Ungarischer Schäferhund - Mudi

Geschrieben am 20.04.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Ungarische Schäferhund Mudi kommt wie der Name schon sagt aus Ungarn. Er soll von ungarischen und jugoslawischen Hütehunden und stehohrigen, deutschstämmigen, kleinen altdeutschen Hütehunden wie Schäferspitz, Schafpudel und Pommernspitz abstammen. Diese sollen mit den, von der österreichischen Kaiserin Maria-Theresia im 18. Jahrhundert in Ungarn, angesiedelten Deutschen Donauschwaben ins Land eingewandert sein und sich dann mit den einheimischen Rassen vermischt haben. Auf alle Fälle ist er jedoch auch eng verwandt mit dem ihm äußerlich sehr stark ähnelnden, etwas größeren und hochbeinigeren Kroatischen Schäferhund Hvratski Ovcar. Er wurde erstmalig 1815 in einem ungarischen Werk beschrieben und abgebildet, damals aber unter falscher Bezeichnung. Erst um 1900 herum stellten ungarische Kynologen fest, das es diese Rasse gibt, als sie damit begannen die verschiedenen Herdengebrauchshunde ihrer Heimat zu registrieren. So kam es das der Mudi erst 1936 zu seinem heutigen Namen und einer ersten organisierten Zucht kam, was er beides dem Direktor des Balassagyarmater Museums einem Herrn Elek oder Dezsö Fenyes zu verdanken hat. Wobei die Zucht sehr schwierig ist, da das Zuchtgebiet zwar sehr groß ist, die meisten Mudis jedoch als reine Gebrauchshunde ohne Papiere gezüchtet werden. So sind gerade mal circa 2250 Mudis mit Ahnentafeln registriert, weshalb die Gesamtpopulation auch nur sehr schwer abzuschätzen ist. Es sind aber schon soviel das der FCI die Rasse bereits im Jahr 1966 als eigenständig anerkannte und das obwohl sich die Züchter bis heute nicht auf einen Standard geeinigt haben. Die Rasse also noch nicht gefestigt ist. Außerhalb seiner Heimat ist der Mudi noch wenig bekannt, er beginnt aber bereits immer mehr auch in anderen Ländern der Welt Fuß zu fassen.
Beschreibung:
Er ist ein mittelgroßer Hund mit einem länglichen Schädel und flacher Stirnfurche. Er hat einen ausdruckvollen Kopf der dem eines Schakals gleicht, wobei der Stop nur schwach ausgebildet, der Fang kegelförmig, der Nasenrücken gerade und die Nase schwarz ist. An dem kompletten Scherengebiss sollen die Lefzen fest anliegen. Die schräggestellten, ovalen Augen sind dunkelbraun mit dunklen Lidern die fest anliegen und einem frechen, etwas spitzbübischen Ausdruck. Die aufrechtstehenden, spitzen, hoch angesetzten Ohren sind v-förmig und sehr beweglich. Seine Schulterblätter sind mittelmäßig schräg, der Rumpf ist lang, der Rücken leicht abfallend aber gerade und die Lendenpartie mittellang und fest. Die etwas lange, breite Brust ist tief, die Rippen mehr flach als gewölbt, der Bauch nur leicht aufgezogen und die kurze Kruppe abschüssig und mittelbreit. Die gut befederte, lange Rute soll etwas tiefer als waagerecht und hoch aufgeringelt getragen werden. Es kommen aber auch kupierte und angeborene Stummelschwänze vor. Die muskulösen Gliedmaßen sind schlank und die kräftigen, etwas kleinen Pfoten haben harte, schiefergraue Ballen und Krallen. Das dichte, krause oder gewellte Fell ist wuschelig und hat eine weiche Unterwolle. Es gibt ihn in glänzend schwarz, weiß, schwarzweiß, blue-merle, aschfarben oder braun mit gleichmäßigen nicht zu großen Flecken. Wobei die Haut auch bei weißen oder gescheckten Tieren immer stark pigmentiert ist. Er wird ca. 8 bis 13 kg schwer und 36 bis 51 cm hoch.
Wesen des Hundes:
Der drahtige, flinke und agile Mudi ist außerordentlich lernfähig, arbeitsfreudig, wachsam, mutig, aufgeweckt, gehorsam, verspielt, anpassungsfähig und von lebhaftem Temperament, aber zuweilen auch etwas laut. Er ist charmant, lieb, einschmeichelnd, kuschelt gerne und ist gleichzeitig ein frecher und fordernder Kobold. Dieser anspruchslose, angenehme, reizende Familienhund ist sehr kinderlieb und extrem personenbezogen und sensibel.
Pflegehinweise:
Sein Fell sollte regelmäßig aber nicht täglich gebürstet werden, er möchte gefordert werden und braucht daher viel Auslauf, Beschäftigung und eine Aufgabe.
Besonderheiten:
Er kann auch von einem Anfänger und in einer Wohnung gehalten werden, sollte aber nicht in einen Zwinger gesperrt werden. Ein Mudi apportiert gern und ist sehr vielseitig einsetzbar.