Belgischer Schäferhund Nr. 4 - Der Tervueren

Geschrieben am 19.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Auch der Tervueren ist ein Belgischer Schäferhund und zwar einer der beliebteren Sorten. Seine Geschichte begann nachweislich im Jahr 1895, als ein Herr namens Corbeel aus dem belgischen Ort Tervueren seine beiden mahagonifarbenen, langhaarigen Schäferhunde „Tom“ und „Poes“, welche beide eine schwarze Verbrämung an den Haarspitzen aufwiesen und beide aus einer Zuchtlinie stammten, miteinander verpaarte. Diese beiden zeugten die Hündin „Miss“, welche mit dem schwarzen „Duc de Groenendael“ gedeckt wurde. Aus dieser Verbindung entstand der Stammvater der Tervueren der Rüde „Milsart“, der sogenannt Prototyp dieser Rasse. Das es diese Hunde allerdings in ihrer heutigen Form noch gibt, haben sie auch ihrem wohl bedeutensten Förderer dem Bauern Tuykom zu verdanken, der eine überaus strenge und harte Zuchtauswahl betrieb und dafür bekannt war die besten Hunde zu besitzen. Auf Spezialzuchtschauen in Tervueren wurden bereits in den Jahren 1931 und 1932 über 40 Tiere dieser Rasse vorgestellt. Allerdings überstand die Rasse die Kriegsjahre fast nicht, in dieser Zeit wurden sie fast ausgerottet. Nur dem überlebenden sehr hübschen Exemplar „Wifly de la Garde Noir“ ist es zu verdanken, das es die Tervueren auch heute noch gibt. Sie entflammte das Interesse für diese Rasse neu und trug dazu bei das sich der Tervueren heute wieder einer großen Wertschätzung und Beliebtheit erfreut.
Beschreibung:
Der Tervueren entspricht sowohl körperlich wie auch wesensmäßig voll und ganz dem Groenendael. Der einzige unterschied liegt in seinem Fell welches lang, weich und doppelt pigmentiert ist und in dem die hellen Einzelhaare alle eine schwärzliche Spitzenfärbung aufweisen. Er ist meist rehbraun bis fahlgelb gefärbt mit einer schwarzen Wolkung welche die Grundfarbe dunkler schattiert. Diese schwarze Abtönung sollte immer wie angehaucht wirken und darf grundsätzlich nie in Form von großen Platten oder Streifen auftreten. Eine schwarze Maske ist aber erlaubt. Sein athletischer, quadratischer Körper steht auf runden Pfoten mit harten, schwarzen Krallen. Die lange Halskrause verhüllt die dichte Unterwolle aus feinem schwarzen Haar und auch die sich sanft verjüngende Rute ist mit dicken, dichten Fell bedeckt. Die gewünschte Größe liegt beim Rüden im Durchschnitt zwischen ca. 60 bis 66 cm und die der Hündinnen bei 56 bis 62 cm und das Idealgewicht der Rüden bei ca. 25 bis 30 kg und das der Hündinnen bei ca. 20 bis 25 kg.
Wesen des Hundes:
Er ist ein sehr gelehriger, intelligenter Hund mit einer hohen Konzentrationsfähigkeit. Wie alle Belgischen Schäferhunde ist er sehr bewegungsfreudig, extrem lebhaft, wachsam, kinderlieb und zugleich sensibel, er braucht daher eine feste aber einfühlsame Erziehung. Durch seinen hervorragenden Spürsinn, seine große Geschicklichkeit und seine gute Abrichtbarkeit wird er nicht nur gern als Hütehund sondern oft auch als Dienst- und Schutzhund eingesetzt. Auch liebt er das Wasser und schwimmt sehr gern.
Pflegehinweise:
Sein langes feines Fell benötigt viel Pflege und sollte regelmäßig, wenn nicht sogar täglich gekämmt und gebürstet werden. Auch braucht er viel Auslauf und Bewegung und möglichst eine Aufgabe die ihn voll ausfüllt.
Besonderheiten:
Der Tervueren eignet sich bestens zum Viehhüten, für Geschicklichkeitsprüfungen, als Polizei- und Schutzhund sowie als Helfer von Blinden und Behinderten. In den letzten Jahren bewährt er sich auch erfolgreich als Spürhund, der illegale Drogen erschnüffeln kann. Durch sein attraktives Aussehen erfreut er sich heute allerdings auch einer wachsenden Beliebtheit als Familienhund, wogegen nichts spricht solange man ihn nicht in einer Wohnung hält und sich viel mit ihm beschäftigt. Er ist zum Beispiel der ideale Gefährte für Hundesport wie Agility.