Griechischer Schäferhund - Pimenikos Hellenikos

Geschrieben am 28.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Griechische Schäferhund Pimenikos Hellenikos wird manchmal auch als Ellenikos Poimenikos, Hellenikos Pimenikos oder Hellenikos Poimenikos bezeichnet. Historisch gesehen gab es sie wohl schon im alten Athen, da sie bereits in den schriftstellerischen Lehrwerken von Xenophon und Aristoteles beschrieben wurden. Auch auf Darstellungen alter Gefäße und Zeichnungen aus dieser Zeit sind Hunde dieser Art zu finden. Ihre Wurzeln werden in den bekanntesten Hunden des Altertums den molosoiden Hunden, die geographisch zum alten Epirus gehörten, gesehen. Diese Tiere sollen die genetischen Grundlagen der heute lebenden griechischen Schäferhunde gelegt haben. Die Nachfahren dieser Hunde kreuzten sich sehr wahrscheinlich mit anderen gemischten lokalen Arten der altgriechischen Gebiete und bewahrten danach über die Jahrhunderte in dem isolierten und unbegehbaren Gebieten des Pindosgebirges ihr Aussehen bis in unsere Tage hinein. Obwohl die Rasse so alt ist, fehlt ihr bis heute die Anerkennung durch internationale und nationale Verbände und Vereine. Das kommt daher, weil es den griechischen Hirten und Schäfern nie um Ahnentafeln, Ausstellungen oder Schönheitskriterien ging, sondern einzig um die Leistung ihrer Hunde. Auch als die Hunde nach dem 2. Weltkrieg stark dezimiert waren stellte die griechischen Gesellschaft andere Prioritäten. So verging die entscheidende Periode in der Entwicklung dieser traditionellen Hunderasse in den Jahrzehnten von 1950 bis 1970 ohne deren Zukunft abzusichern. Heute fangen die Griechen gerade erst an ihren bodenständigen Hellenikos Pimenikos im Norden zu Makedonien wieder zu entdecken. So gibt es heute nun endlich Bestrebungen eine Anerkennung für diese Rasse zu bekommen. Dafür wurde vor ein paar Jahren sogar der Verein "Verein der Freunde des griechischen Schäferhundes" in Griechenland gegründet, der bei einer Ausstellung im Jahr 2002 erstmalig rund 80 Hunde dieser Rasse vorstellte.
Beschreibung:
Dieser wunderschöne Hund kommt äußerlich fast einem dickfelligen kleinen Owtscharka gleich. Er sollte mittelgroß, und nicht zu schwer sein, kleine bis mittelgroße Hängeohren besitzen und eine nicht zu schlanke Schnauze mit einem starken Gebiss haben. Glatthaarige Hunde ohne Unterfell können die Wetterbedingungen im Freien nicht überleben, daher sollte sein Fell aus einer dichten, dicken Unterwolle und langen, kräftigen etwas struppigen Deckhaaren bestehen. Die lange Rute sollte unbedingt buschig und kräftig sein, da sie neben anderen praktischen Eigenschaften, wie zum Beispiel das zudecken der Schnauze des im Freien schlafenden Hundes um seine Körpertemperatur unverändert zu halten genutzt wird. Aber sie ist auch dazu da bei Kampfmanövern mit anderen Hunden oder Raubtieren das Gleichgewicht zu halten. Außerdem gilt sie nach dem Verständnis der Ziegen- und Schafzüchter auch als bedeutendes Schönheitsmerkmal dieser Rasse. Die Färbungen der Hunde sind extrem unterschiedlich, da sie nichts mit dem Körpertyp und der Arbeitsleistung zu tun haben, gelten bei den Griechen alle Farben als zulässig.
Wesen des Hundes:
Der Griechische Schäferhund Pimenikos Hellenikos ist ein kräftiger, mutiger, scharfsichtiger, wachsamer und treuer Geselle, mit ausgeprägten Schutzinstinkten. Sie gelten als intelligente, sehr selbständige, bewegungsfreudige und arbeitswillige Hunde. Sie vertragen sich mit ihren Artgenossen genauso wie mit anderen Tieren, sind kinderlieb und sehr anhänglich.
Pflegehinweise:
Ihr Fell sollte regelmäßig intensiv und liebevoll gekämmt und gebürstet werden. Sie brauchen viel Auslauf und möglichst eine sinnvolle Beschäftigung.
Besonderheiten:
Es sind Arbeitshunde die nicht in einer Wohnung gehalten werden sollten und die eine nicht zu strenge aber konsequente Erziehung durch einen erfahrenen Halter benötigen. Sie sind nicht nur gute Hütehunde sondern auch qualifizierte Schutz-, Wach- und Familienhunde.