Tatra Schäferhund - Polski Owczarek Podhalanski

Geschrieben am 20.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Polski Owczarek Podhalanski ist auch als Tatra Mountain Sheepdog, Tatrahund, Tatra Shepherd Dog, Owczarek Tatrzanski, Polich Mountain Dog, Polish Tatra Sheepdog, Liptak, Podhalenhund und Podhalaner bekannt. Er stammt ursprünglich aus Podhale, einer kleinen Region im Süden Polens im Tatragebirge mit den höchsten Erhebung in den Westkarpaten, das die Grenze zwischen Polen und der Slowakei bildet. Er soll von weißen Herdenschutz-hunden der östlichen Welt abstammen, welche im 7. Jahrhundert mit den slawischen Wanderhirten und ihren großen Schafherden in das heutige Polen einwanderten. Nur das man diese Hunde auf der polnischen Seite Polski Owczarek Podhalanski nennt und auf der Slowakischen Slovensky Cuvac, weshalb sich diese vom Aussehen her auch sehr gleichen. Die ersten Zuchtversuche des Podhalaners gab es bereits in den 20er Jahren, die allerdings durch den zweiten Weltkrieg vernichtet wurden. So konnte der polnische Kynologenverband zwar noch alle 5 Nationalen Rassen anmelden, als er 1957 dem FCI beitrat, wo auch der Polski Owczarek Podhalanski dabei war, diese waren aber kaum mehr vorhanden. 1958 gab es sogar keinen einzigen Eintrag im Zuchtbuch mehr, woraufhin ein Tierarzt anfing die restlichen vorhandenen Hunde zu katalogisieren, um einen neuen Grundstock zur Zucht zu bilden. Dank dieser Initiative konnte die Rasse 1963 durch den FCI anerkannt und im Jahr 1970 mit 76 neuen einträgen im Zuchtbuch registriert werden. Heute ist der Podhalaner der Nationalhund Polens, wobei die meisten in und um Zakopane zu finden sind. Aber auch in anderen Ländern wie USA, Kanada, Niederlande und Deutschland sind sie heute sehr beliebt. In den USA wurde sogar der Polish Tatra Sheepdog Club of America gegründet, um die Rasse zu fördern.
Beschreibung:
Er ist ein großer, rechteckig erscheinender Hund, von harmonischem Körperbau, imposanter Gestalt und schönem Aussehen. Sein großer, zum Körperbau gut proportionierter Kopf hat eine flache Stirnfurche, einen deutlichen Stop und einen starken Fang mit schwarzer Nase und eng anliegenden, dunklen Lefzen. Er soll möglichst ein komplettes Scherengebiss haben, ein Zangengebiss wird aber auch toleriert. Seine mittelgroßen, dunklen Augen haben braune Lider, sind dunkel umrahmt und etwas schräg gestellt. Die mittellangen, dreieckigen Hängeohren liegen eng am Kopf an, sind dich behaart und ziemlich dick. Der muskulöse, starke Hals darf keine Wamme aber eine dicke Halskrause haben. Der massive Rumpf ist lang, der gerade Rücken wie die Kruppe breit, der Widerrist ausgeprägt, der flache Bauch leicht aufgezogen und die tiefe Brust leicht abfallend mit schräg gestellten Rippen. Die nicht zu hoch angesetzte, lange Rute ist buschig, wird unter der Rückenlinie getragen und reicht bis zu den Sprunggelenken. Die starken Gliedmaßen sind muskulös, starkknochig und gerade. Die ovalen Pfoten sind etwas groß, zwischen den Zehen behaart und haben harte, dunkle Ballen sowie starke, stumpfe Krallen. Das lange, dichte Fell kann glatt oder leicht gewellt sein, fühlt sich etwas hart an und hat reichlich Unterwolle. Er muss steht’s reinweiß sein, da jede Abweichung von dieser Farbe als Fehler gilt. 60 und 70 cm 35 bis 55 kg.
Wesen des Hundes:
Er ist robust, unabhängig, genügsam, anpassungsfähig, mutig, und leicht erziehbar. Er will dazugehören und braucht seine Menschen um sich wohl zu fühlen. Er liebt sie und begrüßt sie jedes mal stürmisch, selbst wenn sie gerade mal 5 Minuten getrennt waren.
Pflegehinweise:
Sein Haarkleid reinigt sich selbst und benötigt kein Bad, sollte aber regelmäßig gebürstet werden. Aber er braucht seine Familie, viel Auslauf und Liebe, sowie eine Beschäftigung.
Besonderheiten:
Die Polen halten diese intelligenten Hunde auch wegen Ihrem Fell, da sie die ausgekämmten Haare als Polstermaterial und für feine Wollwaren verwenden. Nebenbei werden sie auch als Wächter der Herden, als Wachhunde in Fabriken, für Polizei, Militär oder als Blindenhunde und als Zughunde bei Milchmann, Gärtnern und Bäckern eingesetzt. Er ist für Anfänger eben so geeignet wie für die Wohnungshaltung, sollte aber nicht in einen Zwinger gesperrt werden.