Marokkanischer Schäferhund - Ayidi bzw. Atlas-Berghund Aidi

Geschrieben am 06.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Marokkanische Schäferhund ist auch unter den Namen Atlas-Berghund, Aïdi, Aiidi, Ayidi Chien de l'Atlas, Berger de l'Atlas, Atlas Sheepdog und Kayble Dog bekannt. Über seine Herkunft gibt es mehrere Theorien. So sind einige der Meinung das er aus Spanien nach Afrika kam oder ihn die Welt umsegelnden Phönizier aus Italien mitbrachten. Andere sagen ihre Herkunft ist Kleinasien, von wo sie mit wandernden Nomaden nach Nordafrika zogen. Dann gibt es noch die Version die besagt das seine Vorfahren vermutlich große asiatische Hirtenhunde waren. Wieder andere behaupten das er mit den großen, weißen Berghunden verwandt ist, die sich vor Jahrhunderten von Osten aus in Europa ausgebreiteten. Und dann gibt es noch die Version das sie von der Iberischen Halbinsel oder mit Schafen und Ziegen aus Kleinasien nach Marokko gekommen sind. Da sich aber keine dieser Thesen beweisen lässt, bleibt seine Vergangenheit wohl weiter verborgen. Sie kommen fast ausschließlich nur im Atlasgebirge und auf der Hochebene zwischen den Gebirgsketten des Mittleren und Hohen Atlas vor. Dort bewacht er nicht nur die Schaf- und Ziegenherden, sondern auch die Lager der umherziehende Berber-Nomaden, schon seit Hunderten von Jahren. Diese Rasse ist eine der ältesten Herdenschutzhunderassen die beim FCI eingetragen und neben dem Sloughi die einzige marokkanische Hunderasse die vom FCI anerkannt ist. Dabei sind es keine ausgebildeten Hirtenhunde wie wir es in Europa kennen. Diese Hunde werden nicht gefüttert, allein die Abfälle und Reste der Hirten-Familien, veranlassen sie, in der Nähe der Menschen zu bleiben. Sie ernähren sich von Kleingetier, wie Echsen, Fröschen, Fischen, Mäusen, Eiern und Küken der Bodenbrüter. Es ziehen auch nur die Rüden mit den Herden, die Hündinnen bleiben meist in ihren Erdhöhle oder anderen Verstecken, wo sie ihre Jungen großziehen.
Beschreibung:
Der Aidi ist ein kräftiger, muskulöser Hund mit einem kompakten Körperbau. Der bärenartige Kopf ist gut proportioniert und hat hoch angesetzte kleine Knickohren. Die Nase ist schwarz oder braun, je nach Fellfarbe. Der Fang soll kegelförmig und nicht zu lang und das komplette Scherengebiss regelmäßig und komplett sein. Die Mittelgroßen Augen sind immer dunkel und die Lider gut pigmentiert. Der kräftige Hals ist muskulös und immer ohne Wamme. Die breite Brust ist tief und reicht bis zum Ellenbogen, der Widerrist ist leicht erhöht, der breite Rücken mittellang und muskulös, der Bauch leicht aufgezogen und die mächtigen Lenden leicht gewölbt. Die lange, mindesten bis zu den Sprunggelenken reichende, buschige Rute wird niedrig und säbelförmig getragen. Die Gliedassen sind gerade und kräftig und die rundlichen Pfoten mit den starken Krallen haben harte Sohlen. Sein Pelz soll einem Panzer gleichen, der ihn in den Kämpfen gegen verschiedene Raubtiere und gegen die sengende Tageshitze genauso gut schützt wie vor den Frosttemperaturen der Nacht. An Hals und Kehle wird eine Mähne gefordert, ansonsten ist das dichte, weiche Fell etwa 6 cm lang. Er kommt in den Farben weiß, sandfarben, rotblond, rot, rotweiß, gestrichelt, schwarzweiß, schwarz, falb und tricolor vor. Er wiegt zwischen 35 und 40 kg und hat eine Schulterhöhe von ca. 52-62 cm.
Wesen des Hundes:
Er ist sehr wachsam, unabhängig und intelligent. Er überwacht seine Herden vollkommen eigenständig, verteilt die Tiere ganz von selbst auf strategische Punkte, um einen feindlichen Fremden vertreiben zu können und wartet nicht auf Befehle der Menschen. Er ist umsichtig, aufmerksam und erfasst auch sehr komplexe Abläufe absolut selbstständig. Dieser wahre Überlebenskünstler ist von Natur aus wachsam und misstrauisch.
Pflegehinweise:
Er benötigt weder viel Platz, Fellpflege, noch übermäßigen Auslauf, möchte aber beschäftigt sein und er ist zufrieden und ausgeglichen, wenn er ein Mitglied seines Rudels sein darf.
Besonderheiten:
Diese Hund liebt die Freiheit und den Himmel über sich, er muss unbedingt in erfahrene Hände und eignet sich überhaupt nicht für eine Wohnungs- oder auch Zwingerhaltung.