Französischer Schäferhund Nr. 1 - Berger de Beauce

Geschrieben am 23.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Berger de Beauce, zählt zu den Französischen Schäferhunden. Die Rasse scheint ziemlich alt zu sein, da er auffallend den 2000 Jahre alten Skelettfunden aus Ostfrankreich ähnelt. Sehr wahrscheinlich stammt er aber von englischen Deerhounds ab, die flämische Mönche mitbrachten als sie sich im 13. Jahrhundert in Frankreich ansiedelten. Diese Hunde vermischten sich mit den einheimischen Schäferhunden wodurch der Berger de Beauce entstand. Auch stammt er anders als sein französischer Name vermuten lässt gar nicht aus Beauce, einer Region in Nordfrankreich die zwischen Chartres und Foret d' Orleans liegt. Seinen jetzigen Namen bekam er 1863 auf der ersten Pariser Hundeausstellung nur, um ihn und den Briard auseinander zu halten. Vorher nannte man ihn Chien de Beauce, Beauceron und Bas Rouge oder sah in ihm einfach nur eine kurzhaarige Variante des Berger de Brie. Aber das stimmt nicht, beide Hunde sind eigenständige Rassen, die zwar von den gleichen alten Flachlandhirtenhunden abstammen, sich aber ansonsten völlig unterschiedlich entwickelten. Der Berger de Beauce ist einer dieser Hütehundschläge der Wanderschäferei, die wegen ihrer Fähigkeit die Herde zu führen und zu schützen extra gezüchtet wurden und die in ganz Frankreich überall anzutreffen sind.
Beschreibung:
Vom Aussehen her ähnelt er einer Mischung aus Mastiff und Dobermann. Der Beauceron ist ein machtvoller Hund von kräftiger, muskulöser Gestalt. Er hat einen schmalen Kopf mit einer Stirnfurche, eine gerade nicht zu spitze Nase und ein kräftiges Scherengebiss. Der rechteckige Rumpf soll muskulös, der Rücken gerade, die Brust tief und die Lendenpartie breit und wohlgerundet sein. Die langen geraden Läufe sind sehr kräftig und die Pfoten eher katzenartig. Leider wird im Standard auch noch auf die eigentlich unnötigen und für das Tier eher hinderlichen doppelten Afterkrallen bestanden, da heute aber zum glück schon oft im Interesse der Gesundheit der Tiere je nach Region entfernt werden dürfen. Die Augen sind bei schwarzen Tieren dunkel und bei helleren hellgefärbt. Die Ohren dürfen heute unkupiert herabhängen oder müssen beschnitten aufrecht stehen, was man den Hunden aber in der heutigen Zeit nicht mehr antun sollte. Die leicht befranste Rute reicht bis zum Sprunggelenk und endet mit einem leichten Haken an der Spitze. Das Fell ist glatt, relativ kurz, 3 bis 4 cm lang und enganliegend und an der Unterseite etwas ausgefranst. Die Farbe des Fells darf tiefschwarz, grau, schwarz mit lohfarbenen bis eichhörnchenroten Abzeichen, lohfarben, fahlrot, grau mit schwarzen Flecken, blau gefleckt mit lohfarbenen Abzeichen und grau-schwarz gefleckt mit rotem Brand sein. Nur ein weißer Fleck an der Brust ist grundsätzlich nicht erlaubt. Seine Widerristhöhe beträgt beim Rüden 65 cm bis 70 cm und bei Hündinnen 61 cm bis 68 cm. Das Gewicht sollte bei Rüden zwischen 30 und 39 kg und bei Hündinnen zwischen 27 bis 37 kg liegen.
Wesen des Hundes:
Er ist ein ausdauernder unermüdlicher, verlässlicher und pflichtbewusster Arbeiter, mit einem sicheren furchtlosen Auftreten. Er ist ehrlich, brav, anhänglich, furchtlos, etwas eigenwillig aber nie böse, ängstlich oder unruhig. Er hat normalerweise eine hohe Reizschwelle, ist unbefangen, sehr aktiv, intelligent, wendig, mutig und mächtig anhänglich und nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen.
Pflegehinweise:
Das kurze Fell braucht nicht viel Pflege, regelmäßiges bürsten reicht. Aber dieser wendige, kraftvolle Körper braucht sehr viel Bewegung und Auslauf und liebevolle Zuwendung.
Besonderheiten:
Diese Hunde werden heute nicht mehr nur als Hüte- und Treibhund eingesetzt, sie sind auch hervorragende Rettungs-, Wach- und Schutzhunde sowie Familien- und Gebrauchshunde und auch als Ausstellungshund wird er in Europa immer beliebter. Sie brauchen allerdings eine feste Hand, da die Gehorsamkeitserziehung zuweilen ein wenig schwierig ist. Trotz seiner Größe und seines Temperaments kann man diesen schönen Hund in einer Wohnung halten, denn er braucht sein Rudel und den Kontakt zu seinen Menschen um glücklich zu sein. Man sollte ihm aber als Ausgleich sehr viel Auslauf bieten.