Polnischer Schäferhund - Polski Owczarek Nizinny

Geschrieben am 19.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Polnische Schäferhund, wird auch Polnischer Niederungshütehund, Polski Owczarek Nizinny, Polish Lowland Sheepdog, Valee Sheepdog oder schlicht PON genannt. Über seine Entstehung gibt es mehrere Versionen. Die einen meinen, das er von zottigen tibetanischen Hunden abstammt, die mit nomadisierenden asiatischen Hirten vom nahen Osten über den Balkan und aus Zentralasien entlang des Kaspischen und des schwarzen Meeres nach Europa zogen. Andere hingegen sagen, er wurde aus alten schnürenfelligen Hütehunden des ungarischen Tieflands herausgezüchtet, die man mit anderen kleinen, langhaarigen Berghunden kreuzte. Und wieder andere behaupten, er wurde aus alten Linien langhaariger, mittelgroßer Hütehunde der Hunnen, gezüchtet. Beweisbar ist aber keine dieser Theorien. Auf alle Fälle soll er jedoch ein wichtiges Bindeglied zwischen den antiken schnürenfelligen Hirtenhunden, die vor mehr als 1000 Jahren aus Asien nach Europa kamen und jüngeren, zottigen Hütehunden wie dem Bearded Collie sein. Er wurde bereits im 13. Jahrhundert erstmalig erwähnt, eine Niederschrift über ihn gibt es allerdings erst aus dem Jahr 1514. In diesem Bericht wurde das Interesse das dem PON damals zukam und die beachtliche Höhe seines Marktwerts beschrieben. Er war so begehrt, das eine namhafte polnische Adlige den Verwaltern ihrer Ländereien im Jahr 1783 gebot, nur noch mit dem PON zu arbeiten. Selbst Anfang des 19. Jahrhunderts waren diese Hunde noch ein begehrtes Tauschobjekt, welches im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert war und das nicht nur in Polen. 1924 wurden die ersten Exemplare dieser Rase auf einer Warschauer Ausstellung gezeigt, woraufhin alle PON’s 1938 im Auftrag des polnischen Kynologen Verbandes registriert werden sollten. Erst als Polen 1939 von den Deutschen überfallen wurde, musste diese Rasse um seine Zukunft fürchten, da sie in den wirren des Krieges fast ausgerottet wurde. Zum Glück gelang es aber einigen wenigen Freunden dieser Rasse ein paar Tiere zu retten. Vor dem Krieg hatte es drei Größenschläge dieser Hunde gegeben, für die Reinzucht einigte man sich jedoch auf die mittlere Variante, mit der man dann nach 1945 eine neue Zucht aufbaute. So wurde 1959 ein erster Standard entworfen, welchen man aber 1965 wieder veränderte damit auch Hunde mit einer braunen Nase zugelassen werden konnten. Die 1963 erstmalig im Ausland, bzw. in Budapest ausgestellten Hunde, hatten die Anerkennung dieser Rasse durch den FCI am 5.10.1963 zur folge. Heute sind sie überall beliebte Begleithunde.
Beschreibung:
Er ist ein Hund von mittlerer Größe, gedrungen, kräftig, muskulös, mit langem, dichtem Fell. Sein ebenmäßiger Kopf ist mittelgroß, die Stirn stark behaart, der Stop deutlich ausgeprägt und der kräftige Fang hat ein starkes Scheren- oder Zangengebiss. Die dunklen Lefzen liegen eng an und die Nase ist schwarz oder braun, je nach Farbe des Fells. Die mittelgroßen, herzförmigen Ohren sind am Ansatz breit und mittelhoch angesetzt und werden herabfallend getragen. Die ovalen, mittelgroßen Augen sind nussfarben, dunkel umrahmt und haben einen lebhaften Ausdruck. Der starke, muskulöse Hals ist mittellang und hat keine Falten. Die breite Brust ist tief, der Bauch leicht aufgezogen, die Rippen gut gewölbt, die Hüften breit und der Widerrist deutlich bausgeprägt. Die starken Gliedmaßen sollen gerade sein und die ovalen Pfoten kompakt, mit leicht gewölbten Zehen und harten Sohlen. Die Rute wird leider meist kupiert, es gibt aber auch angeborene Stummelschwänze. Das lange, dichte, zottige Fell hat eine dichte, weiche Unterwolle. Er kommt in allen Farben und Scheckungen vor, wird ungefähr 40 bis 52 cm hoch und wiegt ca. 14 bis 16 kg.
Wesen des Hundes:
Er ist leicht zu führen, lebhaft, wachsam, wendig, intelligent und hat ein gutes Gedächtnis. Er ist widerstandsfähig, treu, anhänglich, freundlich, zurückhaltend, verspielt und liebt Kinder.
Pflegehinweise:
Er sollte regelmäßig gebürstet werden, braucht sehr viel Auslauf und die ständige Nähe seiner Familie.
Besonderheiten:
Er ist nicht für die Zwingerhaltung geeignet, aber bei genügend Auslauf ein angenehmer Wohnungs-, Familien- und Begleithund, der auch für Anfänger geeignet ist.