Französischer Schäferhund Nr. 5 - Berger de Picardie

Geschrieben am 25.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Berger de Picardie, auch Berger Picard genannt, gelangt bereits im 9. Jahrhundert vor Christus mit den Kelten nach Frankreich in die Picardie und den Pas de Calais und ist damit die älteste französische Schäferhundrasse. Er war gerade wegen seiner natürlichen Schärfe sehr beliebt, die ihn sowohl für die Bauern und Hirten als auch für Zöllner und Straßenräuber zum geschätzten Begleiter machten. Er hat sich in den Jahrhunderten seiner Existenz nicht nur als hervorragender Helfer der Schäfer und Hirten, sondern auch als Wachhund sowie Treibhund bei Rinderherden bewährt. Da sich ihre Population auf die wenigen Bauernhöfe in Nordostfrankreich konzentrierte, wurde diese Rasse durch die beiden Weltkriege an den Rand des Untergangs gebracht und ist daher noch heute nur noch sehr selten anzutreffen. Ein Exemplar dieser Rasse wurde zwar erstmalig 1863 ausgestellt, der Rassestandard wurde aber erst 1925 festgelegt. Das Problem lag aber wohl am mangelnden Zuchtmaterial, weshalb die heutigen Tiere auch ein sehr hohes Inzuchtpotential aufweisen. Der Berger de Picardie wird heute zwar von einzelnen Züchtern, Liebhabern der Rasse und Bauern seiner Heimatregion gezüchtet, erlangte aber nie wieder die Bekanntheit um auf französischen Ausstellungen oder im Ausland präsent zu sein was eigentlich sehr bedauerlich ist.
Beschreibung:
Er ist ein mittelgroßer, quadratischer, kräftiger, starkknochiger, eleganter Hund, mit einem lebendigen, wachen Gesichtsausdruck. Die Körperlänge entspricht bei ihm der Schulterhöhe. Seine Brust soll tief, die Hüften breit, die langen Schultern etwas schräg und die Läufe gut bemuskelt sein. Sein Kopf steht in guter Proportion zum Körper. Der mäßig breite Schädel hat eine leicht gewölbte Stirn und zeigt wenig Stop. Die dicken Augenbrauen sollten die Augen nicht bedecken und der spitz zulaufende Fang ein vollzähliges Scherengebiss haben. Die mittelgroßen Augen sind farbmäßig immer von der Fellfarbe abhängig, sollten aber nie zu hell oder glasig sein. Die etwas hoch angesetzten, nicht zu großen Ohren sind spitz, werden immer aufrecht getragen und stehen ziemlich weit auseinander. Das dichte, wetterfeste Fell fühlt sich etwas barsch und kraus an und ist ca. 5 bis 6 cm lang. Es sollte halblang, hart und weder lockig nach ganz glatt sein. Der Berger de Picardie kommt in den Farben fahlgelb, rehbraun, grau, grauschwarz, graublau, graurot, mit oder ohne weiße Abzeichen an den Zehen vor. Große weiße Flecken oder Abzeichen sind allerdings nicht erlaubt. Die Rüden dieser Rasse haben eine Größe von ca. 60 bis 65 cm und Hündinnen von ca. 55 bis 60 cm, bei einem durchschnittlichen Gewicht von ca. 23 bis 38 kg.
Wesen des Hundes:
Der pikardische Schäferhund ist solide, zuverlässige und sehr selbstbewusst. Durch seine natürliche, angeborene Schärfe benötigt er eine konsequente, geduldige, beharrliche, aber auch sensible, nicht zu strenge Erziehung und eine durchsetzungsstarke Bezugsperson. Er ist sehr wachsam, gelehrig, intelligent, treu, selbstständig und etwas eigenwillig, wie fast alle Hütehunde auch. Diese Rasse hat den Ruf der beste Schutzhund überhaupt zu sein und das er durch seine hervorragenden körperlichen Eigenschaften nie, weder als Hüte- noch als Schutz- oder Spürhund versagt.
Pflegehinweise:
Er ist ein sehr pflegeleichter Hund, der regelmäßig aber nicht täglich gebürstet werden sollte, dafür aber sehr viel Auslauf, frische Luft und eine Beschäftigung braucht.
Besonderheiten:
Diese Rasse ist absolut nichts für Anfänger, da er aufgrund seiner Bereitschaft, sich auch mal mit den Zähnen durchzusetzen, nur in erfahrene Hände gehört. Eine reine Wohnungshaltung sollte man diesem bewegungsfreudigen, aktiven Hunden nicht antun. Obwohl er nicht nur ein Arbeitshund, sondern auch ein zuverlässiger, anhänglicher Familienhund sein kann.