Altenglischer Schäferhund - Bobtail

Geschrieben am 16.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Bobtail ist ein richtiger Brite und das durch und durch. Seinen Namen hat er wohl von seinem Aussehen, denn Bobtail bedeutet soviel wie Stummelschwanz und den hat er ganz offensichtlich auch. Seine Auslesezucht begann bereits im Jahr 1880 und dieses stummelige Rassemerkmal wurde ihm von den Briten wohl nicht ganz uneigennützig verpasst, denn nach einer Überlieferung musste man damals im alten England des 19. Jahrhunderts nur für Hunde Steuern zahlen die eine Rute hatten. Diese Rasse stammt wahrscheinlich von kontinentalen Schäferhunden wie dem Briard und anderen ähnlichen Rassen ab. Manche vermuten auch eine Verwandtschaft zu Herdenschutzhunden wie dem PON oder den Owtscharkas. Diese Rasse wurde speziell für Hirtenzwecke gezüchtet und anfangs auch vor allem im Gebirge dafür eingesetzt, heute ist er wegen seines attraktiven Äußeren aber mehr ein Familien- und Modehund.
Beschreibung:
Dieser kompakt aussehende Hund, von seltenem Ebenmaß, gehört laut FCI zu der Gruppe der Hüte- und Treibhunde in die Sektion der Schäferhunde. Das Anfangs superkuschelige weiche Welpenfell wird beim Erwachsenen Hund etwas härter und zottiger. Er ist ein mittelgroßer, proportional gut geformter Hund mit einem zottigen, aber nicht gewellten Haarkleid. Das Fell sollte von guter Struktur, nicht gerade, sondern zottelig und frei von jeglichen Locken sein. Selbst seine geraden Vorderläufe sind mit den dichten Deckhaaren und der wasserabstoßenden Unterwolle bedeckt. Sein Widerrist liegt etwas tiefer als die Kruppe. Der Kopf ist ausgeprägt, groß, massiv mit einem schön gewölbten Schädel, einem ausgeprägtem Stop, dunklen Augen und einer glänzenden schwarzen Nase. Sein Kiefer ist lang, stark, gut geformt und hat einen sogenannten Scherenbiss. Die flach anliegenden Hängeohren sind etwas klein und der Hals lang, reich behaart und schön gebogen. Der Bobtail besitzt kleine, gut geschlossene Pfoten. Sein dichtes Fell kommt in sämtlichen Farbschattierungen von grau, blau, grau-blau-schwarz und blau-grau-schwarz mit oder ohne weiße Abzeichen, vor. Sein Gewicht schwankt zwischen 29 und 31 kg und seine Größe zwischen 56 – 61 cm, wobei die Hündinnen meist etwas leichter und kleiner sind als Rüden. Durch seinen dicken Pelz sieht er allerdings größer und massiger aus als er in Wirklichkeit ist. Bei manchen der Bobtails ist der Stummelschwanz bereits angeboren, bei den meisten jedoch nicht, da wurde die Rute kopiert. Da das heutzutage in Deutschland verboten ist, sieht man diesen schönen Hund jetzt öfters auch mit einem normalen, etwas unauffälligem Schwanz.
Wesen des Hundes:
Bei diesem wuscheligen Burschen ist eine sehr frühe und strenge Erziehung angesagt, sonst kann es passieren das sein alter Aggressionstrieb gelegentlich durchbricht. Er braucht sehr viel Zuwendung und zeigt dies seinem Besitzer auch deutlich. Er ist ein sehr gelehriger, intelligenter, gutmütiger, leicht führbarer und sehr gehorsamer Hund. Trotz seiner etwas Bärenhaften Gangart ist er aber ein flinker und zuverlässiger Zeitgenosse. Und obwohl er sich des öfteren wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen benimmt, ist er ein ausgezeichneter Wach- und Schutzhund.
Pflegehinweise:
Der Bobtail ist auf keinen Fall ein Wohnungshund, sein dichtes Fell schützt ihn gegen alle möglichen Witterungsbedingungen. Dieses benötigt allerdings auch eine sehr intensive Pflege. Bei ihm sind tägliches Kämmen und Bürsten durchaus angebracht, um ein Verfilzen zu verhindern.
Besonderheiten:
Trotz seiner guten Arbeitseigenschaften wird er kaum noch in der Schafzucht eingesetzt. Dank einiger unermüdlicher Züchter erlebt er aber eine neue Blütezeit als beliebter Begleit- und Familienhund.