Südrussischer Schäferhund - Ioujnorousskaia Ovtcharka

Geschrieben am 19.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Südrussische Schäferhund wird auch als Ioujnorousskaïa Ovtcharka, Südrussischer Ovtcharka, Südrussischer Owtscharka oder Südrussischer Oftscharka bezeichnet. Er stammt aber nicht wie sein Name vermuten lässt aus dem Süden Russlands, sondern aus dem Gebiet der Krim-Halbinsel. Genauer gesagt aus der südlichen Ukraine und dem davon östlich gelegenen Region wie der Gegend um Stawropol, der Steppe von Salk und dem nördlichen Kaukasus. Anders als andere Hirthunde ist er außerdem eine relativ junge Rasse, da es ihn erst seit ca. 200 Jahren gibt. Er ist ein Mix aus spanischen Hütehunden wie dem Gos d’Atura die mit Merinoschafen aus Spanien kamen, altdeutschen Hütehunden vom Typ des Schafpudels, Lokalschlägen des Kaukasischen Owtscharka, dem Komondor und einem Schuss Windhundblut. Er entwickelte sich in diesem enorm kurzen Zeitraum, der kaum mehr als ein Vierteljahrhundert umfasst, da er teilweise massenhaft in großen Schafzuchtbetrieben die eigene Zuchtanlagen für diese Hunde besaßen, gezüchtet wurde. So hatte der Betreiber von Askania-Nova ein Herr Friedrich Falz-Fein ca. 2000 Exemplare in permanentem Einsatz bei seinen Herden, womit er der größte Südrussen-Züchter aller Zeiten war. Trotzdem wurde der Wert eines solchen Hundes, in der Zeit vom 19. bis zum 20. Jahrhundert, dem eines Vollblut-Rennpferdes gleich gesetzt. Sein erster Standard wurde aber erst 1976 festgelegt, den man jedoch 1982 noch mal änderte, so das er 1983 von der FCI anerkannt wurde.
Beschreibung:
Er ist ein sehr kräftiger, großer, muskulöser Hund von elegantem Aussehen. Sein Kopf mit dem normalen Stop und der nicht zu breiten Stirn ist länglich und hat eine breite, schwarze Nasenkuppe. Die kleinen, dreieckigen Ohren hängen herunter und die ovalen Augen sind dunkel und haben schwarze Lider. Seine schneeweißes Scherengebiss soll komplett sein. Der kräftige Hals ist muskulös, die breite Brust tief und der Bauch leicht aufgezogen. Der Widerrist setz sich deutlich ab und der feste Rücken ist gerade. Die kurze Lendenpartie ist breit und die lange Rute, die bis zu den Sprunggelenken reicht, wird herunter hängend getragen. Die muskulösen Gliedmaßen sind gerade und die breiten, festen Pfoten stark mit gut gewölbten Zehen und harten Ballen. Sein sehr langes, dichtes, leicht gewelltes Fell welches den ganzen Körper bedeckt hat reichlich Unterwolle und fühlt sich an wie Ziegenfell. Er kommt in den Farben weiß, weiß mit gelb, sowie grau, grau gestichelt und beigefarben vor. Rüden sollen mindestens 65 cm und Hündinnen nicht unter 62 cm hoch sein, wobei es kein Höchstmaß gibt. Gewichtmäßig liegen hat diese Rasse ca. 55 bis 75 kg.
Wesen des Hundes:
Dieser widerstandsfähige, elegante und würdevolle Schäferhund ist gut erziehbar, wenn er im Welpenalter sozialisiert wird. Er ist robust, mutig, wachsam, temperamentvoll, lebendig, schnell und dominant und hat einen starken eigenen Willen und einen sehr ausgeprägten Schutztrieb. Er teilt seine Welt in "meine Welt" und "nicht meine Welt" und gilt als aggressiv und bösartig. Fachleute meinen, das er sehr schwierig, nervös und leicht erregbar ist, was zu unberechenbaren Reaktionen führt. Er weicht zwar schnell zurück, beißt dabei aber noch zu. Er gilt als unabhängiger, intelligenter, sturer, aber auch loyaler Hund, der sehr liebenswürdig und anhänglich sein kann, wenn er will. Er hat kaum den Wunsch einem einen Gefallen zu tun. Er will seinem Herrn zwar Gesellschaft leisten, macht aber nicht das was dieser sagt.
Pflegehinweise:
Sein langes Fell braucht besonders viel Pflege und sollte täglich gebürstet werden. Er muss unbedingt eine konsequente Erziehung durch einen sehr erfahrenen Halter und eine gute Ausbildung sowie viel Auslauf und eine Lebensaufgabe haben.
Besonderheiten:
Dieser unabhängige und selbstbewusste Hund, kann durchaus ausgebildet werden, wenn man es vermag, ihm einen eindeutigen Platz in der Rangordnung zu vermitteln, da er nur einen dominanten Mensch akzeptiert. Man sollte aber beachten das er auf kleinen Fall in eine Wohnung gehört.