Mallorca Schäferhund - Perro de Pastor Mallorquin

Geschrieben am 05.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Perro de Pastor Mallorquin, wird auch als Ca de Bestiar, Chien de Berger de Majorque, Majorca Shepherd Dog oder Mallorca Schäferhund bezeichnet. Diese Rasse entstand, auf den zu Spanien gehörenden Balearen Inseln. Seine Vorfahren waren wohl einheimische Hütehunde und kastilische Bauernhunde. Wie alt diese Hunderasse genau ist, weiß keiner, Erzählungen zufolge aber sehr alt. Nach dem er im 2. Weltkrieg fast ausgerottet wurde, kreuzte man noch kontinentaleuropäische Rassen ein, weswegen sein ursprünglicher Typ fast verloren ging. Erst 1967 wurde das Problem erkannt und wieder mit der Reinzucht begonnen. Er ist in seiner Heimat weit verbreitet, ja man trifft ihn auf fast allen Farmen, auf den Bauernhöfen und in den Dörfern der Balearen, wo er treu seinen Dienst als Hirten-, Schutz- und Wachhund verrichtet. Dabei wissen die meisten die sich einen solchen Hund halten, nicht einmal das er ein reinrassiger Hund ist. Für die Balearici ist es ganz einfach ein Farmer- bzw. Schäferhund. Das liegt aber wahrscheinlich auch der Tatsache das er immer wieder mit einem Labrador-Mix verwechselt wird, dem er äußerlich mitunter sehr ähnlich sieht. An seinem unverwechselbaren Charakter, mit dem typischen Verhalten eines Hütehundes, ist er jedoch von diesem sehr eindeutig zu unterscheiden. Denn er wurde ganz nach den Bedürfnissen der heimischen Schäfer entwickelt, welche ihr Hauptzuchtziel auf die Funktion und nicht auf exquisite Schönheit gelegt hatten. Erst 1975 wurde sein heutiger Rassestandard festgelegt, woraufhin er 1980 endlich auch auf einer Ausstellungen zu bewundern war. 1985 gab es dann schon 87 ins Zuchtbuch eingetragene Welpen und 1992 erkannte ihn sogar der FCI an. Leider sind diese wunderbaren Hütehunde außerhalb ihres Heimatlandes immer noch so gut wie unbekannt.
Beschreibung:
Er ist ein großer, schwerer, Robuster, sehr gut proportionierter Hirten- und Wachhund, der gleichzeitig Kraft und Behändigkeit vermittelt. Er hat einen ausdrucksvollen Kopf, einen leicht konvexen Schädel, einen mittelbreiten, kräftigen Fang und ein regelmäßiges Scherengebiss. Die oberen Lefzen überlappen die unteren leicht und die Nase ist tiefschwarz. Die nicht allzu weit auseinanderliegenden, mandelförmigen Augen, schwanken Farblich von recht hellem Rosmarin-honigfarben bis zu dunklen Johannisbrot-honigfarben. Ihr Ausdruck ist rätselhaft, mit einem gleichzeitig intelligenten, eher furchtsamen und traurigen Blick, aus dem auch Misstrauen spricht. Die dreieckigen Ohren stehen leicht geknickt seitlich ab, sind etwas klein und hoch angesetzt. Der massive, muskulöse, feste Hals hat eine sehr leichte Wamme. Der lange Rücken ist kraftvoll, die breiten Lenden kräftig und die geräumige Brust tief mit leicht gewölbten Rippen. Die an der Wurzel dickere Rute verjüngt sich zur Spitze hin, die bis zu den Sprunggelenken reicht. Die kräftigen Gliedmassen sind gerade und die Kompakten Pfoten mit den dicken ballen haben harte, dunkle Krallen. Er gibt 2 Felltypen, einmal das kurze, etwas raue, welches meist ca. 2 cm lang eng anliegt und nur eine dünne Unterwolle besitzt und das langhaarige, leicht gewellte, bis 7 cm lange. Die Farbe ist immer schwarz oder dunkel gestromt, wobei kleine weiße Abzeichen zugelassen sind. Er zwischen 62 bis 73 cm hoch und wiegt durchschnittlich ca. 40 bis 50 kg.
Wesen des Hundes:
Er ist ein leidenschaftlicher, mutiger, unabhängiger, unkomplizierter, sehr treuer Hund, mit einem starken Schutztrieb. Der Mallorca Schäferhund ist selbstlos, tapfer, etwas streitsüchtig und geistig und körperlich gesund. Er erkennt nur einen Herrn an, ist diesem bis in den Tod treu ergeben und mag es nicht sonderlich wenn sich ihm Fremde nähern.
Pflegehinweise:
Er ist äußerst pflegeleicht da ab und zu ein kurzes bürsten reicht, dafür braucht er umso mehr Auslauf Bewegung und die Anerkennung und Liebe seines Herrn.
Besonderheiten:
Dieser sehr treue und kann gleichzeitig kämpferische Hund ist zum Begleit-, Hüte-, Wach- und Schutzhund geradezu prädestiniert, taugt aber überhaupt nicht für die Wohnungshaltung und unerfahrene Halter.