Französischer Schäferhund Nr. 4 - Berger de Pyrénées

Geschrieben am 25.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Berger de Pyrénées, auch Pyrenäenschäferhund genannt, ist eine Hunderasse die sich, anders als viele künstlich geschaffene Rassen wie der Eurasier, langsam und allmählich über die Jahrhunderte entwickelte. Sie entstand in der Pyrenäenregion zwischen Lourdes und Gavarnie und entsprach voll den Anforderungen der Bergschäfer dieser Region. Nicht die Menschen sondern die Gebirgslandschaft der Pyrenäen, die Wetterbedingungen und ihre Arbeit, das selbständige Hüten der Herden, formten den Berger de Pyrénées zu dem was er heute ist. Ein ausgezeichneter Hütehund der optimal an die Arbeit und das Wetter im Hochgebirge angepasst ist, mit einem hohen Maß an Intelligenz und Selbstbewusstsein, viel Mut und extrem viel Energie. Trotzdem blieb diese Rasse bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in der Kynologie (Die wissenschaftliche Lehre von den Hunden) so gut wie unbekannt. Was wohl auch ein Grund dafür ist, das der Rassestandard erst in den Jahren 1921 bis 1925 erstellt wurde. Was nicht so einfach war, da die Hunde von einem Tal zum anderen beträchtlich variieren, zumindest Gestalt und Fell sind je nach ihrer Herkunft sehr unterschiedlich, nur Verhalten und Charakter sind bei allen gleich. Er soll mit dem Katalonischen Hirtenhund Verwandt sein, bewiesen ist das aber nicht.
Beschreibung:
Er kommt in den Schlägen bzw. Typen lang-, ziegen- und glatthaarig vor. Unterteilt wird die Rasse offiziell aber nur in 2 Varianten dem langhaarigen, der mehr oder weniger stark zottelig ist und deutlich weniger Unterwolle besitzt, dafür aber wesentlich weiter verbreitet ist. Und der glatthaarigen Variante, die auch Face Rase genannt wird, deutlich kürzere Behaarung hat und viel weniger verbreitet ist. Sie unterscheiden sich auch in anderen Bereichen wesentlich. Der langhaarige hat eher eine dreieckige Kopfform, weil der Fang deutlich kürzer ist, sowie eine Widerristhöhe von ca. 40 bis 46 cm und wiegt zwischen 8 und 12 kg. Der glatthaarige soll dagegen einen etwas bärenartigen Kopf haben und so ca. 46 bis 54 cm hoch und ca. 18 kg schwer sein. Da sie aber alle zu einer Rasse zählen, dürfen sie auch miteinander gekreuzt werden, was die Fans und Züchter der verschiedenen Typen und Varianten aber nicht so gern sehen. Für alle gilt jedoch das das Gesichtshaar kurz und sehr fein ist und das lange Haar auf Kopf und Wangen nach hinten gekämmt werden sollte, damit die Tiere ein freies Blickfeld haben. Ihr Körper soll langgestreckt, die Hinterhand gut gewinkelt und die schlanken Vorderläufe sehnig sein. Was die Bewegung im Schritt ziemlich verkürzt, wodurch der Trab, seine bevorzugte Gangart, frei und kraftvoll macht. Die aufgeweckten, dunkelbraunen Augen sind schwarzgesäumt und sehr Ausdrucksstark. Die Rute sollte lang und möglichst nicht wie früher kupiert sein. Er kommt in den Farben Gestromt, Schwarz und Schwarz mit weißen Flecken, Fauve mit und ohne Beimischung schwarzer Haare und gelegentlich etwas Weiß an Brust und Gliedmaßen, Grau mit oder ohne Weiß an Kopf, Brust und Gliedmaßen, Harlekin bzw. Schwarz mit Blau gesprenkelt vor.
Wesen des Hundes:
Er ist ein überaus lebhaft, stets wachsamer, etwas misstrauischer, sehr pfiffiger, impulsiver, extrem bewegungsfreudiger, mutiger, schlauer, etwas eigensinniger kleiner Hund mit einem einzigartigen Auftreten. So sehr er seinem Herrn ergeben ist, so misstrauisch verhält er sich Fremden gegenüber. Geradezu charakteristisch sind für ihn sein, sanftes, freundliches Wesen, seine Kraft, Gesundheit, Ausdauer, sowie seine hervorragende Auffassungsgabe, Gelehrigkeit, seine flinken, rasanten Bewegungen, und seine schnelle und unermüdliche Arbeitsweise.
Pflegehinweise:
Er benötigt eine feste Hand, um seine Energie und Lebenslust in die richtigen Bahnen zu lenken, ein regelmäßiges Bürsten des Fells und viel Auslauf sowie Liebe.
Besonderheiten:
Diese temperamentvolle Rasse welche auf Schnelligkeit, Ausdauer und ein aktives Leben gezüchtet wurde sollte, nicht in einer kleinen Wohnung gehalten werden. Er braucht eine Aufgabe, die ihn ausfüllt und viel frische Luft.