Mittel-Zentralasiatischer Schäferhund - Sredneasijatskaja Ovcarka

Geschrieben am 06.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Die zentralasiatischen Hirtenhunde gehören zu den letzten ursprünglichen Hunderassen. Ihr Heimatgebiet ist riesig, es umfasst praktisch alle Gebiete Zentralasiens und überschreitet diese Region noch vom westlichen Himalaja über das Pamir- und das Hindukusch-Gebirge in Tadschikistan und Afghanistan, bis zu den Ebenen Nordwest Afghanistans und den Süden Turkmenistans. Zusätzlich ist er auch im Nordwesten Irans und den kasachischen Steppen Usbekistan und Kirgisien zuhause. Dies erklärt auch die Vielzahl an lokalen Schlägen, Typen und Namen. So wird diese Rasse in Tadschikistan Drachmada, in Kasachstan Taimaz in Turkmenistan Alabai und in Russland Sredneasiatskaja Ovtscharka bzw. Sredneasijatskaja Ovcarka genannt. In Deutschland heißt er dagegen Mittelasiatischer- oder Zentralasiatischer Schäferhund und auch Mittelasiatischer Owtscharka. Während man sie in Frankreich als Berger d’Asie Central und in England als Middle Asien Sheperd bzw. Central Asian Shepherd Dog bezeichnet. Das erstaunliche ist aber das alle den gleichen Hund meinen. Auch er ist wahrscheinlich ein Nachfahre asiatischer Doggen und hütet und bewacht schon seit Jahrhunderten, vielleicht seit Jahrtausenden die Herden. Manche sagen das die Hirten diese Hunde schon vor 8 bis 10000 Jahren nutzten. Erst im Jahr 1989 reichte Russland als zuchtbuchführende Nation den Standard dieser Rasse ein, woraufhin sie vom FCI anerkannt wurde. Daraufhin wiederum entstanden die ersten Zuchten auch in Europa. Heute sind diese Hunde bereits sehr beliebt und man zeigt sie überall auf Ausstellungen und Zuchtschauen.
Beschreibung:
Die lokalen Schläge sind je nach Klimazone, Verwendungszweck und Herkunftsgebiet sehr vielfältig. So gibt es den Wüsten-Oasen-Typ der extrem kurzhaarig und hochbeinig ist und einen rechteckigen Körperbau, sowie einen weitausgreifendem, federndem Gang hat. Vom Gewicht her ist dieser je nach Verwendungszweck leicht bis mittelschwer. Dann gibt es noch den Steppen-Typ welcher dem Wüsten-Typ gleicht, der aber ein längeres Fell hat. Als dritte Variante gibt es den Berg-Typ, dessen Fell kurz bis mittellang, in seltenen Fällen auch lang ist. Welcher einen etwas gedrungeneren eher quadratischen Körperbau hat. Vom Gewicht her ist dieser schwer bis sehr schwer. Alle Typen bzw. Varianten besitzen eine sehr feine und dichte Unterwolle zum Schutz vor Kälte und ein weiches Fell, welches nicht gewellt oder gelockt sein darf. Er soll einen kräftigem, derben Knochenbau, eine starke Muskulatur und einen massigen Schädel aufweisen. Die tief angesetzten Ohren sind klein, herabhängend und dreieckig. Die kleinen, dunklen Augen stehen weit auseinander, der Fang ist stumpf mit dicken, überfallenden Lefzen und er hat ein Scherengebiss. Der kurze Hals ist muskulös, der kräftige Rücken gerade und breit, der Bauch leicht aufgezogen und die breite Brust tief, mit gut gerundeten Rippen. Die untere Brustlinie befindet sich auf der Höhe der Ellenbogen oder liegt tiefer und die leicht gewölbten Lenden sind kurz und breit. Die hoch angesetzte Rute ist sichelförmig und hängt herab. Die geraden Gliedmaßen sind kräftig und die ovalen Pfoten kompakt. Er kommt in den Farben weiß, schwarz, grau, creme, beige, strohfarben, fuchsrot, braungrau, braun, getigert, gescheckt und getüpfelt mit oder ohne dunkle Maske vor. Sie sind ca. 65 bis 90 cm hoch und wiegen um die 35 bis über 90 kg.
Wesen des Hundes:
Es sind starke, mutige, anpassungsfähige, ausgeglichene, ruhige, anspruchslose Hunde, die misstrauisch gegenüber Fremden sind und einen sehr großem Bewegungsdrang haben. Er gilt als sehr selbstsicher, wachsam, gehorsam, genügsam, intelligent, treu und bellt selten.
Pflegehinweise:
Sein Fell sollte regelmäßig gebürstet werden und er benötigt viel Auslauf, am besten auf einem großen Grundstück, auf dem er sich frei bewegen kann.
Besonderheiten:
Er ist grundsätzlich nur einem erfahrenen Halter zu empfehlen, sollte nie in einer Wohnung gehalten und niemals eingesperrt werden. Er braucht seine Familie, sein Rudel und eine Aufgabe um glücklich zu sein.