Portugiesischer Schäferhund Nr. 3 – Cão de Serra da Estrela

Geschrieben am 10.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Cão da Serra da Estrela oder Estrela-Berghund stammt aus dem Serra da Estrela-Gebirge in Portugal. Die Landschaft um den Berg aus Granit besteht aus einigen Seen und naturbelassenen Wäldern. Hier verteidigt der Estrela-Berghund schon Jahrhunderte die Schaf- und Ziegenherden vor Wölfen und anderen Beutegreifern. Er zählt zu den ältesten Rassen der Iberischen Halbinsel. Leider lässt sich auch bei ihm nicht mehr genau feststellen woher er ursprünglich kam. Manche nehmen an, das er den gleichen Ursprung hat wie der Cao de Castro Laboreiro. Andere behaupten das er wahrscheinlich von den Römern oder anderen Völkern eingeführt wurde. Wieder andere vertreten die These das die Basken die Hunde auf ihren Wanderungen mitbrachten und dann gibt es noch die Version, das er von uralten asiatischen Doggen abstammt, die in den Westen gelangten und das er mit der Spanischen Dogge verwandt mit. Leider existieren nur wenige Dokumente über ihn, so das zumindest feststeht, das die Hirten seiner Heimat ihn seit Jahrhunderten nutzen, um ihre Herden vor Wölfen und Diebe zu schützen. 1908 wurde er zum ersten mal in Lissabon und in Manteigas ausgestellt. Danach jedoch noch mit dem Deutschen Schäferhunden gekreuzt. Erst 1911 begann man wieder mit der Reinzucht. Im Jahr 1922 verfasste man den ersten Standard dieser Rasse, welcher allerdings 1933 von Prof. Marques noch mal korrigiert und zu dem heute gültigen umgeschrieben wurde. Da ab 1960 die Wölfe aus seiner Bergregion verschwanden, die Hirten daraufhin auch mit kleineren Hunden auskamen und viele Hirten damals als Gastarbeiter in andere Länder auswanderten, stand auch diese Rasse bald vor der Ausrottung. Das dies nicht geschah, verdankt er Fans und Züchtern, die den Wert seiner Rasse als guten Wachhund erkannten. Heute wird er sogar in anderen Ländern gezüchtet.
Beschreibung:
Er ist ein großer, kräftiger, kompakter Hirtenhund mit deutlichen Zeichen eines Molossers und einem imposanten Erscheinungsbild. Der große, flache Kopf hat wenig Stop, einen fast stumpfen Fang und einen Nasenspiegel passend zur Farbe des Fells. Die Kiefer sind kräftig mit geschlossenen Lefzen und einem Scherengebiss. Die horizontal gestellten, mittelgroßen Augen sind oval, bernsteinfarben und haben einen ruhigen Blick. Die dreieckigen, ziemlich hoch angesetzten Ohren werden hängend oder nach hinten gefaltet getragen. Der kurze, kräftige Hals hat nur eine geringe Wamme und der breite Rücken ist gerade. Der mächtige Rumpf ist muskulös, die breite Brust tief, die Rippen gut gewölbt und der Bauch leicht aufgezogen. Die langen Gliedmaßen sind starkknochig und muskulös. Die Rute muss bis zum Sprunggelenk reichen, wird herunter hängend getragen, ist säbelförmig und dick behaart. Es gibt zwei Fellvarianten die langhaarige und die kurzhaarige. Der kurzhaarige Typ ist allerdings seltener und weniger bekannt. Der langhaarige wird dagegen wegen seines imposantes Aussehens bevorzugt. Das ziegenhaarähnliche, üppige, dichte Deckhaar soll dunkler als die ebenso üppige, dicke Unterwolle sein, sowie glatt bis leicht wellig. Als Farben sind falbfarben, wolfgrau, gestromt, gelb, gold und brauntöne mit und ohne weiße Abzeichen erlaubt, sowie eine dunkle Gesichtsmaske erwünscht. Er wird ca. 62 bis 72 cm hoch und wiegt ungefähr 30 bis 50 kg.
Wesen des Hundes:
Er ist ruhig, jedoch von Natur aus dominant und braucht daher eine feste Hand. Dieser Hund arbeitet selbstständig, ist mutig, lebhaft und bemerkenswert folgsam. Er gilt als treuer, guter Beschützer der seine Aufgabe sehr ernst nimmt und gegen alles Fremde abweisend ist.
Pflegehinweise:
Sein dickes, dichtes Fell sollte regelmäßig intensiv gebürstet und gekämmt werden, sein sanftes Gemüt braucht viele Streicheleinheiten und sein Bewegungsdrang viel Auslauf.
Besonderheiten:
Er sollte nie eingesperrt leben, weder in einer Wohnung, noch in einem Zimmer oder in einem Zwinger. Er benötigt eine liebevolle nicht zu strenge Erziehung, viel frische Luft und eine Aufgabe die ihn ausfüllt.