Französischer Schäferhund Nr. 7 – Chien des Pyrénées

Geschrieben am 28.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Chien des Pyrénées wird auch Chien de Montagne des Pyrénées, Great Pyrénées, Pyrenäenberghund, Pastou oder einfach nur Patou genannt und ist eine alte anerkannte französische Schäferhundrasse. Die wenn man den Geschichten und Legenden glaubt bereits seit undenklichen Zeiten in den Hochtälern der Pyrenäen ansässig ist. Die Franzosen sagen, er ist der älteste Helfer der Hirten überhaupt und gilt als Teil des Kulturgutes der pyrenäischen Bergleute. Er soll von den Tibetanischen Doggen, die vor 1000 Jahren aus Asien importiert wurden und einheimischen Hunden aus den Sumpfgebieten abstammen, das weiß man aber nicht so genau. Es gibt auch Leute die behaupten diese prächtigen Hunde, stammen vom Maremmaner Hirtenhund, ungarischen Kuvasz, slowakischen Cuvac und dem türkischen Karabash ab, was allerdings auch nicht bewiesen ist. Fest steht jedoch das er bereits im Mittelalter bekannt war und schon damals nicht nur von den Hirten, sondern auch zur Bewachung der Schlösser verwendet wurde. Seine erstmalige Erwähnung stammt aus dem 14. Jahrhundert, wo er in Dokumenten des Gaston Phoebus und in Stichen aus dieser Zeit auftaucht. Bereits im 15. Jahrhundert war er so beliebt, das auch Louis der 14. sich einen für seinen Hof anschaffte und auch der im 17. Jahrhundert herrschende Ludwig der 14. besaß einen Hund dieser Rasse. Die erste richtig ausführliche Beschreibung des Chien des Pyrénées stammt aber erst aus dem Jahre 1897 und befand sich im Buch des Grafen von Bylandt. Zehn Jahre später legte man aber erst den offiziellen Standard dieser Rasse fest, der auch heute noch gültig ist.
Beschreibung:
Er ist ein großer, imposanter, eleganter und kräftig gebauter Hund. Sein Körperbau sollte stämmig und etwas länger als hoch sein. Die Rückenlinie ist lang, breit, muskulös und gerade und die Brust breit und tief, mit leicht gewölbten Rippen. Der etwas flache, leicht gewölbte Schädel hat eine schwache Furche. Die leicht herunterhängenden Lefzen sollen genau wie Gaumen und Nase immer schwarz sein und die kleinen, etwas schräggestellten, ruhig blickenden Augen bernsteinfarben. Die kleinen dreieckigen Hängeohren sind in Augenhöhe angesetzt und liegen eng am Kopf an, können aber bei Aufregung an der Basis leicht aufgerichtet werden. Der kräftige Hals ist ziemlich kurz und bildet eine Hautfalte. Die kräftigen Gliedmaßen stehen gerade und haben eine wollige Befederung. Seine Pfoten sind klein, kompakt und haben etwas gekrümmte Zehen. Der Gang des Pyrenäenberghundes ist kraftvoll und frei, aber niemals schwerfällig. Es gibt auch Hunde mit doppelten Afterkrallen, diese sollten aber kupiert werden, damit das Tier nicht behindert wird. Die lange, buschige Rute sollte immer herabhängend und unten leicht eingerollt sein. Das dichte, lange Fell ist glatt und ziemlich weich, wobei das Deckhaar aus üppigen anliegenden langen, am Hals auch manchmal welligen, Haaren besteht und die Unterwolle aus sehr feinen wolligen Härchen. Die Farbe des Fells ist hauptsächlich weiß mit grauen, dachsfarbenen, orangefarbenen, rostigen oder blassgelben hellen Abzeichen. Die Rüden werden etwa 70 bis 85 cm und die Hündinnen 65 bis 75 cm hoch, wobei alle im Durchschnitt zwischen 45 bis 65 kg wiegen.
Wesen des Hundes:
Er hat ein achtungsgebietendes Auftreten, ist kräftig, wendig aber auch sanftmütig und treu. Sein Hang zur Unabhängigkeit und Eigeninitiative, erfordert von seinem Herrn eine gewisse Autorität. Er ist stark, selbstsicher, gewissenhaft, geduldig, mutig, ausgeglichen und mächtig eigenwillig. Trotz seiner Eleganz und Geschmeidigkeit ist er auch schnell und ausdauernd.
Pflegehinweise:
Sein Fell sollte regelmäßig Gestriegelt werden, sein Gemüt braucht Liebe, Geduld und eine eiserne Hand im Samthandschuh und sein Bewegungsdrang sehr viel Auslauf.
Besonderheiten:
Wegen ihrer Größe ist sie für Stadt und Wohnungshaltung eher ungeeignet. Er braucht viel Auslauf in freiem Gelände und eine sehr konsequente Erziehung. Er eignet sich sowohl für das Treiben und Hüten, als auch zum Wach-, Schutz- und Lawinenhund.