Holländischer Schäferhund - Nederlandse Herdershond

Geschrieben am 29.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Nederlandse Herdershond, auch Hollandse Herdershond genannt, ist seit Beginn des 18. Jahrhunderts bekannt. Er stammt aus dem Gebiet von Noord-Brabant, Achterhoek, Overijssel und in Drenthe. Das Interesse der Niederländer für diese einheimischen Hunde erwachte aber erst im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts, als im April 1874 der erste Hirtenhund dieser Rasse auf einer Ausstellung in Amsterdam gezeigt wurde. Woraufhin man im Jahr 1875 seine erste Rassebeschreibung erstellte. Zu seinem Namen Holländischer Schäferhund bzw. Hollandse Herdershond kam es aber erst 1878. Was einige Verwirrung stiftete, da der "Holländer" eigentlich ein Niederländer ist, der nicht mal im ganzen Königreich verbreitet war. Das machte den Niederländern aber nichts, die hatten sowieso nie die Initiative für eine Reinzucht ergriffen, ganz im Gegensatz zu Deutschland und Belgien. Weshalb der Hollandse Herdershond über viele Jahre ein Bauern- und Schäferhund blieb. Erst 1898 gründeten ein paar Niederländer den Nederlandse Herdershonden Club (NHC) und legten dabei die ersten Rassenkennzeichen fest. Da man damals aber nur eine vage Vorstellung davon hatte, wie er genau aussehen sollte, wurde der Standard 1906 noch mal gründlich überarbeitet und offiziell neu festgelegt. Leider verschwanden die Herden danach immer mehr und große Heidegebiete wurden in Ackerland umgewandelt, so das die Hunde ihre Arbeit vielerorts verloren. Das änderte sich aber 1907 durch die Initiative des NHC, der ein Rundschreiben an die Polizeikommissariate versandte und ihnen damit neue Jobs verschaffte. 1908 wurde er auf die drei Felltypen Kurz-, Lang- und Rauhaar eingegrenzt und erst 1960 durch den FCI als eigenständige Rasse anerkannt. Heutzutage ist der Nederlandse Herdershond allerdings sehr selten geworden.
Beschreibung:
Der Hollandse Herdershond entspricht in weiten Bereichen dem Belgischen Schäferhund, da beide aus der gleichen Gegend stammen. Er ist ein mittelgroßer, gut bemuskelter Hund mit intelligenten Ausdruck und kräftigem, gut proportioniertem Körperbau. Er soll ca. 55 bis 63 cm hoch und ca. 35 kg schwer sein. Der Kurzhaarige hat am ganzen Körper ein hartes nicht zu kurzes Fell, mit reichlich Unterwolle. Wobei Kragen, Hosen und befederte Rute deutlich sichtbar sein müssen. Die Farbe ist mehr oder weniger deutlich auf braunem Untergrund goldgestromt oder auf grauer Grundfarbe silbergestromt. Viel schwarzes Deckhaar ist unerwünscht, aber eine schwarze Maske wird bevorzugt. Der Langhaarige hat am ganzen Körper ein langes, schlichtes, anliegendes, etwas raues Fell ohne Locken oder Wellen, aber mit reichlich Unterwolle. Die Rute soll rundum reichlich behaart sein und an Kopf, Ohren, Pfoten und Hinterläufen unterhalb des Sprunggelenkes sollte es etwas kürzer sein. Der Rauhaarige wiederum soll am gesamten Körper dichtes, hartes, buschiges, etwas lockiges Haar, mit dichter Unterwolle haben. Nur am Kopf soll es etwas glatter sein, wobei es überall dicht geschlossen sein muss. Die gut vorstehenden Augenbrauen dürfen etwas Struppig sein und selbst die Ober- und Unterlippe sind bei ihm reichlich behaart. Er kommt in den Farben blaugrau, pfeffersalz, silber- und goldgestromt vor. Die Stromung kommt beim Rauhaar allerdings im Gegensatz zu den anderen Typen im Deckhaar weniger deutlich zum Ausdruck.
Wesen des Hundes:
Er hat ein Temperamentvolles, lebendiges Wesen und ist intelligent, arbeitswillig, wachsam, sehr treu, anhänglich, gehorsam, stets aufmerksam, aktiv, zuverlässig und anspruchslos. Er ist eben ein ausgezeichneter Schäfer-, Wach-, Polizei-, Schutz-, Begleit- und Familienhund, der auch in Geländewettbewerben sehr erfolgreich ist.
Pflegehinweise:
Auch er sollte regelmäßig gebürstet werden und brauch wie alle Schäferhunde viel Auslauf und Bewegung.
Besonderheiten:
Er ist kein Hund für die Wohnung und benötigt wie die meisten Arbeitshunde eine liebevolle aber konsequente Erziehung durch einen erfahrenen Halter.