Anatolischer Schäferhund - Çoban Köpeği

Geschrieben am 19.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Anatolischer Schäferhund, auch Çoban Köpeği, Karabash, Kangal, Sivash Kangal, Akbash bzw. Karshund genannt, ist ein türkischer Hirtenhund. Diese rund 1000 Jahre alte Rasse entstand im Mittelalter als die Turkvölker nach Kleinasien vordrangen und das Gebiet der heutigen Türkei besetzten. Diese Völker brachten damals große Jagd-, Kriegs- und Hirtenhunde ins Land, von denen der heutige Anatolischer Schäferhund abstammt. Die Rassebezeichnung Anatolischer Hirtenhund ist allerdings eine rein westliche Erfindung, die es in der Türkei so gar nicht gibt. Diese Rassebezeichnung wurde aber von der FCI so anerkannt und beinhaltet alle türkischen Hirtenhundtypen, inklusive deren Mischungen. Den Namen leitete man einfach von dem türkischen Begriff „Çoban Çopeği“ her, was nichts anderes heißt als Hund des Hirten, Schäferhund bzw. Hund des Schäfers. Er wurde nicht gezüchtet um die Schafherden zu hüten, sondern um sie zu beschützen. Selbst heute noch wird er eingesetzt um Bären, Wölfe und Schakale von den Herden fernzuhalten. Der vor allem im mittleren und östlichen Taurusgebirge beheimatete Hund, geniest in der ganzen Türkei hohes Ansehen. Weltweit bekannt wurde er nachdem man 1965 das erste Kangal-Paar nach England und 1968 auch in die USA exportierte. Damit war der Einzug des Anatolischen Schäferhundes in den Rest der Welt nicht mehr aufzuhalten.
Beschreibung:
Der Anatolischer Schäferhund hat einen großrahmigen, kräftig gebauten Körperbau, mit einem breitem und kräftigen Kopf. Sein Schädel ist kantig, fast rechteckig aber gerade. Die dreieckigen Schlappohren werden hoch getragen. Die schwarzen Lefzen hängen leicht herab und geben ihm einen etwas traurigen Ausdruck. Sein dicker Hals ist kraftvoll und muskulös. Die langen geraden Vorderläufe stehen weit auseinander und seine starken Pfoten mit den kurzen Krallen haben gut gewölbte Zehen. Er hat ein kurzes, glänzendes, dichtes und anliegendes Fell mit einer dicken Unterwolle drunter. Bei den Rüden ist auch ein Fellkragen erwünscht. Er gibt ihn in vielen Farbschlägen. Bevorzugt werden aber Tiere in fahlgelb mit schwarzer Maske, schwarzen Ohren und einem Kajal-Strich. Weiße Abzeichen sind nur an Pfoten, Brust und Kinn erlaubt, ansonsten aber nicht erwünscht. Er hat kleine mandelförmige Augen von dunkler bis bernsteinartiger Farbe. Sein Gewicht beträgt bei Rüden 49 bis 64 kg und bei Hündinnen 40 bis 59 kg. Rüden haben eine Widerristhöhe von ca. 72 bis 81 cm und Hündinnen von ca. 70 bis 79 cm.
Wesen des Hundes:
Er ist einerseits ausgeglichen, mutig, sehr wachsam, intelligent, hart gegen sich selbst und zurückhaltend gegenüber Fremden, andererseits aber auch recht eigensinnig, selbstständig, selbstbewusst und dominant. Seine extreme Treue und seine Verteidigungsbereitschaft machen ihn zu einem zuverlässigen Schutzhund, der durchaus auch ein angenehmer und liebevoller Familienhund sein kann. Seine Eifersucht anderen Artgenossen gegenüber, machen ihn dagegen eher zu einem Hund der einzeln gehalten werden sollte. Trotz seiner Größe ist er schnell und ausdauernd. Sein entspannter Gang ist federnd und kraftvoll. Er gilt als überaus sensibles Tier.
Pflegehinweise:
Da gibt es keine besonderen. Fest steht aber, er ist für eine Stuben- und Wohnungshaltung absolut ungeeignet. Auch spielt er nicht gern, Ballspiele, Stöckchenwerfen und ähnliches sind unter seiner Würde und langweilen ihn nur. Fellpflege, Streicheleinheiten, Schmusen und Körperkontakt mag er dagegen sehr.
Besonderheiten:
Sein Halter sollte nie vergessen das er einen Herdenschutzhund besitzt, also einen Hund der gewohnt ist vollkommen selbstständig zu agieren. Daher benötigt er unbedingt jemanden mit Erfahrung, der Sicherheit und Respekt ausstrahlt und keinen Anfänger. Unbedingt ist bei ihm auch darauf zu achten, das das Grundstück auf dem man ihn hält gut eingezäunt ist, diese Hunde gucken sich zu gern mal die Umgebung an und wollen am Leben um sich herum voll teilnehmen.