Belgischer Schäferhund Nr. 1 - Der Groenendael

Geschrieben am 18.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Groenendael ist einer von vier Belgischen Schäferhunden, die heute noch anerkannt werden. Ursprünglich gab es viele verschiedene Typen die große Unterschiede aufwiesen, doch gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, genau gesagt im Jahr 1891 führte ein Herr Prof. Adolphe Reul von der belgischen tierärztlichen Hochschule eine Bestandsaufnahme aller noch in Belgien lebenden Schäferhunde durch und begann damit neue Standards aufzustellen. Ziel war es möglichst wenige der heimischen Schäferhund Rassen zu lassen, diese dann aber gezielter zu züchten, woraufhin nur noch wurden vier Rassen im Land anerkannt wurden. Darunter war auch der von dem belgischen Schlossrestaurantbesitzer Nicholas Rose gezüchtete Groenendael. Dieser Herr N. Rose aus Groenendael bei Brüssel paarte seine langhaarige schwarze Schäferhündin "Petite" mit dem schwarzen Schäferhund "Piccard D'Uccle" des Schafzüchters Beernaerts aus Uccle, daraus entstand dann der Stammvater aller Groenendael der Zuchtrüde "Duc de Groenendael". Während des Krieges diente diese Rasse als Sanitätshund, arbeitet als Meldehund an der Front und suchte verwundete Soldaten. Berichte amerikanischer Soldaten über diese Hunde ebneten ihm später den Weg auf den nordamerikanischen Kontinent. Allerdings wurde er auch häufig mit einem schwarzen Deutschen Schäferhund verwechselt. So bezeichneten die Amerikaner den schwarzen Deutschen Schäferhund lange Zeit fälschlicherweise als Belgischen Schäferhund. Heute findet man den Groenendael auf der ganzen Welt häufig auf Hundesausstellungen, als Dienst- und Schutzhund sowie als Familienhund wieder.
Beschreibung:
Er ist eine überaus elegante Erscheinung, sein leichter Knochenbau und sein sehr hoch getragener Kopf lassen ihn edel und stolz wirken. Im Idealfall hat er einen leicht quadratischen gut gewinkelten Körperbau, ist mittelgroß, hochläufig und schlank. Die mandelförmigen intensiv blickenden Augen sind schwarz gesäumt. Der Kiefer lang und schmal mit kräftigem Gebiss. Der lange Fang verjüngt sich zum schmalen schwarzen Nasenspiegel hin. Das lange, glatte, einfarbig schwarze Fell ist an Schulter, Hals und Brust besonders üppig. Er hat dreieckige steife Stehohren und eine mäßig lange reich befederte Rute. Die Rüden werden ca. 60 bis 66 cm und die Hündinnen 56 bis 62 cm hoch. Vom Gewicht her bringen Rüden ca. 25 bis 30 kg und Hündinnen ca. 20 bis 25 kg auf die Waage.
Wesen des Hundes:
Der Groenendael ist ein sehr eleganter Gebrauchshund mit einem sehr ausgeprägten Wach- und Schutztrieb. Er hat ein außergewöhnlich gutes Springvermögen, ist schnell und extrem Wendig. Überhaupt ist er eine ungewöhnlich starke Hundepersönlichkeit, die von klein auf eine ruhige und sanfte aber dennoch konsequente Erziehung braucht. Er ist intelligent, temperamentvoll und bewegungsfreudig und sehr gut für den Hundesport insbesondere Agility geeignet.
Pflegehinweise:
Sein langes und feines Fell braucht viel Pflege, er sollte regelmäßig gebürstet und gekämmt werden und braucht sehr viel Bewegung und Auslauf.
Besonderheiten:
Dieser Hund wurde erst seit Ende des vergangenen Jahrhunderts als eigenständige Rasse anerkannt. Neben seiner natürlichen Hütebegabung ist er auch ein hervorragender Wach-, Dienst- und Begleithund. Man sagt der Groenendael bleibt bis ins hohe Alter agil und fit. Wegen seinem Temperament ist er daher eher etwas für einen erfahrenen Hundehalter und nicht gerade Anfängern zu empfehlen. Als Negativ ist bei ihm nur zu erwähnen, das die Erbkrankheit Epilepsie des öfteren bei ihm auftritt, welche aber meistens nicht von den Züchtern erwähnt wird, da sie eine der wenigen Erbkrankheiten beim Hund ist die nicht Angabepflichtig ist.