Portugiesischer Schäferhund Nr. 1 - Berger de Serra de Aires

Geschrieben am 12.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Berger de Serra de Aires, wird auch Cão da Serra de Aires oder Affenhund genannt. Dieser interessante, anspruchslose und kaum bekannte Hund lebt im Gebiet des Alentejo, einer Region in Portugal, welche die Distrikte Portalegre, Évora und Beja sowie den Südteil des Distrikts Setúbal umfasst. Dort hütete er Ziegen, Schafe, Schweine und Stiere. Seine Herkunft ist nicht eindeutig geklärt. Er wanderte wahrscheinlich mit Schaffherden auf die iberische Halbinsel ein und er soll auch mit anderen zottighaarigen Hütehunden Europas verwandt sein. Es gibt aber auch Hinweise, das ein Graf Castro Guimaraes diese Rasse aus seinen Hunden der Rasse Berger de Brie heraus gezüchtet hat, welche er bewusst mit Berghundlokalschlägen, dem Gos d'Atura und dem Katalonischen Hirtenhund verpaarte. Eine andere Theorie besagt, das er aus einer Kreuzung des Berger des Pyrénées und des Berger de Brie abstammt. Aber wie gesagt, direkte Beweise gibt es für all diese Thesen nicht. Er soll sich durch die Isolation in den schroffen Gebirgszügen und tiefen Tälern der iberischen Halbinsel schon vor einigen Hundert Jahren entwickelt haben. Erste Hinweise auf ihn gab es jedenfalls schon im Jahr 1095, damals wurden aber noch der Gos d’Atura und der Cão da Serra de Aires zusammengefasst. Erst 1930 erfolgte die offizielle Trennung der beiden Hunde, inklusive der Neufassung der Rassendefinitionen. Trotzdem dauerte es noch bis 1932 ehe er als eigenständige Rasse anerkannt wurde und erst 25 Jahre später errang der erste Hund dieser Rasse auf einer portugiesischen Zuchtschau einen nationalen Titel. Es sollten aber noch weitere 5 Jahre vergehen bis der erste Cão da Serra de Aires die Welt eroberte, denn erst 1962 kam der erste Rüde in die Schweiz. Obwohl er der Hütehund der armen Schäfer in Südportugal war, stand er damals beinahe vor der Ausrottung. Zum Glück wurden aber Züchter auf die Rasse mit dem schönen Fell und dem anschmiegsamen Wesen aufmerksam und verhinderten dies. Heute gibt es bereits auch welche in ganz Europa.
Beschreibung:
Er ist ein mittelgroßer Hund mit affenähnlichen Aussehen und Gehabe, was ihm in seiner Heimat auch den Namen Affenhund einbrachte. Der affenähnliche Gesichtsausdruck wird durch die langen Haare an Kinn, Augenbrauen und Schnauzbart erzeugt. Die dunklen Augen sind mittelgroß, rund sind immer zu sehen und haben einen lebendigen Blick. Ansonsten ist sein Fell sehr lang, glatt oder ein wenig wellig, erinnert im Griff an Ziegenhaar und besitzt keine Unterwolle. Es kommt in den Farben gelb, braun, grau, loh und wolfsgrau jeweils in heller oder dunkler Tönung, sowie Schwarz mit mehr oder weniger starken rotbraunen Abzeichen, gleich ob mit oder ohne Einsprengung weißer Haare, jedoch nie mit weißen Flecken, vor. Nur ein kleiner weißer Brustfleck ist gestattet. Die hoch angesetzten, kleinen, dreieckigen Ohren fallen ohne Knick herab und sind dünn und glatt. Der starke, breite Kopf hat einen gut markierten Stop, einen fast zylindrischen Fang und eine leicht gehobene schwarze Nasenkuppe. Er ist einer der wenigen Hunde mit einem Zangengebiss. Der Körper ist gut proportioniert, die Brust tief, die Rippen gut gewölbt, der Hals mittellang, die Lenden leicht aufgezogen und der lange Rücken gerade und muskulös. Die hoch angesetzte Rute reicht bis zum Sprunggelenk. Die geraden Gliedmaßen sind starkknochig und die Pfoten rund. Er wiegt so um die 12 bis 18 kg und wird ca. 41 bis 56 cm hoch.
Wesen des Hundes:
Er ist sehr intelligent, temperamentvoll, lernwillig, arbeitseifrig, verspielt, treu und wendig. Dieser angenehme Familienhund ist immer fröhlich und trotzdem wachsam, wobei er aber kein Kläffer ist. Er ist ausdauernd, niemals bissig oder aggressiv, aber äußerst verschmust.
Pflegehinweise:
Sein Fell sollte regelmäßig gebürstet werden, damit es nicht verfilzt. Sein Gemüht braucht ständig die Liebe und Zuneigung seines Rudels und sein Bewegungsdrang sehr viel Auslauf.
Besonderheiten:
Die vorzügliche Rasse ist leicht erziehbar, kinderlieb und sogar in ein Wohnung ein ruhiger angenehmer, ausgeglichener, liebevoller Hund, solange er nur genug Bewegung, Auslauf und Beschäftigung hat.