Schottischer Schäferhund Nr. 1 - Collie Rough bzw. Langhaar Collie

Geschrieben am 10.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Langhaarige Collie, auch schottischer Schäferhund, Rough Collie, Scottish Collie oder Shepherd's Dog genannt, ist eine sehr alte Rasse die schon seit Jahrhunderten in Schottland gezüchtet wird. Er erhielt seinen Namen nach der gleichnamigen schottischen Schafsrasse Colley, die er hauptsächlich hütete. Aufzeichnungen zufolge existiert er dort schon seit dem 13. Jahrhundert, er kann aber durchaus auch sehr viel älter sein. Nur das der Rough Collie, der seinen Ursprung in Nordschottland hat, früher Colleydog genannt wurde und kürzere Läufe sowie einen kürzeren Kopf hatte, als die elegante Rasse von heute. Seine genaue Herkunft ist wie bei den meisten Rassen nicht mehr genau nachvollziehbar, da es kaum Aufzeichnungen gibt. Er stammt aber wahrscheinlich von den alten Hunden der Schotten ab, deren Vorfahren aus Irland kamen oder von Hunden, welche die Engländer mitbrachten als sie mit ihren Schafherden Schottland vereinnahmten. Auch eine Verwandtschaft mit einigen nordischen Hunderassen, die mit den ersten Siedlern auf die Insel kamen, scheint aufgrund des Aussehens wahrscheinlich. Die ersten eindeutige Aufzeichnungen über ihn stehen im Buch „History of the Quadrupeds" des Herrn Bewick aus dem Jahr 1792. Die nächsten sind 1840 in den Unterlagen des neu gegründeten "Collie Clubs" zu finden, der ihn auch als Stammvater des Australischen Cattle Dog bezeichnet. Erst 1860 wurde er als eigenständige Rasse anerkannt. Und schon im Jahr 1866 folgte dann eine Aufzeichnung im Buch „Der Hund in seinen Haupt- und Nebenrassen" des Herrn H.G. Reichenbach. Auf alle Fälle wurde er bis ins 18. Jahrhundert nur zum hüten der Schafe verwendet. Um ihm ein edleres, feines Aussehen zu geben, kreuzte man zu dieser Zeit noch Barsois und Irish Setter ein. Heute hat er die lange Schnauze des Barsoi und die Eleganz des Setters. Nachdem ihn sogar Königin Victoria als Gefährten für sich wählte und Lassie im Fernsehen kam, stieg er zu einer der beliebtesten Haushunderassen auf. Leider wurde er dadurch zum Modehund degradiert, was seine eigentlichen guten Hüteeigenschaften heute noch überschattet.
Beschreibung:
Er ist ein kräftiger und wendiger, sehr harmonischer Hund. Der lange, edle Kopf ist zwischen den Ohren flach, mäßig breit und hat einen geringen Stop. Die Nase ist schwarz, der Fang kräftig, ohne Einbuchtungen abgerundet und das Gebiss scherenartig. Die mittelgroßen, mandelförmigen Augen sind meist dunkel, bei blaumarmorierten Hunden aber auch blauweiß bzw. meliert. Die kleinen, mäßig breiten Ohren kippen an der Spitze und der kräftige, lange Hals ist muskulös, schön gewölbt und hat eine starke Mähnenbildung. Der etwas rechteckige Rumpf mit dem breiten, geraden Rücken und der mächtigen Lendenpartie besitzt eine gut abfallende Kruppe. Die tiefe Brust hat gut gewölbte Rippen und die mäßig lange Rute wir mit aufgezogener Spitze herabhängend getragen. Die sehnigen Gliedmaßen sind gerade und muskulös. Das Fell soll üppig und relativ grob, in der Unterwolle jedoch so dicht sein, das es schwerfällt die Haut zu finden. Am Kopf ist es kurz, ansonsten aber sehr lang und buschig. Er kommt in den Farben bicolor rotweiß, tricolor rotschwarzweiß, blue-merle blaumarmoriert und in allen Rötlichen Schattierungen, mit und ohne weiße Abzeichen, vor. Er wird ca. 51 bis 61 cm hoch und wiegt ungefähr 22 bis 32 kg.
Wesen des Hundes:
Er ist ein ausgezeichneter Hund, fröhlich, intelligent, folgsam, belastbar, sanft, kinderlieb, leicht erziehbar und dazu noch ein guter Wach- und Hütehund. Er hat ein ausgeprägtes Schutzempfinden und ist seiner Familie ganz besonders zugetan. Er ist sehr elegant im Auftreten, nicht aggressiv, tolerant, schnell, ausdauernd und anhänglich, aber manchmal sehr schreckhaft und misstrauisch, doch absolut nicht ängstlich.
Pflegehinweise:
Sein prachtvolles langes Fell muss täglich gebürstet und gekämmt werden da es sonst leicht verschmutzt und verfilzt. Er benötigt regelmäßig reichlich Auslauf und Bewegung. Er benötigt viel Einfühlungsvermögen bei der Erziehung.
Besonderheiten:
Er ist einer der wenigen Schäferhunde, der bei genügend Auslauf, auch in der Wohnung gehalten werden kann.