Maremmen Abruzzen Schäferhund - Maremmaner Hirtenhund

Geschrieben am 04.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Eigentlich ist der Maremmen Abruzzen Schäferhund, auch Maremmaner Hirtenhund oder Cane da Pastore Maremmano-Abruzzese genannt, nicht eine sondern zwei Rassen. Da unter dieser Bezeichnung die beiden italienischen Rassen Pastore Maremmano und Pastore Abruzzese zusammengefasst werden. Wobei der Maremma etwas kleiner und gedrungener ist, als der Abruzze aus den Bergen. Ihre Heimatregion liegt in dem Gebiet zwischen der westlichen Toskana der Maremma und den Abruzzen, wo sich die Hütehunde dieser beiden Landstriche kreuzten und zum Maremmano Abruzzese wurden. Diese Hirtenhunde sind seit mehr als 2000 Jahren bekannt, stammen Gerüchten zufolge von der Tibet Dogge Do Khyi ab und kamen mit den Nomaden und ihren Herden von Asien über den nahen Osten, nach Italien. Die ersten konkreten Hinweise auf sie, stammen aus der Römerzeit und belegen das diese Hunde schon damals in Italien beheimatet waren und zwar in den ganzen Abruzzen, der Molise, in der Maremma und in Puglia. Heute gibt es sie vor allem in den Bergen der Abruzzen und in der Ebene der Maremma, die sich zwischen Tiber und Arno erstreckt. Man findet sie aber auch vom sibillinischen Gebirge bis runter zum Monte Cassino, auf Sardinien und im Süden in der Basilicata Region des Monte Pollino und im Sila Gebirge in Calabrien. Obwohl diese Rasse bereits so alt ist, wurde sie erst 1958 als Rasse anerkannt. Dabei faste man die beiden Haupttypen, den Hund der Maremma Ebene und den größeren Abruzzesen zu einer gemeinsamen Rasse zusammen. Seit 1977 wird er auch in den USA, in Kanada, Australien, Neuseeland und in der Schweiz erfolgreich gezüchtet und für den Herdenschutz eingesetzt.
Beschreibung:
Er ist ein großer, starker, schöner Hund, der in seiner Heimat vom ersten Tag an auf Schafe als Familienmitglieder geprägt wird, damit er diese später mit Mut und Entschlossenheit auch gegen Wölfe verteidigt. Sein Körper wirkt rechteckig, wobei mitunter die hintere Partie sogar etwas höher als die Vordere ist. Sein großer, bärenartiger Kopf ist lang, der Schädel konisch, der Nasenrücken gerade, die Nase schwarz und der Fang mittellang. Die schwarze Nase färbt sich allerdings im Alter meist braunrosa. Es sollte immer ein Scherengebiss haben. Die seitlich gestellten, mittelgroßen Augen variieren von ockergelb bis dunkelbraun. Seine hoch angesetzten, etwa 12 cm langen Hängeohren sind V-förmig und liegen flach an. Der starke, mittellange Hals hat keine Wamme, dafür aber eine löwenartige Mähne. Der breite Rücken ist gerade, die Brust tief, die Rippen gut gerundet und die Lendenpartie konvex. Die tief angesetzte Rute bildet eine kräftige Fahne und wird herabhängend getragen. Die langen, geraden Gliedmaßen sind gut bemuskelt und haben große, ovale Pfoten mit gewölbten, gut geschlossenen Zehen und harten Ballen. Das sehr üppige, lange, weiche Fell, mit der dichten Unterwolle, ist leicht gewellt und meist weiß, darf aber bräunlichen Einfärbungen haben. Rüden werden etwa 65 bis 73 cm und Hündinnen 60 bis 68 cm hoch bei einem durchschnittlichen Gewicht von ca. 45 kg.
Wesen des Hundes:
Er hat ein gutmütiges Wesen, ist mutig, wachsam, schlau, nicht aggressiv, treu, intelligent und sensibel. Trotz seines lebhaften Temperaments ist er scheu, misstrauisch gegenüber Fremden und manchmal etwas stur. Seine Sinne sind scharf und sein Territorialverhalten stark ausgeprägt. Er ist ein angenehmer und zuverlässiger Begleithund, der jedoch bei allem eine starke Eigenständigkeit bewahrt.
Pflegehinweise:
Diese Hunde haben ein einzigartig, selbstreinigendes Fell, welches täglich gebürstet werden sollte. Er benötigt eine gute Erziehung, viel Auslauf und eine Aufgabe die ihn ausfüllt.
Besonderheiten:
Er ist kein menschengebundener Hund, sondern reviergebunden und arbeitet gern auf sich allein gestellt, ohne Menschen, innerhalb seiner Herde. Er gehört nicht in eine Wohnung, ist nicht für Anfänger geeignet und sollte nie zum Schutzhund ausgebildet werden.