Ägyptischer Schäferhund - Armant

Geschrieben am 14.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Ägyptische Schäferhund wird auch Armant, Ermenti, Ermanti Dog, Egyptian Sheepdog, Chin de Berger Egyptian oder Egyptian Herder genannt. Der Armant ist eine sehr alte Rasse, die schon ewig bei den Herden der Ägypter seinen Dienst tut. Die ursprüngliche ägyptische Hütehund Zucht existiert schon Jahrhunderte in ein paar verschiedenen Varianten überall in Ägypten, wies aber regionalen Unterschiede auf die größtenteils auf Farbenpräferenzen basieren und in einigen Fällen auch in der Größe. Sie gehören jedoch alle trotzdem zu der gleichen Rasse. 1798 wurde sein ursprüngliches Erscheinungsbild jedoch grundlegend verändert nach dem die sogenannte militärische Invasion durch Napoléon in Ägypten statt fand. Zu dieser Zeit vermischten sich die Ägyptischen Hunde mit den europäischen Hunden die Napoléons Truppen mitgebracht hatten. Dabei ist heute nicht mehr festzustellen, ob die französischen Soldaten nur französische Rassen mit sich führten oder auch Hunde, die sie in anderen europäischen Ländern eroberten. Auf alle Fälle ist heute jedoch der große Einfluss von kontinentalen Schäferhunden offensichtlich. Auch ist unklar ob diese Hunde nach der Stadt Armant, auch Erment genannt, benannt wurden, wo man sie auch heute noch mitunter traditionell als Hirten- und Wachhunde verwendet. Es gibt auch Leute, die meinen das der Armant früher mal anders gerufen wurde und Napoléon für seine heutige Bezeichnung verantwortlich ist. Man sagt, das Napoléon diese Hunde sehr gefielen, er soll sogar selber einen gehabt haben. Weswegen er sie nach seiner "Kaiserlicher Aeronautin" Marie Sophie Armant benannte. Der ersten professionellen Ballonfahrerin und der ersten Frau die bei einem Flugunfall ums Leben kam. Beweise gibt es dafür aber nicht. Fest steht jedoch das diese extrem seltenen Tiere, außerhalb ihrer Heimat so gut wie unbekannt sind, das auch sie nicht vom FCI registriert wurden. Ein Herr Professor Pascha brachte zwar ein paar Anfang dieses Jahrhunderts nach Europa und nach Berlin, diese verbreiteten sich jedoch nicht, sondern verschwanden unbemerkt wieder.
Beschreibung:
Er ist ein etwas strubbliger, mittelgroßer, gut proportionierter Hund. Sein starker, breiter Schädel hat einen gut ausgeprägten Stop und ein kräftiges Gebiss. Der Fang ist mittelgroß und die Lefzen liegen gut an. Die etwas kleinen, runden Augen sind dunkel und haben einen etwas melancholischen Ausdruck. Die Nase ist meist schwarz oder je nach Fellfarbe des Hundes farblich angepasst. Die mittelgroßen Ohren können aufrecht stehen oder herunter hängen, beides ist OK. Der muskulöse Rücken ist gerade, die Schultern breit, die Lenden muskulös, der Nacken stark und mittellang, der Bauch leicht hochgezogen und die breite Brust tief mit gut gewölbten Rippen. Die kräftigen, etwas langen Gliedmaßen sind muskulös und die kleinen, kompakten Pfoten haben harte Sohlen und gut gebogene Zehen mit starken Krallen. Die lange, gut befederte Rute wird hoch erhoben aber nicht geringelt getragen. Sein struppiges, langes, welliges Haarkleid ist dicht, rau, zottig, etwas hart und grob und hat eine kurze, weiche Unterwolle. Weshalb er vom Aussehen her den Terriern bzw. den Irischen Wolfshund ähnlich sieht. Er kommt in den Farben schwarz, schwarzbraun, lohfarben, grau schwarzweiß, braunweiß, grauweiß und graugelb vor, wobei ein schwarzer Sattel und weiße Abzeichen an den Beinen erlaubt sind. Er wird ca. 22 bis 27 kg schwer und ungefähr 52 bis 56 cm hoch.
Wesen des Hundes:
Der Armant ist gelehrig, folgsam, wachsam und sehr eigenständig. Er ist wendig, beweglich, schnell, temperamentvoll, furchtlos und seinem Herrn treu ergeben.
Pflegehinweise:
Er sollte regelmäßig gebürstet und gestreichelt werden und er erfordert eine erfahrene und verantwortliche Handhabung, sowie eine frühe Sozialisierung und Schulung.
Besonderheiten:
Man kann ihn zwar in einer Wohnung halten, muss ihm dann aber sehr viel Auslauf und Bewegung an der frischen Luft bieten.