Spanischer Schäferhund Nr. 1 - Mastin de los Pirineos

Geschrieben am 18.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Mastin de los Pirineos, der sowohl Perro Mastin del Pirineo als auch Mastin Pirenaico, Mastin d´Aragon, Mastin dell Aragò, Pyrenäen Mastiff oder Pyrenean Mastiff genannt wird stammt ursprünglich aus den spanischen Pyrenäen. Wo der imposante und sehr attraktive Hunderiese angefangen vom Golf von Biskaya bis zum Golfe du Lion auf der spanischen und auf der französischen Seite der Pyrenäen verbreitet ist. Er ist wahrscheinlich ein direkter Nachfahre der Herdenschutzhunde, die seit über 3000 Jahren auf der iberischen Halbinsel leben und geht letztlich auch auf die großen asiatischen Doggen zurück. Diese sollen von phönizischen Händler welche Doggen in Assyrien und Sumerien kauften nach Spanien gebracht worden sein. Vermutlich geht der Ursprung dieser Rasse auf die Zeit zurück, in der die Schafzucht eine der Haupteinnahmequellen araginischer Nomaden war, welche ihre Schafherden vor Wölfen und Bären schützen mussten. Die Aufzeichnungen hierüber gab es bereits im Jahr 504 n.Chr., als der Westgotenkönig Eurioc den Wanderhirten gestattete, trotz der Fehden der Landesfürsten die Grenzen der Territorien zu überschreiten. Anfang dieses Jahrhunderts hatte sich die Anzahl der einst so unentbehrlichen Hunde, durch den Rückgang der in den Pyrenäen lebenden Wölfe und Schafe drastisch reduziert. Als dann auch noch der spanische Bürgerkrieg kam schrumpfte die Population von Jahr zu Jahr immer mehr und um Haaresbreite wären diese wundervollen Riesen vollständig ausgestorben. Eine kleine Anzahl überlebte jedoch. So das die Spanier 1946 mit einer kontrollierten Zucht begannen nachdem sie alle spanischen Herdenschutzhunde in einzelne Rassen unterteilt hatten. 1977 folgte dann sogar die Gründung des spanischen Club del Mastin del Pirineo, dessen Mitglieder die Pyrenäen mit Erfolg intensiv nach den letzten typvollen Exemplaren durchkämmten, um die Rasse wieder zu beleben. Waren es in den 70er Jahren lediglich 24 registrierte Hunde, ging es Anfang der 80er Jahre allmählich bergauf. Sogar in Frankreich, Schweden, Finnland und Norwegen begann man mit wachsenden Interesse ein gezieltes Zuchtprogramm. So das 1982 die Festlegung des Rassestandards und der Eintrag bei der FCI folgte.
Beschreibung:
Der Körper des Mastin de los Pirineos ist mächtig, robust, muskulös und von großer Kraft, mit einem mächtigen Kopf und festen Knochenbau. Trotz seiner Größe soll er aber nicht den Eindruck erwecken, schwerfällig oder gar träge zu sein. Der Schädel ist oval, der Fang stark und ziemlich lang, die Lefzen dunkel und die Nase schwarz. Ein komplettes Scherengebiss ist vorgeschrieben. Die kleinen, bernsteinfarbenen Augen sind mandelförmig und die Lider schwarz. Die in Augenhöhe angesetzten, kleinen, dreieckigen Hängeohren liegen eng an und sind an der Spitze abgerundet. Der kurze Hals hat nur schwache Kehlfalten und ist lang behaart. Der Rumpf ist langgestreckt, der Rücken gerade, die muskulöse Lendenpartie etwas aufgezogen, die breite Kruppe leicht abfallend und die breite Brust tief mit nur leicht gewölbten Rippen. Die lange Rute ringelt sich am Ende leicht und bildet eine wunderschöne Fahne. Die graden, langen Gliedmaßen sind gut bemuskelt und die runden Pfoten kompakt und haben wenig gewölbte Zehen mit harten Ballen. Sein Fell ist dicht, dick, mittellang und hat eine feine Unterwolle. Ihre Grundfarbe ist immer weiß mit einer gut ausgebildeten Maske, gefleckten Ohren und über den gesamten Körper verteilten dachsfarbenen, fahlgelben oder wolfsfarbenen Flecken. Er wird ca. 71 bis 80 cm hoch und wiegt dabei ca. 55 bis 75 kg.
Wesen des Hundes:
Er ist menschenfreundlich, gutmütig, unbestechlich, ruhig, sehr intelligent und seiner Familie treu ergeben. Er hat eine sehr hohe Reizschwelle und ist sich seiner Kraft durchaus bewusst. Trotz dieses allgemein freundlichen Wesens ist er im Notfall für seine Schutzbefohlenen da.
Pflegehinweise:
Dieser ausgesprochene Familienhund braucht eine konsequente und liebevolle Erziehung und sollte regelmäßig gebürstet und gestreichelt werden.
Besonderheiten:
Dieser freiheitsliebende Hund braucht viel Auslauf und Bewegung und eignet sich weder für die Wohnungs- noch für die Zwingerhaltung.