Illyrischer Schäferhund - Šarplaninac

Geschrieben am 30.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Illyrischer Schäferhund ist auch unter den Namen Šarplaninac, Pas-Šarplaninac, Šar Planine und Jugoslovenski Ovčarski pas-Šarplaninac bekannt. Er ist eine der wenigen, nicht durch Menschenhand geschaffene, sondern durch Jahrhunderte lange geographische Isolation und extremes Klima in seiner ureigenen Primitivität erhalten gebliebene Rasse. Diese Hunde gab es höchstwahrscheinlich schon in prähistorischen Zeiten. Ihre Vorfahren waren wahrscheinlich durch Handelsaktivitäten, Kriegszüge und paläobalkanische Reisende nach Asien oder von asiatischen Völkern über Migrationen zum Mittelmeerraum gebracht worden. Was für Hunde das waren lässt sich heute aber nicht mehr nachvollziehen. Anfangs hielt man diese Rasse nur in dem Gebiet an der Adria entlang, von Slowenien im Norden bis nach Mazedonien im Süden, wo sie den Hirten Serbiens und Makedoniens als Herdenschutzhund begleiteten. Seinen Namen erhielt er nach dem Gebirge "Šar Planina" in der Serbischen Autonomen Zone Kosovo. Vergaß dabei aber, dass diese Hunde auch im Kars-Gebirge Sloweniens oder im Miroc-Gebirge in Serbien zu Hause sind. Sein erster offizieller Rassestandard wurde 1930 aufgestellt. Die volle internationale Anerkennung erfolgte allerdings erst 1939 durch seine Registrierung bei der FCI. Leider wurden sie dabei fälschlicherweise als Iliarische Schäferhunde eingetragen, was erst im Jahr 1957, auf Antrag der Yugoslav Cynological Association, in Jugoslovenski Ovčarski pas-Šarplaninac geändert und berichtigt wurde. Da es bis 1970 verboten war Hunde dieser Rasse außer Landes zu bringen, verbreiten sie sich erst danach langsam in Europa. Seit 1975 werden sie auch in die USA und nach Kanada exportiert, was ihren Fortbestand weiter sichert.
Beschreibung:
Es sind im allgemeinen große, kraftvolle Hunde. Es gibt aber in manchen Gegenden auch einen etwas schlankeren Schlag, welcher besonders von Armee und Polizei bevorzugt wird. Die Hunde der serbischen Züchter sind dagegen relativ kompakt und wesentlich kräftiger. Selbst der große Kopf ist bei ihm gut bemuskelt, welcher ein sehr kräftiges, korrektes Scherengebiss haben soll. Der Blick seiner dunklen, mandelförmigen Augen wirkt etwas finster und schwermütig. Die hoch angesetzte Hängeohren sind klein und umgekehrt V-förmig. Der tief angesetzte Hals ist mittellang und sehr muskulös. Die gerade Rückenpartie ist breit, die vollen Lenden kräftig bemuskelt und die Kruppe nur leicht abfallend. Die lange hochangesetzte Rute soll bogenförmig abwärts getragen werden. Die starken Gliedmaßen sind lang und gerade und die runden, geschlossenen Pfoten mit den gewölbten Zehen haben harte Ballen und schwarz Krallen. Das lange, weiche Fell, mit der weichen nie zottigen Unterwolle, soll dicht und gut verteilt anliegen. Farbmäßig sind eisengraue und dunkelgraue Tiere wünschenswert. Es sind aber auch andere Farbnuancen von weiß bis sehr dunkel und fast schwarz gestattet. Kleine weiße Abzeichen sind zwar erlaubt aber nicht sehr erwünscht. Die Rüden werden 60 bis 70 cm hoch bei 35 bis 45 kg und die Hündinnen 60 bis 66 cm bei 30 bis 40 kg. Es gibt aber auch Hunde dieser Art die 80 cm groß wurden.
Wesen des Hundes:
Er ist ein stolzer, monumentaler Hund, einer funktionell unübertroffenen Rasse. Er besitzt Mut, Intelligenz, Beständigkeit, Ausgeglichenheit und Wachsamkeit. Der Šarplaninac ist ein treuer und furchtloser Begleiter seiner Besitzer, der unter Einsatz seines Lebens für seinen Menschen alles verteidigt und sogar angreift. Er ist ein Hund der nie ungefragt angefasst werden sollte, da er bei falscher Annäherung alles frisst und zerkleinert und durchaus auch zubeißt. Er ist von kraftvoller Konstitution, ruhigem Temperament, gutmütig im Verhalten, aber Fremden gegenüber äußerst misstrauisch und teils auch aggressiv.
Pflegehinweise:
Er braucht intensive Fellpflege wie jeder langhaarige Hund, viel Auslauf und eine strenge, außerordentlich konsequente Erziehung durch einen erfahrenen Halter.
Besonderheiten:
Er darf auf keinen Fall in einer Wohnung gehalten werden, er eignet sich als Schutz- und Wachhund, aber nicht als Familienhund und sollte nie in unerfahrene Hände kommen.