Portugiesischer Schäferhund Nr. 2 - Berger de Castro Laboreiro

Geschrieben am 10.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Berger de Castro Laboreiro ist auch unter den Namen Cão de Castro Laboreiro, CL oder Laboreiro bekannt. Er stammt ursprünglich aus dem Dorf Castro Laboreiro. Welches im Hochland Nordportugals in der Gegend zwischen den Peneda- und den Suajo-Bergen und den Flüssen Minho und Lima liegt. Dort wird er als Herdenschutzhund verwendet, der alleine mit den Herden in die Berge zieht oder im Ort Haus und Hof bewacht. Dieser muskulöse und mutige Berghund soll zum Teil vom Cão da Sierra da Estrela, von Doggen und anderen lokalschlägen abstammen. Sie ist eine Jahrhunderte alte Rassen und bis heute auch eine der ursprünglichsten. Erste Hinweise auf sie fand man bereits in Dokumenten aus dem 8ten Jahrhundert, in denen geschrieben steht, das die Stämme der Gegend ihrem Landherren als alleinigen Tribut fünf Hunde zahlen mussten. Weitere alte Dokumente beschreiben das Eindringen der Gallizier, welche Frauen und Hunde der Region stahlen. Der Laboreiro wurde von den hohen wilden und granitartigen Bergen seiner Heimat geprägt, in der er sich versteckt ohne menschliche Einmischung fortpflanzt. Trotz seiner Isolation wird sein Fortbestand heute aber durch viele Dinge gefährdet. Zum einen sind da die Verbesserung der Infrastruktur zum Dorf Castro Laboreiro in den 40er Jahren und der Tourismus, der andere Rassen in die Berge brachte. Und zum anderen die vermehrte Jagd bei der die Menschen Giftköder gegen Wolf und Fuchs auslegen, die aber leider auch häufig die Hunde töten. So sind die Achtlosigkeit der Bevölkerung und die harten Arbeitsbedingungen unter denen er leidet wohl sein Untergang. Es wurde zwar vom portugiesische Hundehüteverein Português de Canicultura anerkannt, hat seit 1935 einen amtlichem Standard und wurde offiziell durch das FCI registriert, eine richtige Zucht gibt es aber nicht. Nur einen lokalen Wettbewerb der seit 1954 alljährlich am 15 August stattfindet und der vom Priester Aníbal Rodrigues der Gemeinde Castro Laboreiro gefördert wird, damit die ausgezeichneten Eigenschaften dieser heimischen Rasse bewahrt, verbessert und verbreitet wird. Außerhalb seiner Heimat ist die Rasse völlig unbekannt.
Beschreibung:
Der Castro Laboreiro ist ein robuster, mittelgroßer, wolfsähnlicher Gebirgshund, mit starken Knochenbau. Sein Körper ist wohlgeformt, hoch, groß, breit und regelmäßig und der steht’s erhobene, stolze Kopf geradlinig mit wenig Stop. Der starke Fang ist lang und gerade und hat ein sehr starkes Scherengebiss. Seine Stimme ist einmalig, sie reicht über mehrere Oktaven vom leisen Knurren bis zum Wolfsgeheul. Die Augen sind mittelgroß, mandelförmig, sehr dunkel und haben einen aufmerksamen und durchdringenden Ausdruck. Nur Hunde mit der "Gebirgsfarbe" haben hellere Augen. Seine dreieckigen Ohren stehen parallel zum Kopf und werden herabfallend getragen. Der kräftige Hals ist muskulös, der Bauch leicht aufgezogen, die Brust breit und die Rippen gut gerundet. Die langen, kräftigen Gliedmaßen wirken stämmig und die runden Pfoten haben große, gut gewölbte Zehen und dicke, harte Ballen. Die lange, gebogene Rute ist gut behaart und reicht bis zu den Sprunggelenken hinab. Das schwere, harte Fell ist glatt, üppig, dicht, kurz und glänzt seidig. Sie haben eine Mischmusterfarbe aus Grau, Schwarz, Braun und Gelb. Die "Gebirgsfarbe" wird aber bevorzugt, welche gräulich und gleichzeitig brünett und rötlich ist. Ihr Gewicht liegt bei 30 bis 45 kg und ihre Höhe bei 57 bis 71 cm.
Wesen des Hundes:
Er bellt nie ohne Grund, arbeitet selbständig und handelt entsprechend, ist immer freundlich, sehr intelligent und eignet sich hervorragend als Familienhund. Er ist stark, ausdauernd, sehr wachsam und Kinderfreundlich.
Pflegehinweise:
Er benötigt unbedingt viel Auslauf, Beschäftigung und Liebe, braucht tägliches bürsten und muss in die Familie integriert werden, da er sonst zum Problemhund werden kann.
Besonderheiten:
Diese Rasse ist nicht leicht zu kontrollieren und braucht daher eine feste Hand sowie eine konsequente und sachkundige Ausbildung. Sie eignet sich auf keine Fall für die Wohnung.