Niederländischer Schäferhund - Nederlandsche Schapendoes

Geschrieben am 07.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Niederländische Schäferhund, auch Nederlandse Schapendoes oder Niederländischer Schafpudel genannt, kommt in den Niederlanden überall dort vor wo es Schafherden und Heiden gibt. Seine Ursprünge sind leider nicht genau bekannt, da sie nie dokumentiert wurden, obwohl es sie wahrscheinlich schon seit Jahrhunderten gibt. Sie sind durch die meisterhafte Zuchtwahl der Schäfer und Hirten über viele Jahrhunderte entstanden. Man vermutet, das er dem inzwischen ausgestorbenen norddeutschen Schafpudel sehr nahe steht und mit dem ungarischen Puli, dem Bergamasker Hirtenhund, dem Briard, dem Bearded Collie, dem italienischen Bergamasker und dem Polnischen Niederungshütehund verwandt ist. 0bwohl er ein tüchtiger Hütehund ist schrumpfte sein Bestand in unserem Jahrhundert stark, bedingt durch die Kriege und die massenhafte Einfuhr von Border-Collies in die Niederlande. Die ersten Exemplare dieser Rasse wurden 1872 und 1874 unter dem Namen Nederlandse Schapendoes ausgestellt, konnten sich da aber nicht durchsetzen. Seine heutige Existenz verdankt er dem Kynologen und Publizisten P.M.C. Toepoel. Dieser Herr hatte es verstanden das Interesse für diese Rasse während des zweiten Weltkrieg neu zu entfachen. So das man zwischen 1940 und 1945 damit begann, die schon beinahe verschwundenen Schapendoes, zu züchten und die Rasse ernsthaft neu aufzubauen. Dafür sammelte man die letzten Exemplare dieser Hunde ein, die man noch fand und gründete im Jahre 1947 sogar den Rasse-Club des Niederländischen Schapendoes. So kam es 1952 zur vorläufigen Anerkennung durch den Raad van Beheer und1954 zur Festlegung des Standards und dem Beginn der Führung eines Stammbuches. Die definitive Anerkennung erfolgte aber erst im Jahr 1971. Seither darf er offiziell nur noch mit eingeschriebenen Hunden gezüchtet werden. Trotz alle dem blieb seine Anzahl jedoch klein, nur etwa 250 Welpen werden jährlich geboren und registriert. Heute wird die Rasse fast ausschließlich als Begleithund gehalten und nur noch sehr selten zum Hüten der Schafe genutzt. Außerhalb seiner Heimat ist er auch noch fast unbekannt und selbst in seiner Heimat arbeiten heute immer noch nur wenige und die nur mit kleinen Schafherden.
Beschreibung:
Der Schapendoes ist ein harmonisch gebauter, zotthaariger Hütepudel von auffallender Gelenkigkeit. Er hat einen leicht gebauten Körper und einen breiten, fast platten Schädel der sich unter dem üppigen Fell von Schnauz- und Kinnbart, Haarschopf und Ohren verbirgt. Der Fang ist kurz und hat ein Scherengebiss. Die vom Haarschopf völlig verdeckten Augen sind dunkelbraun, groß, beinahe rund und haben einen vertrauensvollen Ausdruck. Die kleinen Ohren sind ziemlich hoch angesetzt und hängen lose am Kopf herab. Sein Rumpf soll länger als hoch, jedoch nicht übertrieben lang sein. Die breite Brust ist tief, der Bauch nur leicht aufgezogen und die Rückenlinie bei den muskulösen Lenden leicht erhöht. Die geraden Gliedmaßen stehen etwas auseinander, die ovalen Pfoten sind ziemlich groß und die Zehen trotz Zwischenbehaarung geschlossen. Die reichlich behaarte Rute mit dem Haken am Ende reicht bis zu den Sprunggelenken hinab und wird niemals zusammengerollt getragen. Das üppige Fell ist leicht gewellt, dicht, sehr fein und neigt etwas zum verfilzen. Bei ihm sind alle Farben erlaubt, grau bis schwarz mit helleren Beinen wird aber bevorzugt. Er wird ungefähr 40 bis 51 cm hoch und wiegt so um die 15 kg.
Wesen des Hundes:
Er ist ruhig, ausdauernd, wendig, schnell, intelligent und ein bemerkenswerter Springer mit äußerst wetterfester Behaarung. Er handelt selbständig und ist wachsam, fröhlich, lebhaft, mutig, freundlich, treu und temperamentvoll, ohne dabei aggressiv zu sein.
Pflegehinweise:
Er sollte regelmäßig intensiv gebürstet werden und zieht anders als andere Schäferhunde das Zusammenleben mit den Menschen, im Haus oder in der Wohnung, der Haltung im Freien vor. Brauch dann aber im Ausgleich viel Bewegung und Auslauf.
Besonderheiten:
Diese hochintelligenten Hunde benötigen ständig den Bezug zu ihrem Menschen bzw. Rudel.