Die Sonne

Geschrieben am 17.09.2006 von Conni Kreißl

Unsere Sonne ist ein mittelgroßer Stern, der gar nicht so unbedeutend und klein ist, wie uns mitunter gerne mal glaubhaft gemacht wird. Trotzdem ist sie nur ein Hauptreihenstern der Spektralklasse G2 und der Leuchtkraftklasse V, folglich also ein ziemlich durchschnittlicher Vertreter ihrer Gattung.
Sie ist der größte Energiespender der Erde, da sie pro Sekunde 150 Millionen mal so viel Energie erzeugt, wie sämtliche Kraftwerke der Erde pro Jahr zusammen.
Ohne sie gäbe es keinerlei Leben auf unsere Erde, weder Pflanzliches noch tierisches. Ihr Alter wird auf 4,7 Milliarden Jahre geschätzt, ihr ungefährer mittlerer Durchmesser auf etwas mehr als 1.390.000 Millionen Kilometer, ihr Volumen auf 1,412 × 1018 km3 und ihre mittlere Dichte auf 1,41 g/cm3, was genau 0,41 g/cm3 mehr ist als die Dichte von Wasser die 1 g/cm3 beträgt. Sie besitzt eine Rotationsdauer die am Äquator 25,38 Tage und in Polnähe nahezu 36 Tage ausmacht. Allerdings ist sie damit auch ein Gasball, der mehr als 99,8 Prozent der Gesamtmasse unseres Sonnensystems in sich vereint.
Sie setzt sich aus annähernd 75 Prozent Wasserstoff, 23 Prozent Helium sowie 2 Prozent schwereren Elementen zusammen, wobei der Wasserstoffanteil durch den fortwährenden nuklearen Fusionsprozess langsam, aber stetig sinkt.
Die Sonne befindet sich exakt im Mittelpunkt unseres Sonnensystems, weshalb sie auch als unser Zentralgestirn bezeichnet wird. Genau genommen befindet sich aber 30.000 Lichtjahre vom Zentrum unserer Heimatgalaxie entfernt im so genannten Orion-Arm, wo sie mit einer Geschwindigkeit von rund 240 Kilometern pro Sekunde ungefähr 220 Millionen Jahre braucht um eine Umkreisung des Milchstraßenzentrums zu bewältigen.
Ihre Entfernung zur Erde beträgt beinahe 149 Millionen Kilometer und ihre Masse 4,99 × 1030 kg, was 333.000 Erdmassen entspricht und mal soviel ist, wie alle anderen Himmelskörper in unserem Sonnensystem zusammen genommen besitzen.
Dazu kommt das sie pro Sekunde zirka 4 Millionen Tonnen ihrer Masse in Energie umsetzt, was sie zweifelsohne mindestens auch noch fünf bis sechs Milliarden Jahre tun kann bevor sie irgendwann stirbt. Dieser Zeitpunkt ist vermutlich erreicht, wenn nahezu alle Vorräte der Sonne an Wasserstoff aufgebraucht sind und sie sich infolgedessen aufbläht, um hinterher wieder in sich zusammen zu fallen. Nur das sie hinterher schätzungsweise nur noch einen Durchmesser von 6.000 Kilometern besitzt, bei einem Gewicht das 300.000 mal so schwer wie die jetzige Erde sein dürfte und ihre Farbe dann weiß sein wird. Allerdings wird zu dem Zeitpunkt schon seit langem kein Leben mehr auf der Erde existieren, weshalb das für uns im Moment nicht so sehr wichtig ist.
Sie ist im Vergleich zu anderen Sterne ein ausgesprochen angenehmer und ruhiger Vertreter ihrer Art und wird dies bis zu ihrem absehbaren Verlöschen in einigen Milliarden Jahren wohl auch bleiben. Unsere Sonne ist nämlich keineswegs ein von statischen sondern vielmehr ein von dynamischen Prozessen gekennzeichneter Himmelskörper. Wofür die Sonnenflecken, die Regionen an der Sonnenoberfläche mit geringerer Temperatur darstellen und deswegen dunkler erscheinen, sicherlich die besten Beispiele sind.
Diese Sonnenflecken haben nämlich eine Häufigkeit und Intensität die sich wie die gesamte Aktivität der Sonne regelmäßig mit einer Periode von durchschnittlich 11,07 Jahren ändert. Das heißt etwa alle elf Jahre kommt es zu einem Maximum solarer Aktivität, dem jeweils rund fünfeinhalb Jahre später ein Aktivitätsminimum folgt, was sich gelegentlich auf der Erde unter anderem in Gestalt vermehrter oder verminderter Polarlichter bemerkbar macht. Dazu kommt das auch das gigantische Magnetfeld der Sonne im 11 Jahres Rhythmus umgepolt wird, da immer wenn es zu einem solaren Aktivitätsmaximum kommt, eine Reorganisation des Magnetfelds der Sonne erfolgt.
Die Sonne hat eine Oberflächentemperatur die zwischen 5.500 und 6.000 Grad Celsius liegt und im inneren sogar Temperaturen bis zu 16 Millionen Grad Celsius erreicht und trotzdem ist das Sonneninnere interessanterweise vollständig dunkel. Denn wie man weiß ist die dort erzeugte Strahlung hochenergetisch und liegt demzufolge weit außerhalb der Wellenlänge des sichtbaren Lichts. Dieses wird erst auf dem Weg zur Oberfläche durch Energieverluste der Strahlung, die es durch Kollisionen mit Sonnenmaterie erleidet, so weit gemildert das es schließlich die Sonne als sichtbares Licht verlässt.
Die Sonne ist der bis heute am besten erforschte Stern und wird bereits seit den Anfängen des menschlichen Bewusstseins beobachtet und verehrt. So das sich nicht umsonst ihre Bedeutung als Quelle von Licht und Wärme für alles Leben auf der Erde in den Mythen und Religionen in annährend sämtlichen frühen Kulturen widerspiegelt.
Nach neuesten Ansichten ist die Sonne aus einer Wolke interstellarer Materie entstanden die auf Grund einer Störung durch eine Supernova-Explosion zu kollabieren begann. Dadurch erreichte die Materiekonzentration eine Dichte und damit auch Temperatur, welche einen Fusionsprozess in Gang setzte, der die Wasserstoffatome zu Heliumatomen verschmolz und den demzufolge entstehenden Masseverlust in Form von Energie abstrahlte, wodurch die Sonne entstand.
Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung kann man mit Sicherheit sagen, das sie kein Stern der ersten Generation ist, sich also nicht gleich nach der Entstehung des Universums entwickelte. Denn etwa zwei Prozent der Elemente unserer Sonne sind schwerer als Helium und entstammen daher ihrerseits anderen Sternen, bevor sie durch Nova- oder Supernova-Explosionen ins Weltall hinausgeschleudert wurden und bei der Entstehung unserer Sonne wieder eingefangen worden sind.