Belgischer Schäferhund Nr. 2 - Der Laekenois

Geschrieben am 18.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Laekenois, auch Berger de Leaken genannt, ist der seltenste und ruhigste der vier heute noch anerkannten Belgischen Schäferhunde. Er blieb lange Zeit das Stiefkind unter den Belgischen Schäferhunden, da er sich nicht wie die anderen durch ein super attraktives Äußeres oder durch hervorragende Leistungen hervortat. Auch der jahrelange Streit um die richtige Farbe war bei seiner Rasseanerkennung nicht gerade hilfreich. Die einen wollten ihn lieber in braunrot, die anderen bevorzugten grau. Zudem gab es zwei verschiedene Hauptzuchtgebiete mit einer deutlichen Sprachbarriere, eins in Flamen und eins bei den Wallonen. Der Laekenois wird eigentlich nur in Holland gehalten. Er tauchte zuerst in der Gegend von Boom nahe Antwerpen auf, wo er von flämischen Schäfern die zum Schloss Leaken gehörten gezüchtet wurde. Der Laekenois war übrigens der Lieblingshund der Königin Marie Henriette. Das war so, weil sie die Hunde bei der Arbeit auf dem Gelände ihrer königlichen Residenzen Schloss Leaken ständig beobachten konnte. Dort setzte man ihn nicht nur als Hütehund ein, man nutzte ihn auch zum Schutz des wertvollen Leinens das auf den Wiesen zum Bleichen ausgelegt war. Dies förderte die Popularität dieser Rasse natürlich mächtig. Auch sonst lässt sich der Werdegang dieser Rasse relativ einfach verfolgen, stammt sie doch aus der gleichen Linie wie der Malinois. Als Stammvater gilt hier der rauhaarige mahagonifarbene Rüde „Vos“. Allerdings bedienten sich die Züchter bei ihm teilweise engster Inzucht um die rauhaarige Fellform zu bewahren. Heute gibt es diese Hunde nur noch sehr selten, was ein wenig unverständlich ist, wo er doch eigentlich genauso fruchtbar und arbeitsam wie die anderen Belgischen Schäferhundrassen ist.
Beschreibung:
Er ist ein mittelgroßer, hochläufiger und ziemlich schlanker Hund. Der Kopf ist lang und steht in einem guten Verhältnis zum Körper. Seine dunklen Augen und Augenränder geben einen harmonischen Kontrast zu dem helleren Fell. Die hochangesetzten, steifen Ohren sind am Ansatz gut gerundet. Das rauhaarige Fell, das ihn charakterisiert und zum Exoten unter den Belgiern werden lies, soll zerzaust und strubbelig wirken. Es soll rotblond bis gelb, barsch, trocken und normalerweise leicht gekraust sein. Selbst der Fang ist borstig befedert. Eben ein ästhetisch schöner Hund, der auf runden, kompakten Pfoten mit kräftigen Ballen steht. Sein Körper ist quadratisch, die Brust tief und nicht zu breit, die Schultern lang und stark gewinkelt und die Läufe lang und stark. Die mittellange Rute trägt er herabhängend. Rüden werden ca. 60 bis 66 cm und Hündinnen 56 bis 62 cm hoch und auf die Waage bringen Rüden ca. 25 bis 30 kg und Hündinnen ca. 20 bis 25 kg.
Wesen des Hundes:
Er hat das gleiche typische, unbändige, temperamentvolle Wesen wie alle anderen Belgier auch, ist aber wesentlich gelassener und ausgeglichener, was ihn zu einem guten und zuverlässigen Diensthund macht. Er ist lebhaft, sehr kinderlieb, intelligent, etwas verspielt aber auch sehr sensibel. Er neigt wesentlich weniger zum Beißen und Schnappen als die anderen Belgier und das obwohl er ebenso energisch und eigenwillig sein kann wie diese. Außerdem ist er steht’s wachsam, sehr aktiv, äußerst gelehrig und bewegungsfreudig.
Pflegehinweise:
Gibt es eigentlich keine, nur wie immer viel Liebe, Streicheleinheiten, ab und zu mal kämmen und bürsten und viel, viel Auslauf und Bewegung.
Besonderheiten:
Er ist ein Hund für jemanden der eine treuen und liebevollen Gefährten sucht der bei jedem Wetter gern draußen ist. Man sollte aber beachten das der Laekenois sehr Dominant ist und daher eine frühzeitige und konsequente Erziehung und einen erfahrenen Besitzer braucht. Es ist auch ratsam ihn nicht in einer Wohnung zu halten, er ist eher ein Hund für draußen.