Englischer Schäferhund Nr. 2 - Border Collie

Geschrieben am 20.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Die Border Collies erhielten ihren Namen erst 1915, obwohl sie wohl schon sehr viel länger in dem hügeligen gebüschreichen schottischen Grenzland verwendet wurden. Das verdankt diese Rasse dem Schöpfer des ersten Zuchtbuches dem Herrn James Reid, dessen Hündin „Old Maid“ Anlass zu diesem Eintrag und auch die Nummer 1 in der Liste der Borders war. Genau die Gegend des schottischen Grenzlands, in der sie am meisten gehalten wurden, scheint auch mit der Namensgeber gewesen zu sein, denn Border bedeutet nichts anderes als Grenze. Erstmals erwähnt wurde der Border Collie, auch einfach Border genannt, aber bereits 1570 als jemand über seine lautlose, geduckte und behutsamen Arbeitsweise schrieb und auch als Schäfer 1873 erstmals einen Hütehundewettbewerb mit ihm organisierten. Diese Rasse wurde ganz gezielt aus Hochland- sowie Tiefland Collies verschiedener Art herausgezüchtet. Man wollte mit ihm einen Hirtenhund schaffen der gutmütiger und zugleich freundlicher war und weniger scharf und jagdeifrig als andere Schäferhunde, was aber nicht ganz gelang. So wird er nun seit ca. 150 Jahren mit seinem jetzigen Standard gezüchtet und übertrifft nunmehr alle anderen Hütehunde an Leistungsfähigkeit spielend. Er gehört heute zu den beliebtesten, diensttuenden Schäferhunden in Großbritannien und Irland. Wo er speziell für das Zusammensuchen verstreuter Schafe in weitem und unwegsamem Gelände, das ruhige und schonende Heranbringen, das exakte Umtreiben, Abtrennen und Einpferchen kleiner Schaftrupps eingesetzt wird, was so wie er keine andere Hunderasse schafft.
Beschreibung:
Er ist ein mittelgroßer, gut proportionierter, drahtiger Hütehund mit einem mäßig langen, rechteckigem Rumpf, gut gerundeten Rippen und einer ziemlich breiten Brust. Der Schädel wirkt relativ breit und quadratisch. Die recht großen braunen Augen stehen weit auseinander und verleihen ihm einen sanften Ausdruck. Nur bei einem Blue-Merle farbigen Hund dürfen beide Augen oder manchmal auch nur eins eine blaue Farbe haben. Das wetterbeständige Fell besteht aus dem glatten, langen, dichten, weichen und schimmernden Deckhaar und einer kurzen dichten Unterwolle. An Gesicht, Ohren und den Vorderläufen ist des Fell etwas kürzer, an Kragen, Bauch und Hinterläufen länger und plüschiger. Er hat starkknochige, gerade Vorderläufe und einen keilförmigen Fang mit leicht stumpfer Spitze. Die mittelgroßen Ohren sollten nicht zu hoch ansetzt sein und werden meistens halb aufrecht getragen. Es gibt aber auch einen Schlag mit Stehohren und weniger dichter Behaarung, die aber vorwiegend nur im südlichen Teil Englands. Farbmäßig ist alles erlaubt was schwarz-weiß, schwarz-braun, braun oder blue-merle ist. Rassetypisch ist bei ihm auch der geschmeidige, freie, fast schwebende Gang, bei dem die Läufe möglichst wenig angehoben werden.
Wesen des Hundes:
Er ist ein aufgeweckter, anhänglicher aber auch schwieriger Hund. Seine hervorragenden Hüteeigenschaften basieren teilweise noch auf einem starken Raubtierinstinkt, was man bei seiner Anschaffung unbedingt bedenken sollte. Er ist intelligent, klug, leichtführig, robust und gesund, sehr lebhaft und besitzt einen überaus großem Arbeitseifer und Bewegungsdrang.
Pflegehinweise:
Sein Fell sollte regelmäßig gebürstet und gekämmt werden, er braucht extrem viel Auslauf und einen Besitzer mit viel Zeit und Ausdauer.
Besonderheiten:
Er sollt nie zu einem Schutzhund ausgebildet werden, würden dabei doch die in jahrelanger Selektionszucht unterdrückten aggressiven Triebe wieder geweckt. Er braucht dringend eine richtige Aufgabe und sollte ständig gefordert werden, da sein überaus starker Arbeitseifer sonst durchaus dazu führt das er bissig wird und anfängt Menschen und auch Artgenossen zu treiben und zu jagen. Er sollte nie als reiner Wohnungshund und auch nur von erfahrenen Besitzern gehalten werden die ihm eine strenge und konsequente Erziehung und eine Arbeitsaufgabe bieten können, die ihn voll und ganz ausfüllt.