Bosnischer Schäferhund - Tornjak

Geschrieben am 15.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Bosnische Schäferhund Tornjak, der auch als Bosnisch-Herzegowinischer Hirtenhund Tornjak, Hrvatski Tornjak, Kroatischer Gebirgshund Tornjak oder Kroatischer Hirtenhund Tornjak bezeichnet wird, gehört zur Gruppe der südeuropäischen Hirtenhunde. Er kommt ursprünglich aus dem Gebiet von Bosnien-Herzegowina und stammt wahrscheinlich von Hunden ab, die mit ihren Herden aus dem Gebiet des heutigen Irak über den Balkan in diese Region gelangten. Wenn man den Geschichten und Berichten glaubt gibt es diese Rasse schon seit mindestens 1000 Jahren in dieser Gegend, wo sie auch heute noch in großer Zahl gehalten wird. In ersten Aufzeichnungen nannten ihn Chronisten vor neun Jahrhunderten Canis montanus Berghund, die Bewohner seiner Heimat bezeichnen ihn allerdings von Alters her als Tornjak. Da sie seinen Namen von seiner Arbeitsweise, als Pferch-Wächter ableiteten. Erstaunlich ist nur das der Tornjak sich im letzten Jahrtausend fast unverändert erhalten hat, also so lange Zeit allen Einflüssen anderer Rassen mit denen sie in Kontakt kam widerstand. Die nächste Beschreibung dieser Hunde steht dann erst in Aufzeichnungen aus dem Jahre 1067 von katholischen Priestern, die damals durch Bosnien reisten. Weitere Erwähnungen befinden sich zudem in Schriften der kroatischen katholischen Kirche im bischöfischen Archiv von Djakovo aus den Jahren 1374 und 1752. Das erste Bild dieser Hunde erschien 1923 in einem Bericht des Herrn Staphanitz. Direkte Rassebeschreibungen des Tornjak befinden sich allerdings auch 1958 in der Zeitschrift „Moj Pas“ in einem Artikel von Ratimor Orban und 1967 in der „Working Dogs of the World“ in einem Artikel von einem Hubbard. Mit dem Rückgang des Wanderschäfertums wurden die Tornjaks immer weniger, so das man 1972 erstmals begann die kümmerlichen Restbestände richtig zu erfassen und weiter zu züchten. In diesem Jahr wurde auch sein Standard von jugoslawischen Kynologen festgelegt. 1979 gründete man in Zagreb sogar die „Kommission für die Standardisierung des Tornjak und die Einführung der Kontrollierten Zucht“. Daraufhin erschien 1980 eine weitere Veröffentlichung von einem Sandor Horvat und 1981 eine Serie über den Tornjak in der jugoslawischen Jagdzeitschrift von Ante Kozina. Woraufhin der Tornjak 1981 offiziell durch den JKS (Jugoslawischen Kynologischen Verband) anerkannt wurde. Derzeit gibt es vier Torjak-Clubs, die sich alle um eine ordentliche Zuchtarbeit bemühen und ihre Hunde auch Ausstellen. So das die vorläufige Anerkennung durch den FCI am 10.2.2006 erfolgte.
Beschreibung:
Der Tornjak hat einem kräftigen Körperbau ,starke Knochen und eine sehr gut entwickelte Muskulatur. Die Augen sind meist dunkel, es gibt aber auch Hunde mit blauen Augen. Seine Hängeohren stehen leicht vom Kopf ab und sind mittelgroß. Er hat einen großen Kopf, ein kräftiges Gebiss, einen geraden Rücken, eine breite, tiefe Brust mit gut gewölbten Rippen und starke Gliedmaßen mit harten Ballen und gut gebogenen Zehen an den Pfoten. Die hoch angesetzte Rute ist buschig und wird herunter hängend getragen. Er ist mit einem langen, weichen, leicht gewellten, sehr dichten Fell ausgestattet, das eine gut entwickelte Unterwolle aufweist. Er kommt in den Farben weiß mit plattenförmigen Flecken in schwarz, grau, gelb, rot, hell- und dunkelbraun oder dunkel mit weißen Abzeichen und in einfarbig weiß, schwarz oder braun vor. Er wird ca. 65 bis 80 cm hoch und wiegt ungefähr 40 bis 55 kg.
Wesen des Hundes:
Er ist seiner Familie in großer Zuneigung und Verbundenheit treu ergeben. Er ist ruhig, sanft, liebebedürftig, gelassen, sehr gelehrig, wendig, bescheiden, anspruchslos, wachsam aber nie aggressiv, sondern freundlich und geduldig, auch fremden Kindern gegenüber.
Pflegehinweise:
Er sollte regelmäßig gebürstet werden, viele Streicheleinheiten erhalten und sehr viel Auslauf und Beschäftigung, sowie einen Platz in der Familie und eine Aufgabe haben.
Besonderheiten:
Er gehört nicht eingesperrt weder in einer Wohnung noch in einem Zwinger, sondern braucht seine Freiheit, sein Rudel, eine Aufgabe und den Himmel über sich um glücklich zu sein.