Istrianer Schäferhund - Krajski Ovcar

Geschrieben am 30.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Istrianer Schäferhund, auch Krajski Ovcar, Kraški Ovčar oder einfach Karst Schäferhund genannt, ist eine Jahrhunderte sehr alte Rasse slowenischer Herdenschutzhunde. Er kam wahrscheinlich mit dem Stamm der Illyrer, auf deren Wanderung durch Istrien und die dalmatinischen Inseln, in das Gebiet des slowenischen Karstgebirges, wo er heimisch wurde. Im Karstgebirge brauchte man wachsame und in gegebener Situation selbständig und ohne Befehl handelnde Hunde wie diesen. Daher waren diese großen und starken Hunde darauf gezüchtet worden ihre Herden selbstlos zu verteidigen und auch Wölfe furchtlos und mutig anzugreifen. Erwähnt wurden sie nachweislich das erste mal er 1689 in einem Buch des Herrn Baron Janež Valkart Valvasor. Eine weitere belegte Aufzeichnung dieser Rasse stammt aus dem Jahr 1893 und war von dem österreichischen Kynologen F. Laska. Beide male allerdings noch unter falschen Namen. Selbst Mitte des 20. Jahrhunderts führte man ihn noch irrtümlich unter dem Namen Illyrischer Schäferhund, da es bis dahin niemandem aufgefallen war, dass es bereits einen anderen Hund gleichen Namens im gleichen Gebiet gab. Da beide Rassen jedoch vollkommen eigenständig sind, wurde der eine daraufhin im Jahr 1956 Šarplaninac genannt und der andere seinem Herkunftsgebiet entsprechend Kraški ovčar bzw. Istrianer Schäferhund. Bis vor ca. 35 Jahren waren diese Hunde außerhalb ihres angestammten Gebietes noch völlig unbekannt, heute gibt es sie bereits vereinzelt in ganz Europa.
Beschreibung:
Der Kraški Ovčar ist ein ca. 63 cm großer und 42 kg schwerer, sehr robuster Hund von kompakter Statur. Sein Kopf ist in Augenhöhe breit und wird zur Nase hin schmaler. Die Kiefer sind ungewöhnlich stark und die leicht schräggestellten, dunklen Augen haben einen offenen Ausdruck. Die dunkle Gesichtsmaske wird durch die schwarze Nase harmonisch abgerundet. Er hat mittelgroße, eng anligende Schlappohren. Seine gut bemuskelten Gliedmaßen sollen starkknochig und gerade sein und die kompakten Pfoten rund mit gut gewölbten Zehen. Die buschige Rute wird leicht gebogen und herunterhängend getragen. Das üppige, weiche Fell, mit der dichten, sandfarbenen oder hellgrauen Unterwolle ist gleichmäßig verteilt und absolut Wetterfest. Als Farbe ist nur eisengrau zulässig, welches an den Läufen ins sandfarbene oder hellgraue übergeht. Helle und dunkle Schattierungen sind allerdings erlaubt. Er ist ein Hund der nicht bellt sondern heult.
Wesen des Hundes:
Er ist seinem Besitzer liebevoll und treu zugetan, selbstbewusst, intelligent, selbständig und ruhig, aber blitzschnell zur Stelle, wenn es darauf ankommt. Vor allem sind es aber etwas eigensinnige, hervorragende sowie unbestechliche Wachhunde, die man jedoch trotzdem mit viel Einfühlungsvermögen und großem Hundeverstand zu liebenswerten Familienmitgliedern erziehen kann. Anfangs sind sie schwer zugänglich, aber wenn man einmal ihr Vertrauen besitzt, bleiben sie ihrem Herrn bis in den Tod ergeben. Weshalb diese Rasse auch nicht für einen Besitzerwechsel taugt. Fremden gegenüber ist er misstrauisch und zurückhaltend, er hat ein verdammt gutes Gedächtnis, ist zwar nicht rauflustig, aber wenn er gereizt wird mutig und unerschrocken. Für denjenigen, der ihn zu behandeln versteht, ist er aber ein treuer und verlässliche Freund. Um all diese Eigenschaften in den Griff zu bekommen braucht er eine liebevolle und konsequente Erziehung durch einen erfahrenen Halter. Er ist auch dafür bekannt das er Unterordnungsübungen nicht anerkennt und angreift wenn es nach seinem Ermessen richtig ist.
Pflegehinweise:
Das dichte, flauschige Fell sollte regelmäßig gestriegelt werde und er braucht extrem viel Auslauf und Bewegung an der frischen Luft.
Besonderheiten:
Er ist ein hochsoziales Rudeltier, der nie eingesperrt leben sollte, also weder was für die Wohnung noch für die Zwingerhaltung ist und unbedingt in das Familienleben einbezogen werden sollte, ja die Nähe seiner Menschen regelrecht braucht.