. Ihr Schädel war ziemlich groß und die Zähne kräftig und konisch. Außerdem hatten sie stark vergrößerte Brust- und Beckenknochen, an denen große Muskel ansetzten, damit sie wie die heutigen Otter oder Pinguine regelrecht durchs Wasser fliegen konnten. Sie jagten und fraßen wahrscheinlich alles was ihnen vor die Schnauze kam, von größeren Fischen über Tintenfische, Ammoniten, Muscheln, Krebse, Haie, Ichthyosaurier bis hin zu kleineren Plesiosauriern. Bei manchen von ihnen wurden Magensteine gefunden, es ist aber nicht sicher ob diese zur Zerkleinerung der Nahrung oder als Ausgleich für den Auftrieb der mit Luft gefüllten Lungen dienten. Über ihre Fortpflanzung ist nichts bekannt, da es sich aber um Reptilien handelt geht man davon aus das sie Eier legten. Da sie aber stark an das Leben im Meer angepasst waren, scheint es unwahrscheinlich das sie wie die heutigen Schildkröten ihre Eier an Land legen konnten. Sie wären dabei wohl genauso qualvoll verendet wie heute gestrandete Wale. Obwohl die Plesiosaurier wie die Dinosauriern als ausgestorben gelten gibt es immer wieder Meldungen, das sie auch heute noch existieren. So wurde Nessie auch als Plesiosaurier beschrieben und 1977 zog ein japanisches Fischerboot vor der Küste Neuseelands einen 10 m langen, 2 Tonnen schweren, stinkenden Kadaver aus mehreren hundert Metern Tiefe, der auffallend einem Plesiosaurier glich, auch wenn dieses später wieder dementiert wurde. Trotzdem, vielleicht hat ja doch der eine oder andere in einer abgelegen Gegend überlebt, das wäre doch gar nicht so schlecht.