Kaukasischer Schäferhund - Kavkazskaia Ovtcharka

Geschrieben am 31.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Kaukasische Schäferhund, auch Kaukasischer Owtscharka bzw. Kavkazaskaia Ovtcharka, lebt schon seit Jahrhunderten im Kaukasus. Berichten zufolge beschützt er dort die Schafe schon seit mindestens 600 Jahren vor vier- und zweibeinigen Räubern und wird auch heute noch gern eingesetzt. Der Kaukasische ist wahrscheinlich ein Abkömmling des Tibetanischen Mastiff und wurde gezüchtet, um die Herden zu beschützen und nicht um sie zu treiben. Was er, anders als man es bei einem Schäferhund erwartet, selbständig und ohne Befehle erledigt, da er lernte eigene Entscheidungen zu treffen, um seine Herde zu beschützen. Er wurde nicht nur zum Schutz der Herde sondern auch zur Bewachung von Haus und Hof ihrer Besitzer eingesetzt. Dabei war er ein unbestechlichen und zuverlässigen Wächter, der seine Schützlinge vor drohenden Gefahren wie Wölfen, Bären, Dieben oder ähnlichem beschützte. Er ist der beliebteste Schäferhund Russlands und wird seit Jahren regelmäßig auf Ausstellungen in Russland und anderen Teilen der ehemaligen Sowjetunion gezeigt. Aber auch in Polen, in der Tschechischen und Slowakischen Republik und in Ungarn, sorgen Fans mit großangelegten Zuchtprogrammen dafür, das seine Popularität erhalten bleibt. In den späten sechziger Jahren eroberten sie sogar Ostdeutschland, wo sie nicht nur als Schafwächter, sondern auch gern als Grenzerhunde eingesetzt wurden. Mit dem Fall der Mauer 1989 löste man die bis dahin aufgebauten Hundestaffeln, die ungefähr 7000 Tiere umfassten, jedoch wieder auf. Viele dieser Hunde erhielten anschließend verteilt in ganz Deutschland ein neues Zuhause, wo sie heute sorgfältig weitergezüchtet werden um ihren Fortbestand weiter zu sichern. Aber auch in anderen Ländern findet dies schöne Rasse immer mehr Liebhaber.
Beschreibung:
Er ist ein sehr kräftiger, etwas grob gebauter Hund mit massivem Knochenbau und kräftiger Muskulatur. Der massive Kopf sollte einen breiten Schädel und eine breite flache Stirn mit einer flachen Furche und geringem Stop aufweisen. Der etwas kurze Fang ist breit und hat kräftige, trockene, eng anliegende schwarze Lefzen. Die Nase ist groß, breit und schwarz gefärbt. Bei hellen weißen und hellgelben Hunden darf sie aber auch Braun sein. Seine hoch angesetzten Ohren werden heute noch zum Leidwesen der Tiere fast bis an die Ohrmuschel kupiert und sind dicht mit wärmeisolierenden Haaren bedeckt. Die tiefliegenden, mittelgroßen Augen sind sehr dunkel. Die starknochigen, langen Gliedmaßen sind gerade und die großen, ovalen Pfoten zwischen den Zehen behaart und sehr kompakt. Seine sehr buschige, lange Rute trägt er herabhängend wenn er kann, denn auch die wird leider gern kupiert. Das dicke, dichte, wetterfeste Fell ist üppig, glatt und hat eine sehr stark entwickelte Unterwolle. Sie kommen in den Farben fahlgrau, hellrötlich, strohgelb, weiß, graubraun und in diesen Farben gescheckt, getigert oder auch gefleckt vor. Ein Rüde soll 71 bis 86 cm hoch und mindesten 45 kg schwer und eine Hündin mindestens 63 cm hoch und 35 kg schwer sein.
Wesen des Hundes:
Er ist ein sehr dominanter Hund, der aber durch eine liebevolle und konsequente Erziehung durchaus zu einem guten Familienhund werden kann. Der Umgang mit diesen schönen Tieren sollte jedoch gelernt sein und möglichst von einem erfahrenen Kenner in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Dieser robuste und kraftvolle Hirtenhund ist kein Kläffer, eher ein intelligenter, stolzer, etwas eigenwilliger, aufmerksamer, eigenständiger, angenehmer und lieber Kerl, der bei falscher Behandlung aber durchaus auch gefährlich werden kann.
Pflegehinweise:
Sein Fell und auch sein Gemüt benötigen regelmäßige Streicheleinheiten durch intensives Bürsten und sein Bewegungsdrang eine menge Auslauf und frische Luft.
Besonderheiten:
Der Kaukase gehört auf ein Grundstück und niemals in eine enge Wohnung. Er lebt am liebsten im freien. Er braucht wie jedes Rudeltier den Kontakt zu seiner Familie und ist nicht gern allein. Für die Schutzdienstarbeit ist aufgrund seines natürlichen Instinktes nicht geeignet, das wäre wegen seiner hohen Verteidigungsbereitschaft sogar gefährlich.